Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Das Recht erschwert den Herdenschutz
Foto: dpa
Wolf-Attacken

Das Recht erschwert den Herdenschutz

Hunde könnten Schafe vor Wolf-Attacken bewahren. Doch eine Verordnung verunsichert die Hirten.

03.11.2017
  • DPA

Michelbach an der Bilz. Alara und Hugh steckt eine Nachtschicht in den Knochen. Trotzdem sitzen sie mit wachem Blick vor 500 dösenden Schafen, als ihr „Chef“, Wanderschäfer Manfred Voigt (67), am Morgen nach ihnen sieht. Alara und Hugh sind Herdenschutzhunde. Die Herdenschutzhunde werden bei Schafen geboren, wachsen mit ihnen auf und leben mit ihnen auf der Weide, erklärt Voigt. „Schafe sind für die Hunde wie Geschwister, die sie ein Leben lang verteidigen – bis aufs Blut.“

Anfang Oktober wurde der erste Wolfsriss im Südwesten seit 100 Jahren bei Heilbronn gemeldet. Ein Wolf gelangte über Bachläufe auf die Schafweide, tötete zwei Lämmer und verletzte eines so schwer, dass es notgeschlachtet werden musste. Seit Wölfe in Deutschland wieder heimisch werden, versuchen Schäfer ihre Herden zu schützen.

In einem Pilotprojekt testen drei Schäfereien in Kooperation mit dem Landesschafzuchtverband und dem Naturschutzbund seit 2015 die Arbeit mit Herdenschutzhunden.

Manfred Voigt macht mit seinem Landschaftspflegehof in Michelbach an der Bilz (Kreis Schwäbisch Hall) beim Pilotprojekt mit – „weil Schafe und Hunde mein Leben sind“, sagt er. Im Hütealltag der Wanderschäferei übernehmen die Hunde die Nacht und die Frühschicht. Wenn Voigt zur Herde kommt, merkt er, ob die Hunde ereignislose Stunden verbracht haben, oder ob sie ihm vermitteln wollen „Du Chef, da war was“. Er sucht dann nach Spuren, findet vielleicht neben dem Pferch – so nennt man den eingezäunten Nachtstellplatz der Schafe – eine ins Gras gewühlte Schneise einer Wildschweinrotte oder Spuren eines Fuchses. Einen Wolf oder seine Spuren hat er noch nie gesichtet.

Anpassung wird geprüft

Der Herde auch bei Nacht einen Schäfer zur Seite zu stellen, wäre zu teuer. Die Tiere über Nacht in den Stall zu treiben, ist unmöglich: Derzeit grasen sie acht Kilometer vom Hof entfernt. Was den Schäfern noch Sorgen bereitet: Die bundesweit geltende Tierschutzhundeverordnung verbietet es eigentlich, Hunde innerhalb eines Elektrozauns zu halten. Sie dringen und hoffen derzeit auf eine rechtliche Klärung. Unter anderem wegen dieser offenen Frage will der Landesschafzuchtverband den Einsatz von Herdenschutzhunden noch nicht flächendeckend empfehlen. Nach Ansicht des Bundesagrarministeriums bietet die bestehende Verordnung ausreichend Flexibilität für einen Einsatz von Herdenschutzhunden. Es werde aber geprüft, ob eine Anpassung der Verordnung mehr Rechtssicherheit brächte.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

03.11.2017, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
 
Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular