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"Die Härte gehört dazu"

DTM: Worndorfer Pascal Wehrlein steht kurz vor seinem größten Triumph

Showdown in Hockenheim: Vor den beiden letzten Rennen in dieser Saison ist Mercedes-Pilot Pascal Wehrlein der Favorit auf den Gesamtsieg in der DTM. Sein nächstes Ziel: ein Cockpit in der Formel 1.

16.10.2015
  • ARMIN GRASMUCK

Spüren Sie vor dem großen Finale bereits dieses spezielle Kribbeln?

PASCAL WEHRLEIN: Es kribbelt immer, weil ich mich freue, wenn ich Rennen fahren kann. Ich bin glücklich, dass die Saison so gut für mich gelaufen ist. Natürlich spüre ich, dass wir jetzt in der entscheidenden Phase sind: Ich habe einen Matchball, aber den muss ich erstmal verwandeln.

In den vergangenen Jahren dominierte die Konkurrenz von Audi und BMW. Wie haben Sie es geschafften, Mercedes nach vorne zu bringen?

WEHRLEIN: Ehrlich gesagt, wir konnten nicht davon ausgehen. Aber wir haben uns als Team unheimlich weiterentwickelt. Die vergangenen Jahre waren nicht gut für mich und Mercedes. Aber mein persönliches Ziel war und ist es natürlich, Rennen zu gewinnen und um die Meisterschaft zu fahren. Es hat gut begonnen, im ersten Rennen war ich Zweiter, nach dem ersten Rennwochenende Vierter. Doch im ersten Teil der Saison war Audi besser, nach dem zweiten Wochenende hatte ich über 40 Punkte Rückstand auf den Führenden. Als ich Anfang August nach den Rennen in Spielberg die Führung übernahm, spürte ich zum ersten Mal, dass ich am Ende ganz vorne landen kann.

Wo lag der Knackpunkt der Saison?

WEHRLEIN: Am Lausitzring - eben diese zweite Rennwoche im Mai - war es hart für uns. Wir hatten alle erwartet, dass wir extrem gut sind - aber leider war dem nicht so. Wir haben uns zurückgekämpft, in den entscheidenden Rennen die Nase vorn gehabt. Jetzt sind wir in der guten Position, als Führender ins Finale gehen zu können.

Das zweite Rennen in Spielberg endete in einem Skandal: Sie und der Mercedes-Kollege Robert Wickens wurden von Timo Scheider im Audi von der Strecke geschoben, nachdem dieser über den Boxenfunk das Abschusskommando erhalten hatte. Wie schaffen Sie es als Fahrer, in diesen Momenten cool zu bleiben?

WEHRLEIN: Ich konzentriere mich einfach auf meinen Job: Rennen zu fahren, das Auto so schnell wie möglich über die Strecke zu bewegen und möglichst zu gewinnen. Alles andere muss man ausblenden, weil es einfach nur ablenkt.

Empfanden Sie die Debatten über Anstand und Moral, die danach geführt wurden, als scheinheilig?

WEHRLEIN: Wenn man in der DTM fährt und es um die Meisterschaft geht, handeln alle Teams und alle Hersteller gleich. Diese gewisse Härte gehört zum Rennsport einfach dazu.

Sind Sie überrascht, wie fix es für Sie auf der Rennstrecke nach oben ging - vom Kartfahrer im Kindesalter zum Toppiloten im Profigeschäft?

WEHRLEIN: In erster Linie ist es der Lohn, für die harte Arbeit, den Einsatz und den Aufwand, den ich, meine Eltern und die Teams, für die ich gestartet bin, betrieben haben. Für die unzähligen Wochenenden, die wir an der Rennstrecke verbracht haben. Es war immer mein Traum, Rennen zu fahren und zu gewinnen. Und ja, es fühlt sich gut an.

Haben Sie noch Zeit die Kontakte zu den Kumpels in der schwäbischen Heimat zu pflegen?

WEHRLEIN: Ich nutze wirklich jede Gelegenheit für die Besuche in der Heimat. Seit einem Jahr bin ich aber auch als Testfahrer für das Formel-1-Team von Mercedes im Einsatz. Mein Terminkalender ist voll und die Zeit echt knapp.

Welche Eigenschaften an Ihnen sind landestypisch und wann werden die Einflüsse Ihrer aus Mauritius stammenden Mutter spürbar?

WEHRLEIN: Typisch schwäbisch? Hmm, was ist schwäbisch? Ich bin auf jeden Fall pünktlich, ehrgeizig und mit Spaß bei der Arbeit. Die Menschen auf Mauritius sehen das Leben meistens noch etwas positiver und entspannter. Sie pflegen eine andere Art, es zu genießen. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich auch diese Züge in mir trage.

Können Ihre Anhänger Sie bereits 2016 in der Formel 1 fahren sehen?

WEHRLEIN: Es ist natürlich ein Ziel. Wir haben beschlossen, erst die Rennen am Hockenheimring zu fahren und dann zu besprechen, was das Beste für mich ist.

Der Sonntag, an dem das zweite Rennen in Hockenheim steigt, ist Ihr 21. Geburtstag. Der ideale Tag, um den DTM-Titel perfekt zu machen?

WEHRLEIN: Ich würde den Titel lieber mit 20, also schon am Samstag, holen. Dann könnte ich noch besser feiern. Aber wie gesagt, es kann noch viel passieren.

DTM: Worndorfer Pascal Wehrlein steht kurz vor seinem größten Triumph
Gut 500 PS bei 7500 Umdrehungen in der Minute: Wehrlein dominiert die DTM in einem Mercedes-AMG C 63 des HWA-Teams. Foto: dpa

DTM: Worndorfer Pascal Wehrlein steht kurz vor seinem größten Triumph
Rennfahrer mit schwäbischen Wurzeln: Pascal Wehrlein. Foto: Imago

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16.10.2015, 12:00 Uhr
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