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Caspers Tanz auf
dem Vulkan
Das Cover der neuen Casper-Platte. Foto: SMD / Columbia
HipHop

Caspers Tanz auf dem Vulkan

Widerstände überwinden, sich neu definieren: Das neue Album „Lang lebe der Tod“ schreit Gefühle heraus.

06.09.2017
  • UDO EBERL

Ulm. Da war mehr als nur der Wurm drin. Gerade noch hatte Casper beim Kosmonaut Festival im Sommer 2016 vor einem gewaltigen Stacheldraht-Vorhang seinen ersten neuen Song „Lang lebe der Tod“ inszeniert, auf dem Dagobert mitsingt und Blixa Bargeld, der Sänger der Einstürzenden Neubauten, die Hörer geradezu mit in die Tiefe zieht, da schien der HipHop-Akteur selbst im dunklen Schacht zu hängen – kurz vorm freien Fall.

Zunächst wurde die Veröffentlichung des vierten Albums auf unbestimmte Zeit verschoben, dann folgten nach einer kurzen Club-Tour auch die Hallen-Konzerte. Casper, bürgerlich Benjamin Griffey, hatte sich nicht nur ausgepowert und war gegen eine Wand der Selbstzweifel gerast, er fühlte sich ausgeliefert und seine Privatsphäre bedroht. Auch in Berlin, wo man so rasch in die Anonymität flüchten kann. Wie sehr in den Folge-Monaten und in psychisch dunklen Zeiten an den einzelnen Stücken nachgeschraubt und feinjustiert worden sein mag: Das mit Markus Gantner produzierte neue Album „Lang lebe der Tod“ (Columbia/Sony Music) lässt spüren, welche Fesseln gelöst werden und wie viel Last abfallen musste.

Sensibel wie Casper nun einmal ist, überträgt er die eigenen Schatten gekonnt in ein aktuelles Zeitgeist-Gefühl, das längst weit über die German Angst hinausgeht. Die HipHop-Wurzeln vermischen sich mit der Wucht des Industrial-Sounds; Techno-Partikel und Elektrobeats werden ebenso in den Sound-Raum geschleudert wie an Gothic erinnernde Rockriffs und hymnische HipHop-Momente. Wo gehen wir hin, was müssen wir uns gefallen lassen, wann dürfen wir schreien und wütend sein? Casper textet klar, singt laut und intensiv.

„Keine Angst“

Mit parolenhafter Power bewegt sich der 34-Jährige aus dem „Hinterland“ des erfolgreichen Vorgänger-Albums hinein in die emotionale Unsicherheit dieser Zeit und ein nervöses Neon-Licht, mal tastend, mal Gefühle herausschreiend. „Keine Angst“ singt er mit seinem Gast Drangsal und liefert die Begleitmusik für den Tanz auf dem Vulkan der Generationen, die den Wohlstand leben und doch das Gefühl der Unsicherheit nicht abschütteln und die Sirenen im Hinterkopf nicht abschalten können. Kein Album aus einem musikalischen Guss ist es geworden und doch typisch Casper. Man möchte mit ihm verzweifeln und die kommenden grauen Tage zelebrieren. Lang lebe der Tod – möglichst laut; ewig leise wird es früh genug. Udo Eberl

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06.09.2017, 06:00 Uhr
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