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Darwin rocks! - mit Video und Computerspiel Evolution hautnah erleben

Professor Nico Michiels von der Uni Tübingen hat gemeinsam mit Studenten das Projekt "Darwin rocks!" ins Leben gerufen. Mit Video-Clip und Computerspiel soll für jedermann die Evolutionstheorie von Charles Darwin verständlich werden.

03.04.2009
  • Ira Knabbe

Mehr oder weniger lang ist er her, der Biologieunterricht in der Schule. Was hat nochmal Charles Darwin zur Evolution gesagt? Nur die Besten kommen weiter. Die Langsamen, Ungeschickten und weniger Hübschen bleiben seit 14 Milliarden Jahren auf der Strecke.

„Stimmt nicht ganz“, sagt Evolutionsökologe Professor Nico Michiels von der Uni Tübingen – und widmet sich gemeinsam mit Studenten im Projekt „Darwin rocks!“ einem ganz anderen Aspekt der vielzitierten Theorie: der Liebe.

Ohne sie, so die Forschergruppe, gäbe es keine Fortpflanzung. Und ohne Fortpflanzung keine Evolution: „Wenn ich vor lauter Erfolgsstreben und Arbeit schlichtweg vergesse, Nachkommen zu zeugen, stirbt meine Spezies aus“, so Michiels. „Überlieben“ anstatt überleben also.

So lautet auch der Titel eines Musikvideos, das die Gruppe gedreht hat. Es illustriert einen Song, den die Tübinger mit einem eigens entwickelten Computerprogramm generiert haben. Dabei stand am Anfang ein Ursound. Studenten der Filmakademie HFF in München drehten unter anderem in Tübinger Uni-Laboren, Musiker der Pop-Akademie Mannheim saßen an den Mischpulten.

Der heimliche Star ist jedoch Hansjürgen Dahmen. Der emeritierte Physiker der Uni Tübingen schlüpft im Video in die Rolle von Charles Darwin – nicht zuletzt, weil er ihm wegen seines Rauschebarts recht ähnlich sieht. Studenten hatten ihn spontan in der Mensa gefragt, ob er nicht Lust hätte, ihnen mit einem Auftritt zu helfen. „Ich wusste da gar nicht so genau, um was es im Video eigentlich gehen soll“, sagt Dahmen, „aber da ich keinen Text sprechen musste, war es egal.“

Am Computer kann der Spieler live bei der Musik-Evolution dabei sein. Aus beliebigen Anfangstönen entwickeln sich einzelne kleine Musikstücke. Im Lauf des Spiels vermehren diese sich, vererben Eigenschaften wie Tonart und Instrumente. Auch mutieren die Liedhäppchen nach dem Zufallsprinzip.

Der Spieler entscheidet, welche Musik ihm gefällt und welche nicht. Entsprechend dieser Wertung vermehren sich die Stücke stark oder schwach. Egal, ob am Ende ein Jazz- oder Rocksong entstanden ist – „sein“ Lied kann sich der Spieler als individuellen Handy-Klingelton herunterladen.

Die Volkswagen-Stiftung fand diese Kombination von Video und PC-Spiel so anschaulich, dass sie im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Evolution heute“ das Projekt mit 100.000 Euro förderte.

„Anfangs dachte ich, da kommt nur Murks oder ein Kinderlied raus“, erinnert sich Alexander Scholz von der Pop-Akademie. „Doch es klang erstaunlich gut.“ Und Doktorandin Suska Sahm fasst zusammen: „Wir haben uns überlegt, was fast jeden zwischen 15 und 35 interessiert: Musik!“ Sie hofft, dass „Darwin rocks!“ vielen Menschen die Bedeutung der Evolutionstheorie im eigenen Leben klar macht.

Charles Darwin wäre dieses Jahr 200 geworden. In seinem Leben gab es keine Computer oder Video-Clips. Doch der Brite erkannte trotzdem im 19. Jahrhundert, wovon die Beatles noch 1967 singen sollten: All you need is love.

Das Computer-Spiel und weitere Hintergrund-Informationen gibt es auf www.darwinrocks.de

Darwin rocks! - mit Video und Computerspiel Evolution hautnah erleben

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03.04.2009, 12:00 Uhr
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