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Exporte

DIW-Chef: Autozölle würden viele Arbeitsplätze kosten

Ein Handelsstreit könnte Deutschlands wichtigste Branche bremsen, warnt Wirtschaftsexperte Marcel Fratzscher.

05.07.2018

Von (MIT DPA)

Berlin. Der Zollstreit mit den USA entwickelt sich immer mehr zu einem Risiko für die deutschen Autohersteller. „Wenn der Handelskonflikt mit den USA sich verschärft, was nicht unwahrscheinlich ist, und Automobilexporte mit Zöllen belegt werden, würde das viele Arbeitsplätze zerstören“, sagte Marcel Fratzscher, Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), der SÜDWEST PRESSE.

Dabei sei Deutschland an dem Ärger nicht unschuldig, fügte Fratzscher hinzu. „Letztlich ist Deutschland mit seinen Handelsüberschüssen ein massives Problem für die Weltwirtschaft. Das Problem ist nicht, dass Deutschland zu viel exportiert, sondern zu wenig investiert und deswegen zu wenig importiert.“

Auch in Berlin und Brüssel wächst die Sorge, dass der Zollstreit die gute Konjunktur in Europa abwürgen könnte. Bundeskanzlerin Angela Merkel rief die USA zur Kompromissbereitschaft im Handelskonflikt auf. „Es lohnt sich alle Mühe, diesen Konflikt, damit er nicht zu einem wirklichen Krieg wird, zu versuchen zu entschärfen“, sagte Merkel gestern im Bundestag. „Aber dazu gehören natürlich zwei Seiten.“

EU-Kommissar Günther Oettinger ging noch weiter. „Es kommt zu einem Handelskrieg“, sagte Oettinger am Mittwoch in München. In der amerikanischen Wirtschaft und der Öffentlichkeit wachse zwar die Sorge, und ihr Druck auf US-Präsident Donald Trump nehme zu. Aber höhere Zölle auf Autoimporte seien heute absehbar. Europa müsse in internationalen Gremien mit einer Stimme sprechen, um mehr Gewicht zu haben. „Europa muss weltpolitikfähig werden. Das sind wir noch lange nicht“, sagte Oettinger.

Die Vorstandsvorsitzenden der Autokonzerne Daimler, Volkswagen und BMW trafen sich nach Informationen des „Handelsblatts“ gestern mit Richard Grenell, dem US-Botschafter in Deutschland, um ihm darzulegen, warum ein Handelskrieg beiden Seiten schaden würde. (mit dpa)

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Erstellt:
5. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
5. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. Juli 2018, 06:00 Uhr

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