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Familie

Das Leid der Trennungsväter

Ministerin Katarina Barley will die gemeinsame Erziehung erleichtern – auch nach dem Ende der Partnerschaft.

20.09.2017
  • MICHAEL GABEL

Berlin. Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) will Trennungsväter stärker unterstützen und sie rechtlich besserstellen. Dazu will die Ministerin am Mittwoch ein Konzept vorstellen.

Die Grünen sehen die Vorschläge kritisch. Die familienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Franziska Brantner, kritisierte die Vorschläge zur Steuerentlastung als „Benachteiligung für Geringverdiener“. Lob kommt dagegen vom Bundesforum Männer, das sich für mehr Väterrechte einsetzt. Nach Barleys Vorstellungen sollen Trennungsväter, die sich um die Kinder kümmern, steuerlich bessergestellt werden als bisher. Außerdem sollen Eltern vor einer Scheidung zu Beratungsgesprächen verpflichtet werden.

Trennung, Scheidung – beides empfinden Väter, Mütter und vor allem Kinder oft als Katastrophe. Benachteiligt fühlen sich in vielen Fällen Männer, die Unterhalt für die bei der Mutter lebenden Kinder zahlen müssen. Darauf hat Barley jetzt mit ihrem Konzept reagiert. Das Privileg der steuerlichen Entlastung stand bisher nur dem Elternteil zu, der das Kindergeld bezieht, in der Regel der Mutter. Barley will nun ab einem Betreuungsanteil von einem Drittel auch den zweiten Elternteil besserstellen. Für Hartz-IV-Empfänger soll ein „Erziehungsmehrbedarf“ gezahlt werden. Für die Kosten der Mediationen soll laut Barley der Staat aufkommen. Insgesamt veranschlagt die Ministerin für die Reform einen Betrag von 270 bis 310 Millionen Euro. Sie nennt die Zahl von rund 200 000 Kindern, die Jahr für Jahr von der Trennung ihrer Eltern betroffen sind.

Zustimmung von Verbänden

Der Vorschlag zur verpflichtenden Beratung stößt bei Fachverbänden auf Zustimmung. „Bislang ist oft der erste Brief, den Männer nach einer eingereichten Scheidung bekommen, ein scharf formuliertes juristisches Schreiben vom Amt“, sagte der Geschäftsführer des Bundesforums Männer, Dag Schölper, dieser Zeitung. „Viel besser wäre es, wenn getrennt lebende Eltern veranlasst würden, sich professionell beraten zu lassen. Insofern begrüßen wir den Vorschlag der Ministerin sehr.“ Auch die steuerliche Entlastung sei ein Schritt in die richtige Richtung. „Die Erleichterung bei vielen Vätern wäre sicherlich groß, wenn sich da etwas bewegen würde.“

Die familienpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Franziska Brantner, findet es ebenfalls „wichtig, wenn sich Eltern im Fall einer Trennung der Beratung stellen“. Sie wendet sich zwar gegen die Nachteile für Geringverdiener, unterstützt aber den Vorschlag, dass geschiedene oder getrennt lebende Väter finanziell bessergestellt werden, wenn sie sich um die Kindererziehung kümmern. „Und zwar nicht nur bei einem Wechselmodell von 50 zu 50, wie das bisher der Fall ist“. Michael Gabel

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20.09.2017, 06:00 Uhr
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