Initiative

Corona wird ein Fall für das Museum

Stuttgart sucht für eine digitale Sammlung Objekte und Dokumente, die über den Alltag in der Krise Auskunft geben.

07.04.2020

Von SWP

Masken müssen nicht langweilig sein. Foto: Robert Michael/dpa

Stuttgart. Die Corona-Pandemie hat den Alltag in kürzester Zeit radikal verändert. Das Virus zwingt zur räumlichen Distanz, kettet Menschen an ihre Wohnungen – macht aber auch kreativ, wie zahlreiche neue Initiativen und digitale Plattformen beweisen. In einigen Jahren wird die Welt hoffentlich auf die Corona-Zeit als eine überwundene Krisenzeit zurückblicken können. Das Landesmuseum Württemberg will typische Objekte, Dokumente und andere Zeugnisse dieser tiefgreifenden Krise in einem digitalen Museum sammeln. Start ist an diesem Dienstag auf www.lmw-corona-alltag.de. Zusätzlich wird die Aktion auf den Social-Media-Kanälen des Landesmuseums ausgespielt (#lmwcorona).

Die Bevölkerung ist eingeladen, Bilder von Objekten oder Gegenständen zu schicken, die in der Corona-Krise besonders ins Auge springen oder im Alltag wichtig geworden sind. Neben WC-Papier und Mundschutz gibt es dafür nach Ansicht der Initiatoren unzählige, teils originelle Beispiele, vom Zettel mit Hilfsangeboten über das selbst gebastelte Brettspiel in der WG bis zum Besen, der in einer Bäckerei als Abstandhalter fungiert.

Aus den täglichen Einsendungen wird ein Team des Landesmuseums jeweils ein Objekt auswählen. Kuratoren der Abteilungen Populär- und Alltagskultur, Archäologie sowie Kunst- und Kulturgeschichte werden das „Objekt des Tages“ unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten betrachten und eine zeitgeschichtliche Einordnung vornehmen. Dies kann in Textform oder auch als Video erfolgen. Anschließend werden die Objekte zusammen mit den kuratorischen Erläuterungen im Internet zu sehen sein. Jeder Einreichende erhält eine Eintrittskarte zur im Oktober beginnenden Großen Landesausstellung „Fashion?! Was Mode zu Mode macht“.

Für das Projekt kooperiert das Museum mit der Stuttgarter Kommunikationsagentur Bruce B., aber auch mit dem Coronarchiv (coronarchiv.de), einem freien und offenen Onlineportal, zu dem alle beitragen können. Ziel ist die Sammlung, Archivierung, Kontextualisierung und langfristige Bereitstellung von persönlichen Erinnerungen und Fundstücken zur „Corona-Krise“. swp

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Erstellt:
7. April 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
7. April 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. April 2020, 06:00 Uhr

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