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Opern sehen, wo sie einst entstanden

Das Puccini-Festival in Torre del Lago bietet intensive Inszenierungen und tolle Stimmen

Puccini-Opern dort erleben, wo sie der Meister einst komponiert hat: Das Puccini-Festival in Torre del Lago machts möglich und fesselte heuer mit "Tosca", "Turandot" , "Madame Butterfly" und "Trittico".

03.09.2015
  • CHRISTA KANAND

Torre del Lago/Viareggio . Open-Air-Bühnen wie in Bregenz, die Arena di Verona, in Spoleto oder Taormina boomen bei Opern-Kennern wie -Neulingen gleichermaßen. Und das gilt auch für die toskanische Festspielbühne von Torre del Lago, einem Nest zwischen den nahen Unesco-Städten Lucca - der Geburtsstadt Puccinis - und Pisa.

"Wir sind Puccini-Land", tönt die Region. Die 61. Festival-Saison eröffnete und beendete Mimmo Paladinos Inszenierung von "Tosca". Wenn Sopranstar Daniela Dessi in der Titelrolle die Arie "Vissi d'arte" oder der koreanische Tenor Rudy Park als Cavaradossi den Puccini-Hit "E lucevan le stelle" in der sommerwarmen Nacht anstimmen, kommt Gänsehautfeeling am Massaciuccoli-See auf. Dessen unaussprechlicher Name wandelte sich zu Ehren des Maestros in Puccini-See.

"Dreckspfütze", lästerte einst Luigi Illica, Puccinis Erfolgslibrettist, über den malerischen See. Dort frönte von 1891 an der Meister 30 Jahre seinen beiden großen Leidenschaften: die Musik und die Jagd. In seiner Jugendstil-Villa mit Musiksalon, Waffenzimmer und Mausoleum kommen Besucher dem Fin-de-Siècle-Maestro, dem legenden- und skandalumwobenen Lebemann, dem Frauenhelden, Kettenraucher, Auto- und Jagdfanatiker nahe: Bilder, Karikaturen, Briefe, Theaterplakate, Dirigentenstäbe, Partituren und seine Totenmaske.

Viele stimmen sich bei einer abendlichen Schifffahrt mit Büfett auf die Opern ein. "Mama mia, absolut keine Architektur-Perle!", grantelt Bootsführer Giuseppe über das ans Ufer hingeklotzte moderne Amphitheater, das 2008 zu Puccinis 150. Geburtstag für knapp 3500 Besucher errichtet wurde.

"Ich komme immer hierher und fahre mit dem Boot auf Vogeljagd. . ., aber einmal möchte ich hierher kommen und eine meiner Opern unter freiem Himmel genießen. . .", wünschte sich Puccini zwei Jahre vor seinem Krebstod 1924. Sein Wunsch ging von 1930 an in Erfüllung. Von Ende Juli bis Ende August werden seine Meisterwerke jeweils an drei Wochenendtagen gegeben - mit Opernstars, einem imponierenden 80-köpfigen Orchester unter der Leitung bedeutender Dirigenten wie Bruno Nicoli. "Die Besucher kommen aus aller Welt", sagt Festival-Präsident Alberto Veronesi.

Die Sicht von der Zuschauerbühne auf die breite Bühne, flankiert von zwei Leinwänden für Großaufnahmen, ist hervorragend. Der Genius loci spielt mit, die Akustik auch: Die Solisten singen ohne elektronische Verstärkung. Grandios die Sopran-Primadonna Giovanna Casolla, die über 500-mal in ihrer Paraderolle glänzte. Als Titelheldin lässt sie in Angelo Bertinis "Turandot"-Inszenierung in China-Optik mit 100 Mitwirkenden Männerköpfe rollen - bis zum Happy-End mit Kalaf alias Rubens Pelizzari. Der Prachttenor schmettert in Puccinis letzter Oper mit Bravour das "Vincerò" der Arie "Nessun dorma" in den Sternenhimmel.

Ebenso intensiv, herzergreifend, aber sehr puristisch, ohne Kitschgefahr überzeugte mit japanischen Attributen und historisierenden Kostümen heuer auch die Inszenierung der "Madama Butterfly", die Silvana Froli in verkörpert. Es wird geliebt, getäuscht, gelitten und gestorben. Ganz im Sinne Puccinis: Schließlich wollte der Maestro "die Welt zum Weinen bringen".

Das Puccini-Festival in Torre del Lago bietet intensive Inszenierungen und tolle Stimmen
Giovanna Casolla (Mitte) und Rubens Pelizzari (rechts) in Angelo Bertinis "Turandot"-Inszenierung beim Puccini-Festival in Torre del Lago. Foto: Christa Kanand

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03.09.2015, 12:00 Uhr
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