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Chinas Yuan schafft es in den IWF-Korb
Für die Chinesen geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Der Yuan gehört zum erlauchten Kreis von Dollar, Euro, Yen und britischem Pfund. Foto: afp
Im asiatischen Zahlungsverkehr schon meistgenutzte Währung

Chinas Yuan schafft es in den IWF-Korb

Der IWF nimmt den chinesischen Yuan in seinen Währungskorb auf. Damit schafft es die chinesische Landeswährung in die erlauchte Riege der Weltwährungen. Doch die Chinesen wollen mehr.

01.12.2015
  • FELIX LEE

Peking. Noch im August mussten Chinas Währungspolitiker einen Dämpfer kassieren. Die heftigen Börsenabsturz der Sommermonate waren noch zu frisch. Chinas Zentralbank hatte den Yuan in einer Panikaktion allzu abrupt zum Dollar abgewertet und damit für weitere Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten gesorgt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) beschloss daraufhin, die chinesische Landeswährung vorerst nicht in seinen Währungskorb aufzunehmen und gewährte ihm damit auch weiterhin nicht den Status einer Weltreservewährung. Dabei war zu diesem Zeitpunkt schon klar: Der Aufschub würde nicht von allzu langer Dauer sein.

Und so kommt es jetzt auch. Bei seiner jüngsten Sitzung hat der IWF beschlossen, den Yuan in seinen Währungskorb aufzunehmen. Die Aufnahme soll im Herbst 2016 abgeschlossen sein. "China erhält damit endlich die internationale Anerkennung, die ihm angesichts seiner enormen Wirtschaftskraft auch gebührt", bemerkt Xu Hongcai, Ökonom am Zentrum für internationalen Wirtschaftsaustausch in Peking, einer staatlichen Denkfabrik.

Die Aufnahme des Yuan, der in der Volksrepublik offiziell auch Renminbi heißt, hat zwar zunächst vor allem symbolische Bedeutung. Für die Chinesen geht aber ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Denn damit gehört der Yuan offiziell zum erlauchten Kreis von Dollar, Euro, Yen und britischem Pfund an. Das ist das erste Mal in der 70-jährigen Geschichte des IWF, in der es eine Währung in diesen Korb schafft. Der Euro hatte lediglich die D-Mark und den französischen Franc ersetzt. Und auch sonst ist die Bedeutung nicht zu unterschätzen, steht dieser Schritt doch für Chinas rasanten Aufstieg zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

Würde es allein nach Größe und Bedeutung der chinesischen Wirtschaft gehen, wäre der Schritt überfällig. Ein ebenfalls wichtiges Kriterium bildet der Anteil des entsprechenden Währungsraumes am Weltexport. Auch da kann der Exportweltmeister mithalten. Doch diese beiden Kriterien allein genügen nicht, um auch als globale Reservewährung akzeptiert zu werden.

Eine wichtige Rolle spielt, wie viele Reserven in der Währung von anderen Staaten gehalten werden. Und da hat der Yuan nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Gerade einmal rund 2,8 Prozent des internationalen Zahlungen wurden zuletzt in Yuan abgewickelt - gegenüber 45 Prozent in Dollar, rund 27 Prozent in Euro und 8,5 Prozent mit dem britischen Pfund. Allerdings hat die chinesische Landeswährung aufgeholt. Noch vor vier Jahren lag der Yuan gerade einmal auf Platz 12 der globalen Zahlungsmittel, nun steht er an vierter Stelle.

Mit der Aufnahme in den Währungskorb des IWFs wollen sich die Chinesen auch keineswegs zufrieden geben. Im asiatischen Zahlungsverkehr ist der Yuan mit rund 30 Prozent der Zahlungen bereits die meist genutzte Währung in der Region. In Frankfurt können seit Mitte November Waren direkt in Yuan gehandelt werden.

Größtes Hindernis auf dem Weg zu einer globalen Leitwährung bleibt jedoch die chinesische Führung selbst. Trotz mehrfachen Bekundungen hat sie den Wechselkurs des Yuan nicht freigegeben. So lange Peking diesen Schritt nicht vollzieht, wird das Vertrauen in Chinas Währung gering bleiben.

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01.12.2015, 08:30 Uhr
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