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Cyber-Attacken im Netz weiterhin auf dem Vormarsch
Bild: Pixabay

Cyber-Attacken im Netz weiterhin auf dem Vormarsch

17.11.2017

Sogenannte DDoS Attacken und andere Angriffe im Internet durch Schadsoftware befinden sich weiterhin auf dem Vormarsch. Im Jahr 2016 gab es rund 82.649 Fälle von Cyberkriminalität in Deutschland, ein beträchtlicher Anteil davon DDoS Attacken und auch im aktuellen Jahr wird die Statistik nach vorläufigen Zahlen ähnlich oder gar höher ausfallen. Am häufigsten waren Hackerangriffe auf EDV-Systeme, sowie vorsätzliches Lahmlegen von IT-Systemen. Neu ist, dass auch kleine und mittlere Unternehmen verstärkt in den Fokus von Hackern geraten - diese sind jedoch oft nur unzureichend geschützt.

Bei DDoS Attacken handelt es sich um gezielte Angriffe auf Server. Der Begriff steht für „Distributed Denial of Service“ und wird hauptsächlich durch Programme ausgelöst, welche ein Datennetz mit einer Unmenge von Anfragen überfordern, bis beispielsweise der betreffende Server unter der Last der Anfragen zusammenbricht. Das Resultat: Nicht zu erreichende Webseiten, nicht verfügbare Dienste, für Unternehmen verlorenes Geld - und im Extremfall auch verlorenes Vertrauen der Kunden. Im Jahr 2016 legten gezielte DDoS Attacken unter anderem den Nachrichtendienst Twitter, den Online-Dienst GitHub und den Wohnungsvermittler Airbnb lahm.

Die für derartige Attacken verwendeten Programme werden von Computerwürmern auf nicht ausreichend geschützten Rechnern installiert und versuchen dort selbstständig, weitere Rechner im Netzwerk zu infizieren, um ein sogenanntes „Botnetz“ aufzubauen. Mit zunehmender Verbreitung des „Internets der Dinge“ können auch harmlos anmutende Geräte verwendet werden: internetfähige Festplattenrecorder und Fernsehgeräte, Überwachungskameras oder Uhren. Bei einer DDoS Attacke sind ungeschützte Systeme dem Angriff ausgeliefert. Zu den häufigsten Arten der DDoS Angriffe zählen Attacken durch große Datenmengen, Protokoll-Angriffe, welche die Ressourcen des Servers verbrauchen, sowie Attacken über die Anwendungsschicht, die scheinbar aus legitimen Anfragen an den Server bestehen, diesen aber abstürzen lassen. Ein Beispiel ist die Schadsoftware Mirai. Mirai wurde am 27. November 2016 dazu verwendet, einen Hackerangriff auf DSL Router der Telekom zu starten, was zu einem Ausfall von rund einer Million Geräte führte. Auch Router anderer Unternehmen waren davon betroffen.

Cyber-Attacken im Netz weiterhin auf dem Vormarsch
Bild: Pixabay

Eine aktuelle Entwicklung ist, dass durch die schnelle Durchführbarkeit eines Angriffs auch kleine und mittlere Unternehmen in den Fokus von DDoS Attacken rücken. Die Motive der Hacker liegen oft im ethischen Bereich: Die Angreifer glauben, gesellschaftliche Kritik üben zu müssen. Das Resultat: Cyber-Attacken auf Unternehmen werden immer wahlloser, wodurch auch lokal agierende Firmen zunehmend bedroht sind. Der Wert von Internet-Sicherheit steigt damit immer weiter. Es wird davon ausgegangen, dass rund zwei Drittel aller in Deutschland ansässigen Unternehmen nicht ausreichend auf Cyber-Angriffe vorbereitet sind. Durch spezielle Software ist es jedoch möglich, DDoS Attacken zu entschärfen. Gerade auch für kleine und mittlere Unternehmen ist es daher ratsam, möglichst schnell auf sichere Lösungen zu setzen, um zukünftige Ausfälle von Einnahmen oder Image-Verlust vorzubeugen.

Cyber-Sicherheit wird auch für die nächste Bundesregierung ein großes Thema werden, Deutschland hinkt anderen Ländern in diesem Bereich teilweise hinterher. Im September sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, dass große Fortschritte bei der Cyber-Sicherheit erzielt worden seien. Allein die Bundeswehr zähle täglich etwa 4500 Cyber-Angriffe auf ihre Netze. Neu sei, dass man für derartige Angriffe keine Armee von Hackern mehr benötige: Ein einzelner Laptop im Keller sowie Kenntnisse bei Programmierung reichten heute aus, um großflächige Angriffe zu starten. Von der Leyen erklärte das Thema Cyber-Sicherheit daher zur Chefsache für die aktuelle Legislaturperiode. Somit wird das Thema Sicherheit im Internet die Öffentlichkeit auch in den kommenden Jahren beschäftigen.

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17.11.2017, 13:53 Uhr
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