Pandemie

Corona-Bekämpfung senkt Zahl der Krankschreibungen

Kassendaten zeigen: Im Südwesten gibt es durch die Lockdown-Regeln deutlich weniger Infektionskrankheiten und Sportunfälle.

26.01.2021

Von Jens Schmitz

Analysen der Krankenkassen AOK und DAK in Baden-Württemberg legen nahe, dass Hygienemaßnahmen und Kontaktbeschränkungen auch jenseits der Corona-Pandemie wirken. Einer AOK-Auswertung zufolge lag der Krankenstand baden-württembergischer Arbeitnehmer 2020 um zwölf Prozent niedriger als 2017 bis 2019. Insbesondere Erkältungen wurden viel seltener diagnostiziert. Infektionen der oberen Atemwege sanken um 13 Prozent, Infektionen der unteren Atemwege sogar um 44 Prozent. Auch die Zahlen der Grippekranken (minus 35 Prozent) sowie der Magen-Darm-Infektionen (minus 29 Prozent) liegen deutlich unter dem Schnitt. Nicht einmal bei den psychischen Krankheiten ist ein Anstieg erkennbar. Die Zahlen liegen unserer Zeitung vor; der Monat Dezember ist jeweils noch nicht erfasst.

„Auch wenn wir es nicht kausal belegen können, spricht alles dafür, dass die AHA-L-Regeln (L steht für Lüften) auch andere typische Infektionskrankheiten wie Erkältungen oder Magen-Darm-Infekte an einer weiten Verbreitung gehindert haben“, sagte Johannes Bauernfeind, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg. Daneben macht sich wohl auch die Schließung von Freizeit- und Schulsportstätten bemerkbar: Verletzungen an Knöchel und Fuß (minus 15 Prozent), an Knie und Unterschenkel (minus 14) traten 2020 ebenfalls seltener auf. Der AOK zufolge sind sie typische Nebenwirkungen des Freizeitsports.

Die Erkenntnisse decken sich mit jenen der DAK-Gesundheit, die Zahlen des Robert-Koch-Instituts ausgewertet hat. Demzufolge sind meldepflichtige Infektionskrankheiten im Südwesten 2020 gegenüber 2019 um 18 Prozent zurückgegangen – von rund 55 000 auf 45 000 Fälle. Meldepflichtig sind Krankheiten wie Masern, Windpocken, Tuberkulose, Norovirus oder Grippe.

Besonders deutlich war der Rückgang bei den Windpockenfällen. Von 3763 gemeldeten Fällen im Jahr 2019 ging ihre Zahl auf 1964 im Jahr 2020 zurück. Beim Norovirus gab es einen Rückgang von 61 Prozent.

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Erstellt:
26. Januar 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
26. Januar 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. Januar 2021, 06:00 Uhr

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