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Chemie-Industrie dreht das große Rad
Für eine Handvoll Synthetik: Ein Lanxess-Mitarbeiter überprüft die Qualität des Produkts des Chemie-Herstellers. Foto: Lanxess / Thorsten Martin
Ein Beispiel von mehreren: Lanxess verlängert mit Kauf eines Ölkonzerns Wertschöpfungskette

Chemie-Industrie dreht das große Rad

Schwache Konjunktur, knappe Margen und ein begrenztes organisches Wachstum: In der Chemie-Industrie wird das große Rad der Übernahmen gedreht. Es geht um den Aufbau profitabler Kerngeschäfte.

19.03.2016
  • DPA

Köln. In der Chemie-Industrie ist der Lanxess-Konzern nur ein kleiner Fisch. Doch der Umbau des Unternehmens in den vergangenen Jahren zeigt exemplarisch, welche Welle der Veränderung derzeit durch die Branche rauscht. Um die schwächelnde Kernsparte um synthetische Kautschuke wieder in die Spur zu bringen, holten die Kölner im Herbst 2015 einen Ölriesen an Bord: Saudi Aramco. Für den Einstieg in ein Joint Venture mit Lanxess blätterten die Araber 1,2 Mrd. EUR auf den Tisch.

Vorstandschef Matthias Zachert hatte nicht nur einen Partner für die durch Überkapazitäten schwer gebeutelte Sparte gefunden. Auf einen Schlag hatte er auch die Wertschöpfungskette bis hin zum Erdöl für jene Produkte verlängert, die vor allem von der Reifen- und Autoindustrie nachgefragt werden.

Von ganz anderer Qualität ist der geplante Zusammenschluss von Dow Chemical und DuPont in den USA. Mit der Verschmelzung der Unternehmen würde der weltweite Branchenprimus BASF vom Thron gestoßen. Ein anderer Milliarden-Deal zeichnete sich in der Agrochemie mit der Übernahme der schweizerischen Syngenta durch ChemChina ab. Die erste Transaktion wird auf ein Volumen von 130 Mrd. US-Dollar (115 Mrd. EUR), die zweite auf 43 Mrd. US-Dollar geschätzt.

Wie in fast keiner anderen Branche wird in der Chemieindustrie derzeit Ausschau gehalten nach Übernahme- und Fusionszielen. "In diesem Jahr wird die Konsolidierungswelle in der Chemie-Industrie einen historischen Höhepunkt erreichen", schreiben die Unternehmensberater von A.T. Kearney in einer neuen Studie über Fusionen und Akquisitionen in diesem Wirtschaftszweig.

2015 sei der Wert der Transaktionen bereits zum vierten Mal in Folge gestiegen, diesmal um 30 Prozent auf knapp 98 Mrd. EUR. Kommen die beiden Vorhaben Dow Chemical/DuPont und Syngenta/ChemChina zustande, werde sich das Volumen 2016 Jahr verdoppeln, prognostizieren die Autoren der Studie.

Doch aus großen Übernahmen ergeben sich immer wieder Möglichkeiten für andere, weil aus einem Megadeal oft schlanke eigenständige Einheiten entstehen. "Wir müssen mit einer weiteren Spezialisierung der Branche auf bestimmte Marktsegmente, gerade in den Bereichen Spezial- und Petrochemie, rechnen", diagnostiziert Volker Fitzner von der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers die derzeitige Gemengelage.

Ein Paradebeispiel für den Umbau bietet auch der Bayer-Konzern. Vor zehn Jahren hatten sich die Leverkusener von der traditionsreichen Chemie getrennt, die inzwischen Lanxess heißt. Im vergangenen Jahr folgte mit dem Börsengang von Covestro der erste Schritt zur Herauslösung der Kunststoffsparte aus dem ehemaligen Konglomerat.

Bayer konzentriert sich künftig ganz auf das ertragreiche Gesundheitsgeschäft und die Agrochemie - und die Börse jubelt. Das Unternehmen gehört inzwischen zu den wertvollsten im Dax.

"Wir schauen uns den Markt an und gehen behutsam und fokussiert vor", sagte Lanxess-Chef Zachert bei der Bilanzvorlage über die Konsolidierung der Branche. Dabei lautet sein Motto: "Klasse statt Masse." Der Konkurrent Evonik strebt angeblich eine Übernahme bis zur Hauptversammlung im Mai an. Einmal mehr ist die Branche im Fluss und die Zahl von Kaufinteressenten unüberschaubar.

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19.03.2016, 08:30 Uhr
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