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Bundestagswahl

Cem Özdemir holt gewaltig auf

Der Bundesvorsitzende der Grünen lieferte sich mit dem Christdemokraten Stefan Kaufmann in Stuttgart ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

25.09.2017
  • RAIMUND WEIBLE

Stuttgart. Kurz nach 20 Uhr am Eingang des Stuttgarter Ratssaals. Karin Maag nimmt die Glückwünsche von zwei Trachtenträgerinnen entgegen. zu diesem Zeitpunkt war klar, dass die CDU-Bundestagsabgeordnete ihren Wahlkreis Stuttgart II verteidigen würde. Um 21 Uhr, nach der Auszählung von 188 der 231 Wahlbezirke, lag sie mit 33,7 Prozent deutlich vor ihrem stärksten Kontrahenten, dem SPD-Bewerber Michael Jantzer 18,6 Prozent).

Die 55-jährige Maag war allerdings meilenweit von ihrem Ergebnis von 2013 entfernt. Damals kam die Juristin auf 43,8 Prozent. Sie zeigte sich dennoch recht zufrieden. Sie sei angesichts der Umstände nicht davon ausgegangen, über 40 Prozent zu kommen.

Ihr Parteifreund Stefan Kaufmann musste allerdings gehörig zittern. 2013 hatte er noch Cem Özdemir von Grünen deutlich distanzieren können. Dieses Mal lieferten sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Özdemir, Bundesvorsitzender der Grünen, kam knapp an die 30-Prozent-Grenze, Kaufmann lag nur knapp darüber. „Solch ein knappes Ergebnis hätte man vor zwei Wochen noch nicht erwarten können“, zeigte sich Kaufmann enttäuscht, „aber wir können uns hier in Stuttgart nicht vom Bundestrend abkoppeln.“

Starke Medienpräsenz

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Iris Ripsam, die nicht wieder zur Wahl antrat,führte den Erfolg von Özdemir auf dessen führende Rolle in seiner Bundespartei zurück. Seine hohe Medienpräsenz habe sich ausgewirkt, meint Ripsam: „Die Leute kennen ihn einfach.“ Als über die Leinwand um 18 Uhr die erste Hochrechnung im Stuttgarter Rathaus flimmerte, jubelten erst die Grünen, dann aber noch lauter die Vertreter der AfD. Denn bei 13 Prozent auf Bundesebene, so war den Vertretern der Rechtspartei klar, würde es ihren beiden Stuttgarter Kandidaten in den Bundestag reichen. Lothar Maier, Kandidat im Wahlkreis II, zeigte sich denn auch sehr siegesgewiss, hat er doch in der Landesliste der AfD den zweiten Platz bekommen.

Im Wahlkreis lag der emeritierte Professor nach dem vorläufigen Zwischenergebnis um 21 Uhr bei 10,7 Prozent der Stimmen. Sein Parteifreund, Daimler-Maschinenbauingenieur Dirk Spaniel, kam im Wahlkreis I auf 7,0 Prozent. „Das kann auch ihm für ein Mandat reichen“, sagte der 73-jährige Maier.

Auch wenn sie sich im Ratssaal akustisch nicht bemerkbar machten: Freude kam auch bei den Liberalen auf. Im Wahlkreis Stuttgart I sicherte sich Judith Skudelny nach dem Zwischenergebnis 8,3 Prozent. Was angesichts ihres Listenplatzes 2 zu einem Mandat verhelfen müsste.

Anna Christmann konnte zwar im Wahlkreis II nicht Schritt halten mit ihrem Parteichef Özdemir. Doch ihre 15,4 Prozent und ihr Listenplatz elf lassen ebenfalls auf ein Mandat hoffen.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis seiner Partei. „Das ist kein Wahlsieg“, kommentierte er, „aber wir stehen ganz stabil, auch wenn der Wind von vorn kam.“ Cem Özdemir habe einen guten Job gemacht, attestierte er dem Stuttgarter Kandidaten.Diese Meinung vertrat auch Anna Christmann. „Wir haben einen starken Endspurt hingelegt“, sagte die Politikwissenschaftlerin, die am Sonntag ihren 34. Geburtstag feierte.

Traurig stimmte Kuhn der Einzug der AfD in den Bundestag. Die Grünen müssten verantwortungsvoll mit dem Ergebnis umgehen. Er erwarte, dass die Partei ernsthaft – und nicht nur für die Show – eine Regierungsbeteiligung prüfe.

Martin Körner, Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeinderat, zeigte sich über die Ankündigung seines Parteichefs Martin Schulz, in die Opposition zu gehen, überhaupt nicht schockiert. „Das ist der richtige Schritt“, sagte Körner, „denn es ist wichtig, dass die AfD nicht die größte Oppositionsfraktion wird.“

AfD-Gemeinderat Lothar Maier kündigte für seine Wahl in den Bundestag an, weiterhin dem Rat in Stuttgart angehören zu wollen. Er wolle aber den Fraktionsvorsitz abgeben..Ansonsten werde er versuchen, bei jeder Plenumssitzung des Gemeinderats anwesend zu sein. der der für die AfD

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25.09.2017, 06:00 Uhr
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