Gesundheit

Corona-Tests im Südwesten: Lehrer bleiben außen vor

Grundschulen und Kitas wieder geöffnet, Test-Konzept weiter umstritten. Eisenmann fordert Option für alle Pädagogen.

30.06.2020

Von AXEL HABERMEHL

Bildungsministerin Susanne Eisenmann (CDU, l.) unterhält sich während einer Plenarsitzung im Landtag von Baden-Württemberg mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Foto: Marijan Murat/dpa

Stuttgart. Die baden-württembergische Landesregierung will an diesem Dienstag ihre weiterentwickelte SARS-CoV-2-Teststrategie vorstellen. Der grün-schwarze Ministerrat soll das im Ressort von Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) erarbeitete Konzept am Vormittag beschließen.

Entgegen bisherigen Ankündigungen enthält die – ursprünglich schon für vergangene Woche angekündigte – Strategie keine Pläne für zusätzliche Testmöglichkeiten für das Personal von Kindertagesstätten und Schulen. Das bestätigte eine Sprecherin Luchas. Hintergrund ist ein Streit zwischen Gesundheits- und Kultusministerium. Während Lucha für den pädagogischen Bereich ein landesweites Monitoring per Stichproben vorsah, fordert Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) freiwillige Testmöglichkeiten für alle Lehrkräfte.

Weil man sich nicht einigen konnte, wurde der Bereich ausgeklammert. Das Thema soll noch diese Woche zwischen Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Eisenmann, Vertretern von Lehrerverbänden und Fachleuten besprochen werden. „Wir erwarten, dass allen Lehrkräften sowie allen Erzieherinnen und Erziehern freiwillige Testmöglichkeiten angeboten werden“, forderte Eisenmann.

Mehrere Corona-Fälle in Schulen, etwa in Göppingen, Maulbronn und Bretten, beunruhigen die Lehrerverbände. „Das sorgt für Verunsicherung der Kollegen, nachdem das Kultusministerium uns gesagt hat, Kinder hätten eine niedrige Viruslast und seien keine Infektionstreiber“, sagte der VBE-Vorsitzende Gerhard Brand.

In Bayern hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntag angekündigt, dass das Land die Kosten für Tests für alle Bürger übernehmen wolle. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisierte Söders Pläne. „Es wiegt in falscher Sicherheit, erhöht das Risiko falsch-positiver Ergebnisse und belastet die vorhandene Testkapazität“, schrieb er auf Twitter. (mit dpa)

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Erstellt:
30. Juni 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
30. Juni 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 30. Juni 2020, 06:00 Uhr

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