Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Dämpfer für die starke Frau der SPD
Wirklich nur 66 Prozent? Andrea Nahles nach der Wahl. Foto: Boris Roessler/dpa Foto: Boris Roessler/dpa
Parteien

Dämpfer für die starke Frau der SPD

Andrea Nahles ist Widerstand gewohnt. Doch 66 Prozent Zustimmung sind der neuen Chefin zu wenig. Für die Reform der Sozialdemokraten stellt sie das Thema Solidarität ins Zentrum.

23.04.2018
  • MATHIAS PUDDIG

Wiesbaden. Ohne Nahles-Moment geht es dann doch nicht. Als die neue SPD-Chefin – zu diesem Zeitpunkt noch Kandidatin – davon spricht, dass mit ihrer Wahl oder der ihrer Gegenkandidatin Simone Lange zum ersten Mal eine Frau die Sozialdemokraten führt, ist er da. „Vorsitzendeeeeee der Es-Pe-De“, sagt sie und zieht die letzte Silbe in die Länge, als hätte irgendjemand im Saal noch nicht die historische Bedeutung dieser Wahl verstanden. „Heute wird hier die gläserne Decke in der SPD und für die SPD durchbrochen“, jubelt Nahles. „Und sie bleibt es!“

Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses, jubelt sie nicht mehr. Andrea Nahles ist zwar SPD-Chefin. Allerdings hat ein Drittel der Delegierten des Wiesbadener Parteitags ihr die Zustimmung verweigert. Diesen Widerstand kennt sie schon. Auch als sie 2009 und 2013 zur Generalsekretärin gewählt wurde, schaffte sie es nicht über die 70-Prozent-Marke. Diesmal aber hieß es vorher, dass 70 oder gar 75 Prozent schon drin sein sollten.

Die Skepsis bleibt

Dass ihr Ergebnis alles andere als hervorragend ist – an der Rede, bei der sie in die Vollen geht, hat es nicht gelegen. An mangelnder Geschlossenheit auch nicht: Nicht einer aus der SPD-Spitze ist ausgeschert. Alle warben für Nahles. Der Umgang mit Simone Lange wirkte dabei nicht immer souverän: Nach ihrer Bewerbungsrede raffen sich einige Delegierte nicht einmal zu einem Höflichkeitsapplaus auf. Lange hat sich davon nicht beirren lassen. Die Flensburger Oberbürgermeisterin behauptet fast schon trotzig: „Mich zu wählen, bedeutet Mut.“ Nur was diesen Mut ausmacht, lässt sie im Ungefähren.

Nahles will diese Schwäche nutzen. Als sie auf die Bundestagswahl zu sprechen kommt, wird sie leise und nachdenklich: „Das Ziel zu benennen, aber den Weg im Vagen zu lassen, führt zwangsläufig dazu, dass die Menschen uns nicht vertrauen“, analysiert sie und skizziert ein Programm, das sich um das Schlüsselwort „Solidarität“ dreht. Sie wirbt für eine Sozialstaatsreform und für einen neuen Umgang mit dem Instrument Hartz IV: „Wenn wir sagen, wir schaffen Hartz IV ab, haben wir noch nicht eine einzige Frage beantwortet. Wir brauchen gute Konzepte und konkrete Taten!“

Die Skeptiker überzeugt das offensichtlich nicht. Zu groß sind Unruhe und Verunsicherung, zu fest sitzt der Eindruck, dass Nahles für ein „Weiter so“ steht. Die 47-Jährige versucht, das offensiv einzufangen. „Ich bin nicht neu. Ich kenne diese Partei“, sagt sie fast schon kanzlerinnenhaft. An Merkel erinnert schließlich auch Nahles' „Wir packen das.“ Angesichts des Wahlergebnisses dürfte dieser Vergleich jedoch verfrüht sein. Mathias Puddig

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

23.04.2018, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular