Konstanz

Corona: Schwere Zeiten für grenzüberschreitende Liebe

Liebe in Corona-Zeiten kann ganz schön schwer sein - zumindest, wenn man in zwei verschiedenen Ländern wohnt: Rund 100 Menschen haben sich allein am Samstag an einem Zaun getroffen, der seit etwa zwei Wochen zwischen dem Schweizer Kreuzlingen und dem deutschen Konstanz steht.

29.03.2020

Von dpa/lsw

Ein Paar küsst sich an der Deutsch-Schweizer Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen. Foto: Felix Kästle/dpa

Konstanz. Die Grenze, die normalerweise offen ist für Fußgänger und Radfahrer, verhindert nun, dass unverheiratete Paare zusammenkommen. Unterhalten und umarmen kann man sich über den Zaun immerhin, wie Dutzende Paare und Familien zeigen.

Dass man nicht einfach mehr zum anderen rüber fahren kann, macht etwa Peter Lorenz und seiner Schweizer Freundin zu schaffen: „Das ist schon eine extreme Belastung“, sagt der technische Angestellte aus Überlingen am Bodensee. Vorher sei die Grenze nicht spürbar gewesen. Nun hätten Paare ohne Trauscheine keine Chance, auf die andere Seite zu kommen. „Man kann nur an der Grenze stehen. Das ist ein bisschen wie früher in der DDR.“ Alle fünf Tage nehmen er und seine Freundin nun jeweils längere Fahrtzeiten in Kauf, um sich wenigstens einmal zu umarmen. Auch vielen anderen Paaren, Studenten und sogar Familien, bei denen ein Elternteil wegen des Jobs im anderen Land wohnt, geht das nach seiner Beobachtung so. Alle, so Lorenz, haben dieselbe Hoffnung: „Dass das Virus schnell verschwindet.“

Die Polizei schaut auf beiden Seiten zu und achtet drauf, dass nicht zu viele Menschen am Zaun zusammenkommen. „Von deutscher Seite war bislang aber nichts zu beanstanden“, sagte am Sonntag ein Sprecher der Polizei in Konstanz.

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Erstellt:
29. März 2020, 12:35 Uhr
Aktualisiert:
29. März 2020, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. März 2020, 12:00 Uhr

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