Stuttgart

Corona-Chaos beim VfB: Mit Rumpf-Kader nach Gladbach

Beim VfB Stuttgart stecken sich immer mehr Spieler mit dem Coronavirus an. Nun fällt auch Mittelfeldmann Mangala für das Auswärtsspiel in Gladbach aus. Den Schwaben stellen sich spätestens jetzt grundlegende Fragen. Immerhin eine positive Nachricht gibt es.

15.10.2021

Von dpa/lsw

Fabian Bredlow gestikuliert. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild

Stuttgart. Pellegrino Matarazzo will nicht jammern. Der Trainer des VfB Stuttgart kann sich aber auch nicht freuen. Es war dem 43-Jährigen am Freitagmorgen jedenfalls anzusehen, dass ihm die Ausbreitung des Coronavirus innerhalb seiner Mannschaft keinen Spaß macht. Ganz im Gegenteil. Es kommt sogar noch schlimmer für den US-Amerikaner mit italienischen Wurzeln.

Etwas mehr als 30 Stunden vor dem Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach am Samstag (18.30 Uhr/Sky) wurde auch noch Mittelfeldmann Orel Mangala positiv getestet. Der Belgier ist neben Abwehrchef Waldemar Anton, Torwart Florian Müller und U21-Nationalspieler Roberto Massimo der vierte Stammspieler, der dem schwäbischen Fußball-Bundesligisten in Gladbach wegen Corona fehlen wird. Zudem fällt auch der ebenfalls isolierte Erik Thommy aus.

„Man kann es so sehen, dass das Momentum vielleicht nicht hundertprozentig auf unserer Seite ist“, versuchte Matarazzo sich diplomatisch auszudrücken. Man könnte sich auch fragen: Wie konnte der VfB in dieses Corona-Chaos geraten? Innerhalb kürzester Zeit wurden gleich sechs Spieler positiv getestet. Immerhin konnte Ersatztorwart Fabian Bredlow am Freitag nach seiner Quarantäne wieder trainieren, nachdem ein abschließender Test negativ ausgefallen war. Am Nachmittag berief Matarazzo ihn auch in seinen Spieltagskader.

Trotz Bredlow stellen sich beim VfB nun grundsätzliche Fragen: Warum jetzt auch noch Mangala? Wieso wurden in den vergangenen Tagen permanent Spieler positiv getestet? Und wie sieht es mit der Impfbereitschaft der Spieler aus? Matarazzo gefällt das heikle Thema nicht. Natürlich würde er sich als Trainer darüber freuen, wenn sich all seine Spieler impfen lassen würden. Zwingen kann er sie aber auch nicht. Also sagt er: „Wir führen weiterhin Gespräche. Und das ist jetzt eine Möglichkeit, diese Gespräche zu intensivieren.“ Ob ihn das nervt? „Sicherlich ist es ein Stück weit aufwendiger als gewünscht.“

Was ihm nun bleibt, ist ein äußerst dezimierter Kader für das schwere Spiel bei den zuletzt zweimal siegreichen Borussen. Sollte Bredlow nach dem Abschlusstraining nicht bereit sein, müsste der dritte Torwart Florian Schock sein Bundesliga-Debüt geben. Im Mittelfeld dürfte Dänemarks U21-Nationalspieler Nikolas Nartey durch Mangalas Ausfall vermutlich erstmals von Beginn an im deutschen Oberhaus auflaufen. Ob Anton im Abwehrzentrum durch Atakan Karazor oder den Japaner Hiroki Ito ersetzt wird, ließ der Coach offen.

Trotz aller Personalnot glaubt Matarazzo an eine Chance am Niederrhein. „Es wird sicherlich den einen oder anderen Raum geben, der aufgeht“, sagte er. „In allererster Linie geht es um unseren Mut, den wir auf den Platz bringen. Wenn wir als Einheit auftreten und mit Mut und Energie agieren, dann haben wir immer eine Chance - auch in Gladbach.“ Auf welche Spieler er dort setzen kann, wird er dann wohl erst am Samstagabend sehen. Es könnten im schlimmsten Fall ja noch weitere Corona-Fälle hinzukommen.

Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild

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Erstellt:
15. Oktober 2021, 13:10 Uhr
Aktualisiert:
15. Oktober 2021, 16:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2021, 16:30 Uhr

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