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Dicke Dübel im Schlafzimmer

Dachdecker buhlen schlüpfrig um Nachwuchs

Mit einem schlüpfrigen Spot gehen Oberschwabens Dachdecker auf Nachwuchs-Fang. "Unterste Schublade", urteilt der Deutsche Werberat.

26.11.2011

Von RAIMUND WEIBLE

Ravensburg Der Spot ist ein Renner. Das Videoportal "Youtube" zählte bis gestern 96000 Aufrufe zu "Dingdong", die "Chilloutzone" kam immerhin auf 29000. "Genialer Clip", kommentiert einer der Betrachter den 71-Sekunden-Streifen, ein anderer meint: "Werbung für Doofe."

Der Werbespot stammt von der Dachdeckerinnung Oberschwaben. Die Handwerker fanden es an der Zeit, sich im Internet als coole Branche zu präsentieren, um attraktiv für den Nachwuchs zu sein. Und so gaben sie bei der Frey Film GmbH in Ravensburg den Streifen in Auftrag. Die Filmer lassen zwei lässige Dachdecker an der Haustür klingeln, eine junge Frau macht auf, der eine sagt: "Wir haben gehört, hier gibt es eine feuchte Stelle." Auf Nachfrage der Dame, was er damit meine, antwortet der andere: "Naja, ein feuchtes Loch, das dringend gestopft werden soll." So geht das weiter. Die Handwerker kündigen an, mit dem "richtigen Werkzeug" zu arbeiten, mit "massiven Latten" und "dicken Dübeln". Und grundsätzlich, feixen sie, fingen sie mit der Arbeit immer im Schlafzimmer an.

Obermeister Michael Braunwarth findet nichts Anstößiges an dem Spot. Keine nackte Haut sei in dem Streifen zu sehen und Gewalt erst recht nicht. Alles ganz harmlos, null Sexismus? Das sahen einige Betrachter anders und beschwerten sich beim Werberat in Berlin. Das Organ zur Selbstdisziplinierung der Werbewirtschaft forderte eine Stellungnahme der Innung an.

Die 13 Mitglieder des Gremiums prüften und sahen danach von einer Beanstandung ab. Der Spot sei nicht geeignet, Frauen zu diskriminieren, fand Sprecher Volker Nickel. Aber er ließ durchblicken, dass der Werberat das Filmchen sehr kritisch sieht. Nickel spricht von einem "niveaulosen Handlungsstrang - "erkennbar unterste Schublade". Männer würden in dem Streifen ziemlich dämlich dargestellt. Er bezweifelt, dass sich die Dachdecker damit einen Gefallen tun.

Braunwarth sieht trotz dieser Schelte keinen Anlass, den Spot von der Internetseite seiner Innung zu nehmen. Im Gegenteil. Man wolle jetzt den Streifen noch wirken lassen, "bis wir den zweiten haben". "Wir legen nach", verspricht der Obermeister.

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Erstellt:
26. November 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
26. November 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. November 2011, 12:00 Uhr

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