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Premiere vor der Uraufführung

Das Loretto-Fest bot wieder vieles – aber kein schönes Wetter

Das Loretto-Fest ist ein sehr schönes Fest. Das haben dieses Jahr aber zu wenig Leute mitbekommen: Das Wetterpech ist den Veranstaltern treu geblieben.

14.09.2014

Von WOLFGANG ALBERS

Tübingen. Im vergangenen Jahr schüttete und gewitterte es so heftig, dass das Fest abgebrochen werden musste. Dieses Mal gab es fast das volle Programm vom traditionellen Start, dem Staffellauf der Kinder um einen Häuserblock, bis zum nächtlichen Abräumer, der Zambaioni Feuershow. Aber: Es war so nass und kühl, dass Gerhard Wever sich wehmütig an Loretto-Feste erinnerte, als sich die Massen über den Loretto-Platz schoben.

Dass hätte den Vorsitzenden des Vereins Lorettina auch in diesem Jahr gefreut – nicht nur als Bestätigung für das 15-köpfige Vorbereitungsteam und die über 50 Helfer, sondern auch im Hinblick auf die Vereins-Finanzen: Hilft doch ein gutes Ergebnis beim Loretto-Fest das ganzjährige Veranstaltungsprogramm des Vereins zu finanzieren, der den Loretto-Bewohnern etliche Angebote vom Winterkino bis zu Wanderungen bietet.

Ein bisschen Downsizing war aber gewollt. In den letzten Jahren hatte sich das Stadtteilfest zu einem veritablen Stadtfest entwickelt. Diesmal hatte man das Programm verkleinert und sich auch mit der Werbung zurückgehalten.

Aber trotzdem ein interessantes Programm zusammengestellt – weil die Loretto-Leute entweder selber etwa in Bands aktiv sind oder die Kontakte haben. Sogar eine LTT-Premiere war dabei, noch vor der Uraufführung im LTT: Einige Ausschnitte aus „Moglis Dschungel“, frei nach dem Kipling-Klassiker, gab es am Samstag auf der Loretto-Bühne vorab. Und da spielten auch etliche Gruppen auf – unverdrossen, auch wenn der Regen die Bänke davor komplett freigespült hatte.

Das Loretto-Fest ist für viele Institutionen in der Nachbarschaft eine Art Schaufenster. Die Freie evangelische Gemeinde bewirtete mit Kaffee und Kuchen und drückte Vorbeischlendernden Einladungen zum Familiengottesdienst in die Hand. Und vor dem Stand der Martin-Bonhoeffer-Häuser musste man anstehen: Kinderschminken ist immer eine Attraktion.

Es gab auch Newcomer. Das Biosphärengebiet Alb gibt es schon lange, aber erstmals war das Nabu-Biosphärenmobil in Tübingen. Das Team hatte viel Naturkundliches dabei, etwa Schädel vom Dachs bis zum Biber. Die Natur-Pädagogin Brigitte Spiegler ist vom Versuch in Tübingen sehr angetan: „Die Leute waren alle auffällig interessiert.“

Einen kurzen Weg hatte Hendrik Hauß. Er war von der Alexanderstraße herüber gekommen und hatte Unterschriftenlisten ausgelegt. „Tempo 27 für die B 27“ fordern die Anwohner. Und noch einiges anderes, das die extreme Verkehrsbelastung mildern soll wie etwa mehr und sicherere Fußgänger-Übergänge. Mit seiner Ausbeute ist Hendrik Hauß zufrieden: „Drei Listen habe ich schon voll.“

Ein anderes Tübinger Dauerthema ist der Wohnungsmarkt. An einen Gemeinschaftsstand warben das Wohnprojekt Huberstraße und das Vier-Häuser-Projekt für ihre Form des Gemeinschaftseigentums – und um private Finanziers. Durchaus erfolgreich, sagt Marjam Kashefipour: „Gerade eben kam ein älterer Mann vorbei und sagte, er überlege sich nun, seinen ersten Direktkredit zu geben.“

Dafür warb der Info-Stand mit vielen Argumenten. Aufmerksamkeit kann aber auch über den Magen gehen. Deshalb stand ein Pavillon weiter Cathy Hrusa an der Crêpe-Pfanne. Die Französin, die schon lange in Tübingen lebt, hatte eigens aus ihrer Heimat Maronen mitgebracht für ihre Crêpes. Und lockte damit Leute an den Stand des Vereins zur Verleihung des Lilli-Zapf-Jugendpreises.

Der ist zwar in Tübingen durchaus etabliert – und muss doch ständig für sein Anliegen werben. Denn die Erinnerung an Lilli Zapf, die als erste der Geschichte und der Ermordung der Tübinger Juden nachgegangen ist, verblasst, spürt der Vereinsvorsitzende Carsten Kauth: „Wir wollen noch mehr informieren, um Lilli Zapf bekannt zu machen.“ Auf dem Loretto-Fest tat der Verein übrigens dies an einem überaus passenden Ort: an der Lilli-Zapf-Straße.

Auch das gab es auf dem Loretto-Fest: die NoStyle-Selbstverteidigung – vorgeführt vom Zentrum Kidojo. Bild: Faden

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Erstellt:
14. September 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
14. September 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. September 2014, 12:00 Uhr

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