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Chloe

Chloe

In dem Ehedrama von Atom Egoyan stürzt eine verräterische SMS ein vorgeblich glückliches Paar in erotische Turbulenzen.

Macht das Callgirl meinen Gatten heiß - "Chloe" (22.4.)

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Macht das Callgirl meinen Gatten heiß - "Chloe" (22.4.) --

01:49 min

Kanada

Regie: Atom Egoyan
Mit: Julianne Moore, Liam Neeson, Amanda Seyfried, Max Thieriot

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

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Film bewerten

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19.04.2010
  • Dorothee Hermann

Chloe (Amanda Seyfried) ist eine dieser atemberaubenden Blondinen, wie sie das Kino immer wieder von neuem hervorbringt. Ihr Beruf sind die intimsten Träume ihrer Kunden. Sie sagt von sich, dass sie jeder erotischen Phantasie entsprechen kann. „Und dann kann ich auch wieder verschwinden.“ Diesen Part hat ihr Catherine (Julianne Moore aus „A Single Man“) zugedacht.

Catherine ist eine erfahrene Gynäkologin und hat schon lange ein ziemlich distanziertes Verhältnis zur Sexualität. Ein Orgasmus sei nichts anderes als eine Muskelkontraktion, sagt sie einer Patientin, die sie einzugestehen zwingt, dass sie Sex nie verstanden hat. Als sie Chloe auf der Toilette eines teuren Restaurants zum ersten Mal sieht, beschließt sie sofort, sie auf ihren Mann David (Liam Neeson aus „96 Hours“) anzusetzen. Denn Catherine hat schon länger das Gefühl, dass David ihr entgleitet und heimlich Affären hat. Nun will sie Chloe dafür bezahlen, David zu verführen und ihr hernach in allen Einzelheiten zu erzählen, was ihn erregt hat.

Der gefeierte Autorenfilmer Atom Egoyan („Exotica“) beginnt sein Remake des französischen Melodrams „Nathalie“ mit bestechenden Bildern von fast eisiger Transparenz, die in einem verwirrenden Kontrast stehen zu den noch unklaren emotionalen Zwängen der Figuren. Doch leider verliert der Film diese Vieldeutigkeit rasch. Die banale Auflösung liegt in den Frustrationen eines eingefahrenen Lebens. Nicht David ist das Problem, nicht Chloe, und nicht der Sex, sondern Catherines innere Leere und ihr Kontrollwahn. Da hilft es auch nicht, dass Egoyan den (von Catherine konstruierten) emotionalen Verwicklungen eine überraschende Wendung verpasst.

Die gelungensten Bilder versprechen mehr, als die Figuren einlösen können. Zu stereotyp sind Catherines Ängste vor dem Älterwerden. Stets scheint in diesen Szenen eine chauvinistische Befriedigung darüber mitzuschwingen, dass solche Selbstabwertungen noch die schönsten, gebildetsten und erfolgreichsten Frauen einholen können. Chloe dagegen schrumpft vom schillernden Vamp immer mehr zum erpresserischen kleinen Miststück. Auch das ist ein Uralt-Klischee nach dem Muster: Wer nur mit seinem Aussehen punkten kann, muss einen fragwürdigen Charakter haben. Für Amanda Seyfried ist die Rolle nach der Abba-Nostalgie von „Mamma Mia“ auf jeden Fall ein beachtlicher Karrieresprung.

Wie von der Fernbedienung gesteuert – mehr Thriller-Pose als Thriller.

Spielplan

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19.04.2010, 12:00 Uhr | geändert: 06.05.2010, 12:00 Uhr
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