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Über den Versuch im Neckarparkhaus zu parken

Da sieht man den Parkplatz vor lauter Autos nicht mehr

Schon mal zwischen 17 und 18 Uhr versucht, kurz ins Tübinger Neckarparkhaus zu fahren oder aus diesem wieder heraus zu kommen? Es ist ihnen gelungen? Gratulation, Sie scheinen ziemlich viel Glück oder sehr starke Nerven zu haben.

26.06.2017

Von Kathrin Kammerer

Neulich, als ich von einem Termin zurück zur Redaktion fuhr, reichte die Autoschlange schon fast bis zur Ampel an der Friedrichstraße. Auf der Gegenspur, also die Wöhrdstraße verlassend, mussten alle Autofahrer einen stehengebliebenen Kastenwagen umfahren, der den Weg blockierte. Der Verkehr aus dem Parkhaus konnte nur erschwert abrollen – noch erschwerter, als es die minimalistische Ampelphase dort schon im Normalzustand überhaupt erlaubt.

Nach 10 Minuten hatte ich die Auffahrt zum Parkhaus erreicht. Geschafft? Nein. Aber ich war immerhin in der erfrischenden Kühle des Parkhaus-Inneren angelangt. Im Fünfminutentakt ging’s nun jeweils eine Autolänge voran. „Na da stehen Sie jetzt erstmal eine Weile“, prophezeite mir ein Mann noch auf dem ersten Parkdeck düster durch das offene Fenster. Er sollte Recht behalt.

Nach weiteren 15 Minuten des gefühlten Stillstands wurden die ersten Autofahrer vor und hinter mir nervös. Gehupe. An wen das ging? Ja, wer war in diesem Stau eigentlich der Schuldige? Das wusste niemand so recht, das konnte auch niemand erkennen. Bewegung kam durch den lärmend ausgedrückten Unmut jedenfalls keine in die stillstehende Autokarawane, die sich mittlerweile über mehrere Parkdecks verteilte. Ein nervöser Angestellter des Parkhauses rannte die Auffahrt auf und ab. Wer aus- und wer einparken wollte, war nicht mehr ersichtlich, an die vorgeschriebenen Fahrwege hielten sich auch nur noch die wenigsten. Niemand konnte den Stauverursacher ausmachen, alle schauten irgendwie geschäftig nach vorne und nach hinten, die ersten stiegen aus.

„Ich habe jetzt die Polizei angerufen“, teilte mir die Frau mit, die aus dem Auto vor mir kam. „Die sollen sich um den liegen gebliebenen Wagen draußen kümmern!“ Ob der der Auslöser des Staus war? Zwei junge Männer, die ausparken wollten, aufgrund der Autoschlange aber absolut keinen Platz dazu hatten, nahmen’s lockerer: Der eine zauberte zwei Speziflaschen aus dem Auto hervor, der andere ein Päckchen Zigaretten aus seiner Hosentasche. Dann setzen sie sich auf den Boden und beobachteten, wie die anderen Autofahrer zunehmend ungeduldig wurden.

Ein paar Autos vor mir stieg eine Frau aus, stampfte wutentbrannt ein Parkdeck höher und kam bald darauf wieder zurück. Die Autoschlange bewegte sich nicht weiter. Erneuter Auftritt der Polizei-Verständigerin: „Also das gibt’s doch nicht, ich lass mein Auto jetzt gleich einfach stehen.“ Bloß nicht!

Ich versuchte nun, auf einem eben erspähten, frei gewordenen Parkplatz einzuparken. Was leider nicht ging, da ich durch die sofort und unbarmherzig aufrückende Autokolonne hinter mir absolut keinen Platz mehr hatte, um noch einmal zu korrigieren.

50 Minuten nach meiner Einfahrt ins Parkhaus fand ich schließlich einen Platz auf Parkdeck vier. Endlich! Ich verabschiedete mich von der Polizei-Frau vor mir, wünschte ihr noch viel Erfolg und lief beschwingt ins Freie. Vor dem Neckarparkhaus war mittlerweile keine Schlange mehr. Man könnte nun zu Recht sagen: Mit dem Bus oder dem Fahrrad wäre das schon schneller gegangen. Ja, eigentlich sogar zu Fuß.

Zum Dossier: Parken in Tübingen

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Erstellt:
26. Juni 2017, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
26. Juni 2017, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2017, 01:00 Uhr

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