Urlaub

Corona schreckt von Buchung ab

Verreisen würden die Menschen schon gern, aber wegen der Unsicherheit, welches Ferienziel wann und mit welchem Verkehrsmittel möglich sein wird, haben die meisten noch keinen konkreten Plan.

27.01.2021

Von DPA

An Urlaubsideen mangelt es nicht: Ein Flowcamper von Van your Life am Dienstag in einer Stuttgarter Messehalle. Zugelassen waren aber nur Journalisten. Fürs Publikum gibt es die CMT corona-bedingt nur digital. Foto: Andreas Rosar/dpa

Corona macht die Urlaubsplanung in diesem Jahr schwierig. An Zeit mangelt es den meisten nicht, auch nicht am Geld, wie eine aktuelle Studie zeigt. Die Lust auf Urlaub haben nur wenige verloren. Und trotzdem warten die meisten Deutschen lieber ab. Dieses Jahr sei ganz anders als die anderen, sagte der Tourismusforscher Martin Lohmann zum Auftakt der Stuttgarter Reisemesse CMT. Im Moment reise so gut wie niemand.

„Es gibt aktuell kaum Tourismus“, sagte Lohmann. Was im Wesentlichen an den vielen Restriktionen zur Eindämmung der Pandemie liege und nicht bedeute, dass die Menschen in Deutschland nicht verreisen würden, wenn sie denn könnten. „Die Urlaubslust ist auf einem hohen Niveau.“

Es gibt laut der Studie aber viel Unsicherheit und viele Bedenken. So würde zwar die große Mehrheit im Frühjahr oder Sommer gerne in den Urlaub fahren. Nur 16 Prozent planen da definitiv keine Reise.

Konkrete Pläne oder Ziele haben nur 22 Prozent. 24 Prozent wollen verreisen, wissen aber nicht, wohin. Und 38 Prozent schwanken generell noch. Die Zahlen sind vom November. Angesichts des seither geltenden Lockdowns dürfte die Unsicherheit aber kaum geringer geworden sein.

Ihre Präferenzen haben die Deutschen laut Lohmann in der Krise kaum geändert. Urlaub im eigenen Land bleibt der Favorit. Die meisten wollen weiterhin Strand- oder Badeurlaub, Familienferien und Erholung in der Natur. Der Trend zum Wohnmobil bekommt in der Krise noch mehr Rückenwind.

Allerdings kämen wegen Corona andere Kriterien hinzu, sagt Lohmann. Zuvorderst die Frage, ob das Wunschziel überhaupt erreichbar sei. Dass die Tendenz zu Flug- und Fernreisen nachlasse, sei vor allem als realistische Einschätzung der Möglichkeiten zu sehen, nicht als generelle Abneigung gegen diese Art des Reisens.

Hygienekonzepte wichtig

Mehr als jeder zweite künftige Urlauber will laut der Studie bei der Buchung darauf achten, dass es Geld-zurück-Garantien und großzügige Stornobedingungen gibt. Ähnlich vielen sind die Hygienemaßnahmen am Urlaubsort und in der Unterkunft wichtig.

Für die Reiseveranstalter seien diese zusätzlichen Bedingungen eine weitere Herausforderung, sagte Lohmann. Denn schön solle der Urlaub ja nach wie vor sein. „Niemand fährt irgendwo hin, nur weil man sich da nicht ansteckt.“

Wie sich das Urlaubsjahr 2021 entwickle, werde vor allem davon abhängen, was die Maßnahmen gegen die Pandemie überhaupt zulassen, sagte Lohmann. Schon im vergangenen Jahr sei das Angebot selbst der Hauptgrund für die schwache Nachfrage gewesen. Sprich: Es gab nicht viel, wohin man gekonnt oder gedurft hätte.

Auch finanzielle Nöte hätten eine Rolle gespielt, hat die Studie herausgefunden. Allerdings nur für eher wenige. Sorgen vor einer Infektion, fehlendes Urlaubsgefühl oder auch sozialer Druck dagegen seien insgesamt kaum ausschlaggebend gewesen.

Mit etwa 400 Millionen internationalen Ankünften – das waren mehr als eine Milliarde weniger als im Jahr davor – sei der Tourismus 2020 auf das Niveau von 1989 zurückgefallen, sagte Lohmann. Die Menschen in Deutschland allein haben laut Studie 43 Millionen Urlaubs- und dazu noch 37 Millionen Kurzreisen unternommen. Das war ein Rückgang um 40 beziehungsweise sogar 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. dpa

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Erstellt:
27. Januar 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
27. Januar 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. Januar 2021, 06:00 Uhr

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