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Lkw sparen Diesel mit Leichtlauf-Reifen

CO2-Ausstoß mit einfachen Mitteln reduzieren

Nur Verbesserungen an den Dieselmotoren reichen nicht aus, um den Schadstoffausstoß von Lkw deutlich zu senken. Auch Reifen oder Spoiler helfen.

20.10.2015
  • DIETER KELLER

Berlin "Wir haben nicht manipuliert, und wir werden nicht manipulieren." In Zeiten des VW-Abgasskandals gehört ein solches Bekenntnis derzeit obligatorisch zur Pressekonferenz eines Autoherstellers, auch wenn es um schwere Lkw von Mercedes-Benz geht. Es kam gestern in Berlin von Daimler-Nutzfahrzeugvorstand Wolfgang Bernhard. Auch die schweren Laster mit dem Stern auf dem Kühler fahren mit Diesel-Motoren, und das wird sich auch nicht so schnell ändern. Die große Herausforderung sind allerdings nicht Stickoxide wie bei VW, sondern der CO2-Ausstoß.

Bis 2030 will ihn die EU um 30 Prozent gegenüber 2005 reduzieren. Deutschland ist noch ehrgeiziger und diskutiert über 40 Prozent, ein "sehr ambitioniertes Ziel", so Bernhard. Verbesserungen allein beim Motor reichten da nicht aus. Doch der Schadstoffausstoß lässt sich mit recht einfachen Mitteln um bis zu 14 Prozent reduzieren: Leichtlauf-Reifen, eine bessere Aerodynamik und ein vorausschauender Tempomat reichen, ergab ein Feldversuch mit 3 Speditionen. Aus neuen Motoren ließen sich "mit großem Aufwand" 3 Prozent herauskitzeln.

Das Einsparpotenzial überraschte nicht nur Bernhard, sondern auch René Große-Vehne von der gleichnamigen Spedition in Heimsheim. Schließlich handelt es sich um Dinge, die schon länger auf dem Markt sind. Allerdings bergen sie Tücken. So sind Spoiler und andere Zusatzverkleidungen verletzungsanfällig, und sie werden leicht beschädigt. Zudem gibt es Zulassungsprobleme bei Fahrten in andere Länder. Die Leichtlaufreifen nutzen sich schneller ab, und sie kosten etwa 800 EUR pro Fahrzeug mehr. Trotzdem rechnen sich die Investitionen schon nach zwei bis zweieinhalb Jahren durch den geringeren Kraftstoffverbrauch, betonte der Leiter von Mercedes-Benz Trucks, Stefan Buchner.

Das ist genau der Punkt, den der Hersteller gern herausstreicht: Die Sache lohnt sich für den Spediteur. Denn der Kraftstoff macht immerhin ein Drittel der gesamten Betriebskosten aus.

Bernhard sieht noch weitere große Einsparpotenziale. Allein 10 Prozent könnte mehr Fahrertraining und damit ein effizienterer Betrieb bringen. Beim Kraftstoff denkt er an Bio-Diesel und Erdgas. Hinzu kommt die Infrastruktur, also die vielen Staus auf den Autobahnen. Ein zusätzlicher Stopp pro Kilometer verdoppele den CO2-Ausstoß. Daher muss der Staat dringend mehr in Straßen und Brücken investieren.

Auch kleine Dinge können viel bringen. So stehen auf den Rasthöfen am Sonntag bis zu 50 000 Lkw, die immer wieder den Motor anwerfen, um die Batterie aufzuladen, an der von der Heizung bis zur Mikrowelle viel hängt. Mit Elektroanschlüssen an den Parkplätzen ließen sich 30 000 Tonnen CO2 im Jahr einsparen.

Daneben forderte Bernhard steuerliche Anreize, damit die Erneuerung der Lkw-Flotte mit Euro-6-Motoren nicht 20 Jahre dauert.

CO2-Ausstoß mit einfachen Mitteln reduzieren
Dieser Versuchs-Lkw von Daimler fährt mit Leichtlauf-Reifen. Dies drückt den Kraftstoffverbrauch. Foto: Daimler AG

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20.10.2015, 12:00 Uhr
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