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Strukturen aufbauen

Das DRK informierte über ehrenamtliche Arbeit in der Ergenzinger Flüchtlingsunterkunft

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist im Auftrag des Regierungspräsidiums Tübingen Betreiber der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Ergenzingen. Zum Informationsabend des Ortsverbands kamen über 70 Interessierte in die Rettungswache.

23.10.2015
  • Dunja Bernhard

Ergenzingen. Viele der am Mittwoch Anwesenden waren schon als ehrenamtliche Helfer in der Erstaufnahmestelle dabei. Sie tauschten vor dem offiziellen Beginn des Abends an den Tischen ihre Erfahrungen aus. Rund zwanzig neue Helfer konnten gewonnen werden. Die Ehrenamtlichen kommen nicht nur aus Ergenzingen, sondern auch aus dem umliegenden Gemeinden. Voraussetzung für die Mithilfe ist ein Mindestalter von 16 Jahren.

Bisher fehle es in der Ergenzinger Erstaufnahmestelle noch an ausreichend hauptamtlichen Helfern, sagte Einsatzleiter Daniel Huber. Ein Großteil der Arbeit wird von Ehrenamtlichen gestemmt. Die Strukturen und die Logistik müssten erst aufgebaut werden.

24 Stunden nachdem sich im DRK Ergenzingen vor vier Wochen eine Flüchtlingsarbeitsgruppe gegründet hatte, erreichte sie die Nachricht, dass in Ergenzingen eine Erstaufnahmestelle eingerichtet werde, erzählte Guido Manz, der die Gruppe leitet. „Wir wurden von den Ereignissen in der ehemaligen Dräxlmaier-Halle überrollt.“ Ihre Pläne zum langsamen Aufbau der Flüchtlingsarbeit seien über den Haufen geworfen worden.

Das DRK stelle jetzt das Dach zur Verfügung, unter dem sich jeder ehrenamtlich einbringen könne. Voraussetzung sei eine Mitgliedschaft im DRK, die kostenlos sei und jederzeit wieder gekündigt werden könne, versicherte Manz. Nötig sei die Mitgliedschaft für den Versicherungsschutz.

Christina Renz, die auch Mitglied des Ortschaftsrats ist, organisiert die ehrenamtliche Arbeit des DRK in der Erstaufnahmestelle. Auch hier mussten erst die nötigen Strukturen geschaffen werden. Lief zunächst alles über E-Mail und Telefon, nutzt sie mittlerweile ein Dienstplansystem im Internet. Ehrenamtler können sich dort nach der Registrierung selbstständig in den Plan eintragen.

Dessen Einhaltung sei wichtig, betonte Renz. Wenn Helfer einfach kommen, ohne sich eingetragen zu haben, „stehen sie sich auf den Füßen herum“. An anderen Tagen fehlten sie. Jeder Helfer bekommt vom DRK ein rotes T-Shirt mit DRK-Aufdruck und einen Ausweis mit Lichtbild, der ihn als DRK-Helfer kennzeichnet. Das sei auch für die Bewohner der Erstaufnahmestelle wichtig. „Das Rote Kreuz kennt jeder“, sagte Manz.

Die Helfer kümmern sich etwa um die Kleiderkammer, um die Ausgabestelle für Hygieneartikel, um die Bedienung der Waschmaschine und die neu eingerichtete Kinderbetreuung. Diese soll jeden Tag für zwei Stunden in einem separaten Raum angeboten werden, berichtete Renz. Das Team bestehe aus drei Erzieherinnen und weiteren Helfern. Zusätzlich kommt die Mobile Kinder- und Kulturarbeit aus Rottenburg jeden Mittwoch mit dem Spielmobil vorbei.

Die in der Einrichtung angebotenen Sprachkurse werden sehr gut angenommen, sagte Renz. Es sei richtig nett, wenn ein Flüchtling auf sie zukomme und sie mit „Guten Tag, wie geht es dir?“ begrüße. Hubert Wellhäuser habe für die Flüchtlinge einen Leitfaden ausgegeben, was in Deutschland erwünscht sei und was nicht.

Die meisten bleiben drei bis fünf Tage

Um die Helfer nicht zu sehr zu strapazieren und um Strukturen vorzugeben, wurden die Öffnungszeiten der Kleiderkammer auf Montag bis Freitag begrenzt. Vorher war sie jeden Tag geöffnet. Wenn am Wochenende Busse mit Flüchtlingen ankommen, machten sie eine Ausnahme, sagte Renz.

Einsatzleiter Daniel Huber berichtete aus der Erstaufnahmestelle. Das Catering übernahm ab Donnerstag die Firma Albfood aus Haigerloch. Deren Angebot sei anders als das von U.D.O. aus Tübingen, das bisher das Essen lieferte. Neben zwei zeitlich festgesetzten Mahlzeiten (Frühstück und Mittagessen) bekommen die Flüchtlinge für das Abendessen nun Lunchpakete.

Einige Flüchtlinge verließen die Unterkunft schon nach einem Tag. Die meisten blieben drei bis fünf Tage. Für diese Zeit bekommen sie Bewohnerausweise. Holen sie sich Kleider oder Hygieneartikel bei der Ausgabestelle, wird das mit Stempeln auf der Rückseite dokumentiert. „Das soll einem Missbrauch vorbeugen.“ An die Einrichtung einer Registrierungsstelle in Ergenzingen sei nicht gedacht, sagte Huber. Es sollen jedoch Container für die Verwaltung und die ärztliche Versorgung aufgestellt werden. Sanitäre Anlagen, sie befinden sich derzeit vor der Halle, werden in der Halle installiert. Außerdem werde eine Kantine eingebaut. Das sei auch aus hygienischen Gründen nötig.

Ansteckende Krankheiten, von Schnupfen abgesehen, habe es in der Einrichtung bisher nicht gegeben, sagte Huber.

Das DRK informierte über ehrenamtliche Arbeit in der Ergenzinger Flüchtlingsunterkunft
Einiges los war am Mittwochnachmittag auf dem Gelände der Aufnahmestelle für Flüchtlinge vor der Ergenzinger Dräxlmaierhalle. Das DRK aus Kirchentellinsfurt hatte eine Hüpfburg der Kreissparkasse Tübingen aufgebaut. Kaum war alles fertig hergerichtet stürmten die Kinder in die Hüpfburg und tobten sich aus.Bild: Ruoff

Wer in der Erstaufnahmestelle in Ergenzingen ehrenamtlich mithelfen möchte, kann sich mit dem DRK per Mail an fluechtlingshilfe@drk-ergenzingen.de oder mit der Stadt Rottenburg an willkommenskultur@rottenburg.de in Verbindung setzen. Der nächste Informationsabend ist am 29. Oktober ab 20 Uhr in der DRK-Rettungswache im Brunnentalweg in Ergenzingen.

Folgende Kleiderspenden werden derzeit dringend benötigt: Für Männer: Schuhe und Socken in den Größen 39 bis 46, Unterwäsche Größe 4-6, Jacken und Hosen in S und M. Für Frauen: Unterwäsche bis Größe 42, Jacken und Leggins bis Größe 42. Für Jugendliche: Hosen, T-Shirts und Pullis in 164 und 176. Die Sachen können Dienstag, Donnerstag und Samstag von 10 bis 12 und von 18 bis 20 Uhr an der Pforte der Erstaufnahmestelle abgegeben werden.

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23.10.2015, 12:00 Uhr
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