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Charmantes Raubein mit nachdenklicher Seite
Curd Jürgens 1978 im Urlaub auf den Bahamas. Foto: Horst Ossinger/dpa
Der 1982 verstorbene Schauspieler Curd Jürgens wäre morgen 100 Jahre alt geworden

Charmantes Raubein mit nachdenklicher Seite

Curd Jürgens war einer der wenigen weltweit erfolgreichen Filmstars Nachkriegsdeutschlands. Eine Ausstellung gibt neue Einblicke in sein Leben.

12.12.2015
  • ALKIMOS SARTOROS, DPA

Frankfurt. Er war "Des Teufels General", ein eindrucksvoller "Jedermann" in Salzburg und ein Bond-Bösewicht der Extraklasse. 1978 spielte er in einer der meistgesehenen "Tatort"-Folgen, "Rot - rot - tot". Morgen jährt sich der Geburtstag von Curd Jürgens (1915-1982) zum 100. Mal. Das Deutsche Filmmuseum widmet dem Schauspieler dazu eine besondere Ausstellung.

Zeitlebens pflegte Jürgens sein Image als Lebemann, als charmantes Raubein, das den Luxus, die Frauen und den großen Auftritt liebte. Er war fünfmal verheiratet, zuletzt mit Margie Schmitz, und hatte zahlreiche Affären. Doch es gab auch eine andere Seite: "Was beim genauen Studieren des Nachlasses, vor allem der persönlichen Aufzeichnungen überrascht, ist, wie sehr sich Curd Jürgens vor allem in den frühen Jahren seines Schaffens mit der Form des Theaters, der Qualität der Inszenierungen und Filme, in denen er mitwirkt, auseinandersetzt", sagt Hans-Peter Reichmann. Der Sammlungsleiter des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt hat anlässlich von Jürgens 100. aus dessen Nachlass eine virtuelle Ausstellung erstellt.

Jürgens wollte, dass dieser nach seinem Tod verbrannt werde. Doch seine Witwe Margie entschied sich nach dem Ableben des 66-Jährigen 1982 anders. 1997 übergab sie sein Erbe inklusive Drehbüchern, tausender Fotos und Fanpost, seinen Pfeifen samt Pfeifenbesteck dem Museum. In alledem zeigen sich etliche Facetten des Menschen Curd Jürgens. In einem Tagebuch von 1947 habe er etwa Eindrücke der Wiener Nachkriegszeit vermittelt, von unbeheizten Theatern und der ständigen Armut, die ihn Hunger leiden ließ, erzählt Reichmann. "Vielleicht wird dadurch der ,Genussmensch Curd Jürgens, der sein Leben in vollen Zügen genoss, auch nachvollziehbarer und menschlicher." Dabei hatte Jürgens schon zu Lebzeiten Einblicke in sein Leben gegeben: in dem Roman "Der süße Duft der Rebellion" (1980) sowie in seinen Memoiren "Und kein bisschen weise" (1976).

Geboren worden war Jürgens am 13. Dezember 1915 in München. Sein Vater stammte aus Hamburg, seine Mutter war Französin. Als er zehn Jahre alt war, zog sie mit ihm nach Berlin. Schon früh war er in einer Theatergruppe dabei, bevor er sich jedoch zum Schauspieler ausbilden ließ, arbeitete er eine Zeitlang als Reporter. Von 1941 an gehörte er zum Ensemble des Wiener Burgtheaters. Seinen größten Ruhm erlangte er jedoch auf der Filmleinwand: Er wirkte in mehr als 150 Filmen mit, stand mit Romy Schneider, Orson Welles, Richard Burton, Ingrid Bergmann und Brigitte Bardot vor der Kamera. Den Weltruhm sicherte ihm 1977 endgültig der Bond-Film "Der Spion, der mich liebte". Darüber hinaus war Curd Jürgens ("Ich hab nichts ausgelassen") auch Regisseur und Sänger.

Begraben wurde Curd Jürgens in Wien. An seinem Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof erinnern heute zwei goldene Masken an den großen Schauspieler.

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12.12.2015, 08:30 Uhr
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