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Schwimmen mit Stundenziel

Das DLRG-Angebot im Dettenhausener Freibad lockte viele Besucher aus dem weiteren Umkreis an

Die DLRG im Kreis bietetzwei große Publikumsveranstaltungen im Jahr – das Helloween-Schwimmen im Tübinger Nordbad und das Zwölf Stunden-Schwimmen im Dettenhausener Freibad. Letzteres fand am Samstag wieder großen Zulauf. Morgens um neun, als es losging, stiegen bereits 30 Leute ins Wasser und schwammen los, berichtete Mit-Organisatorin Heidi Grosch.

09.07.2018

Von Michael Sturm

Ob Brust oder Kraul, kurz oder lang – in Dettenhausen zog jeder seine Bahn, wie er mochte und konnte. Bild: Metz

Sie beobachtete, dass viele Kinder, die am Mittwoch-Schwimmunterricht im Bädle teilnehmen, über sich hinauswuchsen. Das galt auch für Isabell Schmid aus Kusterdingen. Die Neunjährige legte 4700 Meter zurück. Ihre Mutter Jana staunte: „So viel läuft sie nichtmal.“ Isabell setzte einen guten Plan um: „Mal ins Wasser, einen Kilometer schwimmen, mal raus, Pause machen.“ Hätte sie da nicht Lust Schwimmen als Sport im Verein zu machen? „Nee!“

Am Beckenrand und darin kam nie Hektik auf. Die eingespielten Helfer der Ortsgruppe Dettenhausen fragten ankommende Teilnehmer, ob sie sich eher als schnell oder langsam einstuften, und verteilten die Schwimmer auf die vier Bahnen von ganz links (gemütlich) bis ganz rechts (schnell) – „damit alles harmonisch abläuft“, so Christa Schiedt von der Ortsgruppe. Sie gehörte zu jenen, die am Beckenrand saßen und Strichlisten führten. Die Daten für jeden Schwimmer wurden dann in den Computer eingegeben. Zu jeder vollen Stunde wurden die aktuellen Ergebnisse verkündet.

Die Riedls aus Remmingsheim gingen es locker an. Die Eltern Anita und Bernhard hatten unabhängig von einander 2750 Meter absolviert. Tochter Susanne absolvierte 7000 Meter: „Ich hatte mir ein Stundenziel von 1500 Metern vorgenommen.“ Getränke hatten die Riedls mitgebracht. Mittags und Abends gab es am Kiosk zu essen: Wir kennen den Pächter. Der ist sehr gut“, sagte Bernhard Riedl.

Andere zeigten mehr Ehrgeiz. „Nach dem letzten Stand waren es bei mir zwölf Kilometer und ein bisschen“, sagte Andreas Dittrich. „Zehn Kilometer hatte ich mir vorgenommen – es lief ganz gut.“ Der 57-Jährige gehörte zur Kategorie Dauerschwimmer. „Die haben ihren eigenen Takt, eine eigene Strategie. Sie schwimmen meist stundenweise“, beschrieb Heidi Grosch, die ihren Arbeitskollegen Andreas Dittrich erst auf das Zwölf-Stunden-Schwimmen aufmerksam gemacht hatte.

Dittrich sagte, er schwimme um die hundert Kilometer pro Sommer – vor der Arbeit oder abends. Er gehörte zu denjenigen, die bereits ab neun Uhr morgens durchs Wasser pflügten. „Nach einer Stunde bin ich nochmal nach Hause und habe das zweite Frühstück eingenommen“, so der Mann aus Weil im Schönbuch. Kurz nach elf nahm er den Faden wieder auf. Taktik: 40 Minuten schwimmen, 20 Minuten Pause. Ein bisschen bewegen, die Muskeln auslockern, etwas Gymnastik. Er hatte etwas zu Lesen dabei und Musik. Zwischendrin verpflegte er sich am Kiosk. „Eine klassische Sportlermahlzeit, Curry mit Pommes“, so Dittrich.

Dennoch gehörte der Mann aus Weil im Schönbuch zu denjenigen, die einen gesunden Ehrgeiz an den Tag legten. Er gab zu, die Konkurrenz zu beobachten: „Ich liege den ganzen Tag schon auf dem zweiten Platz.“ Blick nach hinten: „Wenn der Verfolger im Wasser ist, muss man auch hinein.“ Zu jenem Zeitpunkt am frühen Abend war die Spannung jedoch schon raus: „Platz drei liegt schon entspannt auf der Liege. Den Ersten erwische ich nicht mehr. Ich kann es entspannt ausklingen lassen.“

Die Dettenhausenerin Grit Rist war gut die Hälfte der Zeit auf dem Areal – sprang aber nicht ins Wasser, „weil es dieses Jahr keine Mamigruppe des VfL Dettenhausen gab“, so die augenzwinkernde Begründung. Andererseits hielt sie der jüngere Sohn auf Trab, während die ältere Tochter ihre Bahnen zog. Da schaute Grit Rist gerne zu: „Ich will ja sehen, was mein Kind kann.“

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Erstellt:
9. Juli 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
9. Juli 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2018, 01:00 Uhr

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