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Infrastruktur

Chancen auf der neuen Seidenstraße

Für deutsche Firmen ist es schwierig, aber reizvoll, sich an Chinas Großprojekt zu beteiligen.

27.02.2018

Von DIETER KELLER

Berlin. Die neue Seidenstraße bietet deutschen Unternehmen viele Chancen, auch wenn sie mit großen Risiken und Unwägbarkeiten verbunden sind. Davon ist der Außenhandels-Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Volker Treier, überzeugt. Er wirbt darum, dass auch kleine und mittelständische Firmen dieses Megaprojekt mit „nüchternem Blick“ verfolgen. „Wir müssen frühzeitig dabei sein“, fordert Treier.

Die Dimensionen des Projekts, das die Chinesen im Jahr 2013 angestoßen haben, sind von gigantischem Ausmaß: Umgerechnet 730 Mrd. EUR sollen in die neue Seidenstraße investiert werden, die China und Europa verbindet – oder plastischer ausgedrückt Peking mit Duisburg. Diese beiden Orte zeigt zumindest die Karte in einer Broschüre, mit der der DIHK zusammen mit der Außenwirtschafts-Gesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI) deutschen Unternehmen die Pläne näher bringen will.

Im Gegensatz zur antiken Seidenstraße, auf der vor mehr als 2000 Jahren Handelswaren aus China mühsam nach Europa wanderten, soll die neue nicht nur über Land führen, sondern auch über das Meer. Gebraucht werden also nicht nur Straßen und Schienen, sondern ebenfalls Häfen – und verbunden damit in zahlreichen eher unterentwickelten Ländern Sonderwirtschaftszonen, Freihandelsabkommen und vereinfachte Zollabfertigung.

Erhebliche Finanzmittel stehen bereits zur Verfügung, nicht nur aus China, sondern auch von der Asian Infrastructure Investment Bank, an der auch Deutschland beteiligt ist. Die spannende Frage ist, ob die Chinesen alles alleine machen wollen oder ob auch die Deutschen einen Fuß in die Tür bekommen, etwa wenn Projekte und Märkte in Zentralasien oder Weißrussland erschlossen werden. Chancen sieht die GTAI für deutsche Anbieter von Spezialausrüstungen, etwa in der Bahn, Schiff- oder Luftfahrttechnik, aber auch beim Erschließen von Gas- und Ölreserven.

Allerdings sind die Ausschreibungsbedingungen häufig noch unklar. Damit deutsche Unternehmen überhaupt von den Seidenstraßen-Projekten erfahren, hat die GTAI eine Datenbank aufgebaut, in der aktuell 50 Vorhaben für Investitionen von rund 150 Mrd. Dollar (umgerechnet rund 122 Mrd. EUR) zu finden.

Dieter Keller

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Erstellt:
27. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
27. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2018, 06:00 Uhr

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