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Testfahrt

Das Problem mit den Wegweisern

Auf der Tour von Echterdingen ins Zentrum von Stuttgart fühlen sich ortsfremde Radfahrer, als seien sie auf den Spuren von Odysseus. Die Beschilderung ist mehr als mangelhaft.

14.09.2017
  • RAIMUND WEIBLE

Leinfelden-Echterdingen. Ein verheißungsvoller Start: Die Tour von Echterdingen nach Stuttgart beginnt in der Bonländer Straße, der Verbindung zwischen dem Stadtteil Stetten und Echterdingen. Die Bonländer Straße macht 200 Meter nach Ortsbeginn eine Linkskurve, geradeaus verläuft die Christophstraße in Richtung Stephanuskirche. Und genau am Beginn dieser ruhigen Straße steht ein Radwegweiser mit der Aufschrift „Stuttgart, Leinfelden, Echterdingen-Ortsmitte“.

Das nährt die Hoffnung, als ob es ein Leichtes wäre selbst für den Ortsfremden, sein Ziel Stuttgart anstandslos zu erreichen. Doch zu früh gefreut. Schon ein paar hundert Meter weiter, die Echterdinger Stephanuskirche ist in Sicht, kommt die erste Enttäuschung. Auf dem Schild an der Kreuzung Christoph-/Gartenstraße fehlt eine Richtungsangabe nach Stuttgart. Nur Musberg und Leinfelden werden genannt, wer dort hin möchte, soll links abbiegen, wer nach Neuhausen auf den Fildern will, soll rechts abbiegen. Wir entscheiden uns für Leinfelden, passieren die Echterdinger Bank und erreichen die Hauptstraße. Dort ist freilich kein Radwegschild zu sehen.

Intuitiv folgen wir der Leinfelder Straße, wo der Radweg auf einem Begleitweg verläuft. Und wieder kommt ein Schild. Das freilich ist überklebt und übermalt, eine vernünftige Information liefert es nicht. Eine Radlerin, die des Weges kommt, meint, besser wäre es gewesen, über den Flughafen zu fahren: „Es führen viele Wege nach Stuttgart.“

Also wieder rein nach Echterdingen. Am S-Bahnhof findet sich tatsächlich ein Hinweis auf die Stuttgarter Stadtbezirke Möhringen, Plieningen und Fasanenhof. Wir unterqueren die B 27, danach die A 8, lassen die S 21-Tunnel-Baustelle rechts liegen und erreichen die Stadtbahnstation Schelmenwasen. Dann geht wieder die Suche nach einem Radwegweiser los. Vorbei geht es an der EnBW-City und rasch ist die Stadtbahn-Station Landhaus erreicht.

Jetzt wäre es schön, einen direkten Weg nach Degerloch zu finden. Doch der Radweg führt quer durch Möhringen und wir landen am idyllischen Riedsee am Ortsausgang von Möhringen. Ein schöner Weg führt entlang der Stadtbahnstrecke über die Flur nach Sonnenberg, wo am Ortseingang Degerloch angeschrieben ist. An der Haltestelle Peregrinastraße dann der Wechsel auf die andere Seite der Stadtbahnlinie.Wir atmen auf, als wir an der Kreuzung Felix-Dahn-Straße und Karl-Pfaff-Straße das Schild mit der Aufschrift „Stuttgart-Zentrum 3,5 Kilometer“ entdecken.

Wir folgen ihm, landen allerdings im Wald oberhalb der Weinsteige. Wieder reagieren wir inutitiv, queren nach einem Treppenabstieg die Neue Weinsteige und sausen die steile Alte Weinsteige hinunter – eine Prüfung für unsere Bremsen. Vorbei an Vincent Klinks „Wielandshöhe“ ist es schließlich ein Leichtes, den Marienplatz zu finden.

Allerdings haben wir das Gefühl, eine Odyssee überstanden zu haben. Die Wege waren nicht immer so schlecht, aber die Beschilderung erwies sich als mangelhaft. Wieder beschleicht einen der Eindruck, der sich Radfahrern oft aufdrängt: Nämlich der, dass diejenigen, die die Schilder anbringen, selbst die Strecke nicht absolvieren und sie auch nicht von einem Ortsunkundigen testen lassen. Und es lässt uns vermuten, dass es im Gebiet zwischen Leinfelden-Echterdingen und Stuttgart gar nicht im Interesse der Verkehrsplaner ist, eine schöne Route auszuschildern. Die Leute sollen besser die Stadtbahn nutzen.

Mit der „Zacke“ zurück

Und in der Tat: Wären wir von Echterdingen mit Bus und Bahn in den Stuttgarter Kessel gefahren, wir hätten einen Bruchteil der Zeit gebraucht, die wir mit dem Rad benötigten.

Auf dem Rückweg machen wir es uns bequem: Anstatt die Steilstrecke hochzustrampeln, lösen wir jeweils ein Erwachsenen-Ticket und ein Kinder-Ticket für das Rad, verstauen den Drahtesel auf der „Zacke“, der berühmten Stuttgarter Zahnradbahn, und erreichen nach zehn Minuten wieder Degerloch. Die Fahrt war schon wegen der Aussicht eine tolle Sache und ein kleiner Ausgleich für das Leiden auf dem Hinweg.

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14.09.2017, 06:00 Uhr
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