Cord Soehlkes womöglich letzte Wahl in diesem Jahr

Der Baubürgermeister wird als Nachfolger von Christine Arbogast auch Erster Bürgermeister

Um 21.55 Uhr am Montagabend war es so weit. Cord Soehlke erhob sich von seinem Platz in der Verwaltungsreihe im Rathaus: Dort saß er bisher nur als Baubürgermeister – ab 1. Oktober wird er dort zusätzlich als Erster Bürgermeister Tübingens sitzen.

23.07.2018

Von Lorenzo Zimmer

Christine Arbogast, die nach Braunschweig geht, übergibt den Posten des Ersten Bürgermeisters ab Oktober an Cord Soehlke. Bild: Zimmer

Christine Arbogast, die nach Braunschweig geht, übergibt den Posten des Ersten Bürgermeisters ab Oktober an Cord Soehlke. Bild: Zimmer

Der Tübinger Gemeinderat wählte Cord Soehlke am Montagabend mit 30 von 37 abgegebenen Stimmen in das Amt des Ersten Bürgermeisters – sieben waren ungültig.

„Es ist eine Ehre für mich und auch irgendwie eine Überraschung“, gestand Soehlke im Vorfeld der geheimen Wahl ein. Seine erneute Wahl zum Baubürgermeister liege erst ein knappes halbes Jahr zurück: „Und ich wäre dankbar, wenn Sie mir eine weitere Wahl dieses Jahr ersparen“, scherzte Soehlke.

Dennoch habe er sich über die Nominierung „durchaus gefreut“ und auch die Gegenargumente vor sich selbst „gründlich abgewogen“. Die drei aus seiner Sicht wichtigsten nannte er: „Das Gender-Thema kann ich als Mann nicht bewerten.“ Aus dem Gremium und von außen hatte es im Vorfeld Stimmen gegeben, die sich erneut eine Frau als Erste Bürgermeisterin wünschten: „Ich glaube nicht, dass Männer bessere Führungskräfte sind – aber umgekehrt auch nicht.“

Ob die Belastung für ihn zu groß werden würde, habe er sich auch gefragt – und beantwortete diese Frage so: „Ich wünsche mir eine starke und präsente Bürgermeisterin für Soziales.“ Dass für dieses Amt nun eigentlich nur eine Frau in Frage kommt, schien für ihn auf der Hand zu liegen.

Schließlich habe er auch überlegt, ob eben jenes Amt der Kultur- und Sozialbürgermeisterin, das Christine Arbogast bisher innehatte, durch den Wegfall der Position des Ersten Bürgermeisters abgewertet würde: „Aus meiner Sicht wird es das nicht.“ Denn es sei auch nie eine Abwertung für das Baudezernat gewesen, dass dieses Amt woanders untergebracht war. „Es geht um Augenhöhe bei der Zusammenarbeit – und die wird nicht verschoben.“

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Erstellt:
23.07.2018, 22:46 Uhr
Lesedauer: ca. 1min 49sec
zuletzt aktualisiert: 23.07.2018, 22:46 Uhr

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