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Hillary ohne nennenswerte Konkurrenz

Clinton bleibt nach erster Debatte der demokratischen Präsidentschaftskandidaten Favoritin

Bei der ersten Fernsehdebatte der demokratischen Präsidentschaftskandidaten hat Hillary Clinton ihre Position als Favoritin souverän behauptet. Auch, weil ihre Gegner eine schwache Vorstellung abgegeben haben.

15.10.2015
  • PETER DE THIER

Washington Der von der demokratische Parteispitze ausgewählte Schauplatz für die Debatte entbehrte nicht einer gewissen Ironie: Ausgerechnet in der Spielermetropole Las Vegas, ausgerechnet in dem piekfeinen Hotel des steinreichen Casino Besitzers Steve Wynn wollten die Kandidaten über das Wohlstandsgefälle in Amerika diskutieren und erklären, wie sie über höhere Steuern für Millionäre soziale Gerechtigkeit herbeiführen wollen.

Die erste von sechs Debatten der demokratischen Präsidentschaftskandidaten war mit Spannung erwartet worden. War sie doch auch die erste große Bewährungsprobe für die Favoritin Hillary Clinton.

Gleich zum Auftakt versuchte Moderator Anderson Cooper dann auch, Clinton aus der Ruhe zu bringen. Ob es denn stimme, dass sie je nach Wählerstimmung ihre Positionen ändert. Schließlich hatte sie als Präsidentschaftskandidatin 2008 für das Recht jedes Amerikaners plädiert, eine Waffe zu tragen und hatte Ehen zwischen Gleichgeschlechtlichen ebenso abgelehnt wie Führerscheine für illegale Einwanderer. Nun aber sagt sie der mächtigen Waffenlobby NRA den Kampf an, will Gleichberechtigung für Beziehungen zwischen Homosexuellen und engagiert sich massiv für Menschen, die ohne Aufenthaltsberechtigung in den USA leben.

Selbstsicher konterte die Spitzenreiterin die Fangfrage und schafft es irgendwie, ihre 180-Grad-Wendungen als Beständigkeit zu verkaufen. Schließlich sei es ja so, dass "sich bei allen Kandidaten Positionen ändern, wenn man mehr Informationen hat und dazu lernt. Meine Positionen wurzeln alle in denselben Werten und Überzeugungen."

Dass die 67-Jährige so souverän auftreten konnte, lag auch an ihren blassen und zuweilen sogar dilettantischen Gegenspielern. Bernie Sanders, der selbsternannte "demokratische Sozialist", wiederholte immer denselben Text: Es sei beschämend, dass in Amerika die Krankenversorgung kein gesetzlich zugesichertes Recht sei. Auch könne es nicht angehen, dass das reichste Prozent der Bevölkerung mehr als 90 Prozent des Vermögens besitze. Mit diesem leidenschaftlichen Plädoyer für mehr Einkommensgleichheit hatte der 74-jährige Senator aus Vermont aber sein Pulver bereits verschossen. Auf Russlands Intervention in Syrien und die Annexion der Krim angesprochen, antwortete er deutlich verunsichert: "Wladimir Putin hat diese Entscheidungen heute schon bereut, er wird mit uns verhandeln müssen."

Der Karrierepolitiker Lincoln Chafee aus Rhode Island blamierte sich mit dem Hinweis, dass er bei seiner ersten Abstimmung als Senator nicht wusste, wofür er seine Stimme abgab, "weil ich noch jung war und mein Vater gerade gestorben war." Der frühere Senator, Buchautor und Kriegsveteran Jim Webb nutzte seine Zeit vorwiegend, um darüber zu klagen, dass er nicht häufig genug zu Wort kam.

Selbst den offensichtlichsten Schwachpunkt Clintons wollten die anderen Kandidaten nicht für einen Angriff nutzen. Schließlich wurde Clinton massiv dafür kritisiert, als Außenministerin dienstliche E-Mails von einem Server in ihrem Privathaus verschickt zu haben. Doch anstatt seine Gegnerin ins Kreuzverhör zu nehmen, verblüffte Sanders mit den Worten: "Genug mit diesen verdammten E-Mails!" Die Wähler wollten lieber Debatten über die Kluft zwischen Arm und Reich hören. Clinton lächelte sichtlich erleichtert. "Danke, Senator Sanders", sagte sie und reichte ihm die Hand. Der Durchmarsch war perfekt und Clintons Spitzenposition in Stein gemeißelt.

Clinton bleibt nach erster Debatte der demokratischen Präsidentschaftskandidaten Favoritin
Hatte ein leichtes Spiel - Hillary Clinton konnte beim ersten Fernsehduell der demokratischen Präsidentschaftskandidaten ihre Favoritenrolle bestätigen. Foto: afp

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15.10.2015, 12:00 Uhr
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