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Stuttgart

Cyberwehr hilft Unternehmen im Umgang mit Hackerangriffen

Bei Hackerangriffen können sich Unternehmen in Baden-Württemberg bald an eine Anlaufstelle des Landes wenden.

19.09.2017
  • dpa/lsw

Stuttgart. Innenminister Thomas Strobl (CDU) kündigte am Dienstag in Stuttgart an, dass Anfang 2018 eine «Cyberwehr» starten soll. Sie soll zunächst im Rahmen einer Pilotphase arbeiten und vor allem kleinen und mittelständischen Firmen helfen, die keine eigenen IT-Spezialisten haben. Strobl zufolge geht es um Notfallmaßnahmen. Für weitergehende Maßnahmen soll die Anlaufstelle geeignete Spezialisten vermitteln, für deren Dienstleistungen die Firmen dann allerdings zahlen müssen.

Die Cyberwehr soll rund um die Uhr unter einer einheitlichen Notfallnummer erreichbar sein. Zunächst stattet das Land sie mit vier Stellen aus. Nach Strobls Angaben sind im Doppelhaushalt 2018/2019 insgesamt drei Millionen Euro für die Cyberwehr eingeplant. Hinzu kommen acht Millionen Euro für weitere Maßnahmen zur Cybersicherheit.

Wie viele Unternehmen in Baden-Württemberg bereits von Cyberangriffen betroffen waren, ist unbekannt. Wie Strobl erläuterte, gibt es eine hohe Dunkelziffer, weil es zum Beispiel für Steuerberater hochpeinlich sei, wenn Kundendaten virtuell gestohlen worden seien.

Strobl zitierte aber aus einer Online-Befragung von 2016 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Demnach waren rund 66 Prozent der Unternehmen und Institutionen schon einmal von einem Hackerangriff betroffen. Dabei geht es nicht nur um den Diebstahl von Geld und sensiblen Daten, sondern auch um Erpressung. Bekanntes Beispiel ist dafür das Schadprogramm «Wannacry». IT-Systeme in mehr als hundert Ländern waren im Frühjahr betroffen. Kriminelle versuchten mit «Wannacry», Unternehmen um Geld zu erpressen.

Strobl räumte ein, dass es nicht einfach sein wird, die nötigen Spezialisten für die Cyberwehr zu gewinnen, denn sie sind auf dem Markt begehrt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) regte an, Korrekturen an den Besoldungsregeln des Landes zu prüfen, um sie besser bezahlen zu können. Nach Strobls Vorstellung könnte ein eigener Studiengang an der Hochschule für öffentliche Verwaltung eingerichtet werden, um selbst Spezialisten auszubilden.

Der Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags, Wolfgang Grenke, sagte, den Unternehmen entstünden durch Hackerangriffe hohe Kosten. «Bei dem neuen Abwehrzentrum sollte der Fokus auf der Sensibilisierung der Mitarbeiter im Umgang mit wichtigen Daten gelegt werden. Denn der leichtfertige Umgang mit Daten ist ein unnötiges Einfallstor für Kriminelle.»

Der SPD-Politiker Rainer Stickelberger sagte, die Cyberwehr könne nur ein Teil eines umfassenden Maßnahmenpaketes sein. «Die Landesregierung muss sich auch um die Cybersicherheit in der Landesverwaltung selbst kümmern», meinte er. «Hierfür muss neben der Unterstützung durch entsprechende Fachleute auch das Personal in der Landesverwaltung für Gefahren durch Cyberangriffe geschult und sensibilisiert werden.» Nach Ansicht von FDP-Innenexperte Ulrich Goll kommt die Cyberwehr reichlich spät. Das Konzept sei noch sehr vage. Der AfD-Landtagsabgeordnete Klaus Dürr warf Strobl vor, ziellos zu handeln. Er kritisierte zudem, das Land mache mit der Cyberwehr privaten Unternehmen auf dem Gebiet der Cybersicherheit Konkurrenz.

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19.09.2017, 07:04 Uhr | geändert: 19.09.2017, 15:33 Uhr
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