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Loblied auf Mutter Hillary

Chelsea Clinton schlägt die Werbetrommel für die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten

Selbstbewusst wirbt Chelsea Clinton für die Präsidentschaftskandidatur ihrer Mutter Hillary. Die Multi-Millionärin preist die Favoritin der Demokraten vor allem im Internet als künftige Sachwalterin der kleinen Leute.

28.10.2015
  • PETER DE THIER

Sie wuchs als wohlbehütetes Einzelkind eines US-Präsidenten auf und sitzt heute, mit nur 35 Jahren, in den Vorständen mehrerer Stiftungen und wohltätiger Organisationen. Chelsea Clinton ist mit ihren Aufgaben gewachsen. Die Gemeinsamkeiten mit der früheren First Lady und späteren US-Außenministerin sind unverkennbar. Die Augen, der stechende Blick und das breite Grinsen. Jenes zustimmende Nicken, von dem man nie weiß, ob es ernst gemeint ist.

Doch Mutter und Tochter verbindet deutlich mehr als Äußerlichkeiten. Chelsea kann auch heute noch jenen Schmerz nachempfinden, den ihre Eltern während der acht Jahre gefühlt haben müssen, als sie das Weiße Haus in Washington ihr Zuhause nannten. "Ich kann mich ehrlich gesagt an keinen Tag erinnern, an dem meine Eltern nicht beide gnadenlos attackiert wurden", erinnert sich Chelsea. Ob es Skandale um Vater Bill waren, die in einem Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten gipfelten. Oder Gerüchte um fragliche Immobiliengeschäfte, außenpolitische Entscheidungen oder seinen unermüdlichen Einsatz für eine umfassende Gesundheitsreform. "Wenn man als Teenager in einem solchen Umfeld aufwächst, legt man sich ein dickes Fell zu. Das hat mir mein ganzes Leben geholfen, ungewöhnliche Dinge zu erreichen", sagt die 35-Jährige heute.

Unerwähnt bleibt in den zahlreichen Interviews, in denen Chelsea dieser Tage für die Präsidentschaftskampagne ihrer Mutter die Werbetrommel rührt, dass auch der Name und die Prominenz bei ihrer Karriere eine Rolle gespielt haben. Problemlos wurde sie in den besten Universitäten der Welt aufgenommen. Sie studierte in den USA an den Elitehochschulen Stanford und Columbia. Zur Promotion wechselte die Präsidententochter dann nach England an die Oxford Universität und stieg bei der Consulting Firma McKinsey and Co. ein. Danach arbeitete sie für ein Wertpapierhaus an der Wall Street, die New York Universität und gehört heute den Vorständen der milliardenschweren Stiftungen ihres Vaters sowie der American School of Ballet und der Organisation Common Sense Media an, die sich für Jugendliche und deren verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien einsetzt.

An der Wall Street lernte Chelsea auch ihren späteren Gatten Marc Mezvinsky kennen, den sie 2010 heiratete.

Nun will Chelsea Clinton ihre Lebenserfahrung und jenes "dicke Fell" nutzen, damit Hillarys Lebenstraum in Erfüllung geht. Ihre Auftritte erwecken zunächst den Anschein, als würde die junge Multi-Millionärin ihr neues Buch mit dem Titel "Es ist Deine Welt" verkaufen wollen. Mit ihm will sie junge Menschen dazu animieren, sich zu informieren.

Lange dauert es bei Buchpräsentationen oder in Fernsehinterviews nicht, bis die Autorin und Mutter einer einjährigen Tochter den Bogen schlägt zur Präsidentschaftskampagne. "Ich bin kein Wahlkampfexperte", sagt Chelsea, "aber eines weiß ich, dass meine Mutter deswegen in der Wählergunst weiter zulegt, weil sie sich jener Themen annimmt, die Menschen wichtig sind und ihr Leben verbessern können." Ob es Krankenversorgung, Klimawandel, Anhebung des Mindestlohns oder die ausgeprägte soziale Ungleichheit in den USA ist, Hillary wolle für alle Amerikaner kämpfen, "nicht nur die Reichen und Mächtigen". Deswegen liebe ich sie, deswegen bin ich stolz, dass sie meine Mutter ist. Sie wird eine tolle Präsidentin."

Chelsea hat aber auch aus den Fehlern der Präsidentschaftskampagne vor acht Jahren gelernt. Damals besuchte sie hunderte von Universitäten, um junge Wähler für ihre Mutter zu begeistern. Was sie nicht wusste: Mit dieser Form von Basisdemokratie erreichte sie nicht annähernd so viele Menschen wie Barack Obama, der früher als alle anderen Kandidaten erkannte, dass man Massen am besten via Internet erreichen kann.

Folglich nutzt die 35-Jährige nun auch soziale Medien. Häufig "re-tweeted" sie das Gezwitscher ihrer Mutter und stellt damit sicher, dass die Tweets der Kandidatin auch Chelseas knapp eine Million Follower erreichen. Den Einsatz ihrer Tochter weiß die 68-jährige Präsidentschaftsbewerberin sehr wohl zu schätzen. "Eine bessere Tochter und stärkere Frau an meiner Seite als Chelsea kann ich mir nicht vorstellen", schwärmt die deutlich favorisierte Demokratin. Dann gibt sie das Kompliment zurück: "Und wenn es mal so weit sein sollte, dann würde auch sie eine tolle Präsidentin sein."

Chelsea Clinton schlägt die Werbetrommel für die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten
Chelsea Clinton geht für ihre Mutter Hillary auf Stimmenfang. Sie setze sich für alle US-Amerikaner ein, lautet die Botschaft. Foto: imago

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28.10.2015, 12:00 Uhr
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