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Französische Filmtage: Zum Start eine Familie mieten

Das Festival-Team hat in diesem Jahr viele politische Filme ausgesucht

Der Affe ist wieder in der Stadt. Und immer wenn er auftaucht, sind auch die französischen Filme nicht weit. Nächste Woche Mittwoch beginnen die 32. Französischen Filmtage. Sie versprechen diesmal politischer zu werden als in den vergangenen Jahren.

29.10.2015
  • Ulla Steuernagel

Tübingen. Festivalleiter Christopher Buchholz freut sich sehr über das diesjährige Programm – auf es allerdings weniger, denn er wird während des Festivals wieder gut beschäftigt sein. „Da renne ich vor allem herum“, sagt der Deutsch-Franzose.

Zusammen mit Programm-Manager Hasan Ugur hat er vorweg 500 Filme gesichtet und die besten auch bekommen. Die Auswahl war groß in diesem Jahr. „Wenn die Röcke kurz sind, dann geht‘s der Wirtschaft schlecht“, sagt Ugur. Auf die Filmtage übertragen bedeutet es: „Frankreich geht es eher schlecht, aber die Filme sind gut.“

27 Deutschland-Premieren wird es diesmal geben. Neun Filme junger Filmemacher/innen treten im Wettbewerb um den von Kinobetreiber Volker Lamm gestifteten Filmtagepreis gegeneinander an. Lamm, der vor Kurzem verstorben ist, stiftete auch den Publikumspreis und den Jugendjury-Preis. Mit 20 000 Euro wird außerdem der Verleihförderpreis ausgelobt und in diesem Jahr gibt es erstmals einen Drehbuchpreis (1000 Euro).

Mit Neuigkeiten wartet das Festival in jedem Jahr auf. So wurde das Festival-TV-Team aufgestockt. Es schickte nicht nur seine Reporter nach Paris, sondern ist auch in den sozialen Netzwerken hochaktiv und produziert live. Wie live man mittlerweile ist, demonstrierte einer der beiden Reporter bei der Pressekonferenz im SWR-Studio. Er stieg geradezu aus dem Bildschirm. Oliver Lichtwald vom Medienzentrum erinnerte sich dabei daran, wie man vor 17 Jahren „noch mit schweren Betacam-Kameras“ unterwegs war.

Komödie gegen die Einsamkeit

Von der schönen Eröffnungsroutine werden die Filmtage in diesem Jahr auch deshalb abweichen, weil die langjährige Festival-Chefin Stefanie Schneider nicht mehr moderieren wird. Wie das neue Konzept aussieht, werde noch nicht verraten. Buchholz und Pressefrau Andrea Bachmann plauderten nur aus, dass sie die Begrüßung gemeinsam übernehmen werden.

Eröffnungsfilm ist in diesem Jahr die Komödie „Une famille à louer“ („Eine Familie zu vermieten“): Reicher einsamer Mann kauft sich für drei Monate in das turbulente Familienleben um eine sehr ansehnliche alleinerziehende Mutter ein. Prognose: Der Mann könnte seine Einsamkeit verlieren. Der belgische Regisseur Jean-Pierre Améris, der 2014 mit seinem Film über die taubblinde „Marie Heurtin“ den Verleihförderpreis gewann, wird zur Eröffnung kommen.

Unter den Gästen wird in diesem Jahr auch der Regisseur Philippe Faucon sein, dem eine Retrospektive gewidmet ist. In seinem jüngsten Film „Fatima“ beginnt eine algerische Frau, die sich mit Putzen durchschlägt, Gedichte auf Arabisch zu schreiben. Faucons Filme zeigen ehrlich und ohne Sozialromantik die Geschichten von Migranten, zum Beispiel wie in „Désintégration“ (2011) die Indoktrinierung am Beispiel eines jungen Arabers funktioniert.

Die Filmtage bemühen sich um eine politische „Bestandsaufnahme“ im Jahr des Attentats auf „Charlie Hebdo“. So wird es einen Themenabend über Pressefreiheit mit dem Investigativ-Journalisten Denis Robert geben und einen weiteren zum Thema Toleranz und Intoleranz.

Im afrikanischen Fokus steht diesmal Burkina Faso, das im Herbst 2014 die Blutherrschaft von Alt-Diktator Compaoré mit einem Volksaufstand beendete. Demnächst stehen im westafrikanischen Land Wahlen an.

Auch die Filmtage wollen etwas für Flüchtlinge tun und ihnen speziell zwei Programmangebote nahebringen: am Samstag, 7. November, um 13.30 mit einem Trickfilmprogramm (ohne Worte) im Museum. Auch für das Cinéconcert mit Murnaus Stummfilm „L‘Aurore“ am Donnerstag, 5. November, im Sparkassen-Carré gibt es Freikarten für Flüchtlinge.

Das Festival-Team hat in diesem Jahr viele politische Filme ausgesucht
Die Vater-Tochter-Tragikomödie „Floride“ mit Sandrine Kiberlain und Jean Rochefort gehört zu den Anwärtern auf den Publikumspreis. Verleihbild

Von Mittwoch, 4. November, bis Mittwoch, 11. November, dauert das diesjährige Festival. Spielstätten sind das Tübinger Museum, die Kinos Arsenal und Atelier, das Planie in Reutlingen das Rottenburger Waldhorn, die Lichtspiele Mössingen und das Delphi in Stuttgart. Die Einzelkarten kostet 8 Euro (Mössingen 7), ermäßigt 6,50 Euro. Der Sechserblock in Tübingen 42 Euro. Der Eintritt ins Cinéconcert am Donnerstag, 5. November, 10 Euro. Karten lassen sich unter der Filmtage-Telefonnummer 0 70 71 / 56 96 56 reservieren oder unter www.filmtage-tuebingen.de

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29.10.2015, 12:00 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
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