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Der Horrorladen ist geöffnet

Damien Deroubaix in der Villa Merkel

Heavy Metal und apokalyptische Horrorbilder: Damien Deroubaix bereitet uns gruselig schöne Stunden in der Villa Merkel in Esslingen.

22.12.2009
  • BURKHARD MEIER-GROLMAN

Esslingen Keine Angst, der Bildungsrucksack muss nicht prall gefüllt sein, etliche Kenntnisse in Kunst- und Kulturgeschichte genügen, und schon hat man freien Eintritt in die Bildwelten des 1972 in Lille geborenen Damien Deroubaix. Der Franzose lebt und arbeitet in Berlin, und so finden sich auf seinen gruselig schönen Horrorszenarien auch Verweise auf deutsche Vergangenheit, KZ-Wachtürme, Stacheldrahtzäune, Panzerkanonen und Hakenkreuze. Holbeins Knochenmänner klappern mit ihren Extremitäten, auch andere Zitate aus dem germanischen Dunstkreis finden sich reichlich, denn auf dem künstlerischen Stammbaum von Deroubaix stehen so illustre Namen wie Otto Dix, Max Beckmann und Martin Kippenberger.

Deroubaix nutzt alle Techniken, um seine schwarz getönten Sittengemälde auf Papier zu bringen, er zeigt sich als talentierter Holzschnitt-Fertiger, aber zuerst kommen immer seine übergroßen Bild-Collagen. Mit Tusche, Aquarell und Acryl pinselt er seine ureigene Apokalypse aufs Büttenpapier, wie Stempel drückt er seine Zitatstücke auf den Untergrund, Fledermäuse, aufgeknüpfte Katzenkörper, vielbrüstige Frauentorsi mit und ohne Kopf, Tierschädel, Sensenmänner, Sado-Maso-Masken.

Skelettmonster blasen dabei jede Menge Sprechblasen in die Luft, Money, Yeah, Shit, Plague und Porcherie. Wenn schon Comicanleihen, sagt sich Deroubaix, dann gut gespickt mit Kapitalismuskritik und Weltuntergangsverkündung. Statt Asterix-Abenteuer also die Giftkatastrophe von Bophal, tote Vögel fallen vom Himmel und die Muttermilch entpuppt sich als tödliche Giftbrühe.

Deroubaix arbeitet auch schon mal im Raum, in Esslingen präsentiert er Messiah, einen zimmerfüllenden weißen Hai, im Foyer der Villa Merkel hängt er schwarze mit Totenköpfen bemalte Luftballons an ein Holzgestell und huldigt mit Musikvideos seinen Lieblingsbands aus der Rock- und Punkszene.

So exzentrisch und gewalttätig sich die Kunstwelt des Damien Deroubaix auch auf den ersten Blick gebärden mag, so friedlich und harmonisch nimmt sie sich aus, wenn man sich einmal ein Einzelwerk vornimmt, etwa "Die Nacht". Da ist alles so auf Stimmigkeit durchkomponiert, dass selbst das aus dem Haimaul fließende Blut zu einem harmlos wirkenden Stillleben gefriert. Das vom Künstler anvisierte Inferno mutiert hier zur gefälligen dekorativen Pose.

Info

Damien Deroubaix, "Die Nacht", bis 31. Januar 2010 in der Villa Merkel in Esslingen: Di 11-20 Uhr, Mi-So 11-18 Uhr.

Damien Deroubaix in der Villa Merkel
Den weißen Hai "Messiah" hat der französische Künstler Damien Deroubaix in der Esslinger Villa Merkel aufs Trockene gebracht. Foto: Gerda Meier-Grolman

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22.12.2009, 12:00 Uhr
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