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Der Ort will Gehör und Bus

Busverkehr nach Bebenhausen soll dringend besser funktionieren

Der Ortschaftsrat von Bebenhausen ist hoch verärgert. Die Stadtverwaltung habe – wieder einmal – nicht die Interessen des Teilorts vertreten. Der praktisch gestrichene Busverkehr nach Tübingen lasse Schüler und Touristen am Goldersbach stranden.

19.09.2015

Von Mario Beisswenger

Bebenhausen. „Die Stadt hat unsere Interessen nicht richtig vertreten.“ Für Ortschaftsrat Peter Halla war auf der Sitzung in Bebenhausen am Donnerstagabend ganz klar, wer Verantwortung hat für die aus Sicht des Rates völlig unzureichende Busversorgung. Wie berichtet, ist Bebenhausen in Richtung Tübingen vom Bus abgeschnitten, weil wegen des Radwegbaus an der Straße nach Dettenhausen der Verkehr nun bis Ende Oktober nur in Richtung Dettenhausen möglich ist.

Über die Sommerferien ersetzte ein Ruftaxi den Bus nach Tübingen. Am Freitagnachmittag vor Schulbeginn erfuhr der Ort dann, dass diese Regelung auch bis in den Oktober gelten solle. Die zwei Vorwürfe des Rates dabei: Die Information kam viel zu knapp und konnte gar nicht alle erreichen, die Lösung mit einem Ruftaxi sei völlig unzureichend für morgens leicht mal 15 Schülern plus eine Handvoll Studierender und Pendler.

Nach Darstellung der Kreisverwaltung war das Baustellen-Problem nicht absehbar. Der Radweg-Neubau sollte nach den Sommerferien so weit gediehen sein, dass der Verkehr zweispurig vorbeigeleitet werden kann. Tatsächlich sind die Bauarbeiter aber immer noch in dem Abschnitt, wo die Betonabsperrung in der Straßenmitte so etwas nicht möglich macht.

Nach Hallas Aktenstudium „war von Anfang an klar, dass das Problem besteht“. Außerdem hätte ein Blick vor Ort schnell ergeben, dass sich auf der Baustelle über die Sommerferien wenig bewegte: „Das war erkennbar, dass sich da nichts tut“, sagte seine Kollegin Dagmar Röhm.

Für die Räte passte dieses Versagen in eine lange Vorgeschichte. Wieder und wieder seien die Interessen von Bebenhausen nicht, spät oder unzureichend berücksichtigt worden. Allein in Verkehrsfragen zuletzt beim Bau des Hochwasserdamms vor Lustnau etwa oder bei der Sperrung zum Umbau der Kälberstelle.

Dieter Braun, Abteilungsleiter beim Kreis für Verkehr und Straßen, deutete auf der Sitzung an warum. Bei 8000 Fahrzeugen auf der Landstraße pro Tag, gehe es zunächst mal darum, den Autoverkehr gefahrfrei abzuwickeln. Der Kreis hatte wohl auch alte Zahlen über die Busbenutzung, nach denen ein Sammeltaxi mit acht Plätzen ausreicht. Die Tübinger Stadtverwaltung habe zwei Mal der vom Kreis angeordneten jetzigen Verkehrsführung widersprochen. Doch der Kreis habe sich gegen Alternativen etwa mit Ampeln entschieden. „Es gab keine machbare Lösung, außer der, die wir realisiert haben.“

Die Folge der Verkehrsführung für die Busanbindung möchte der Ortschaftsrat schnell ausgebügelt haben. Dazu soll unter der Woche zwischen 6 und 9 Uhr morgens ein fixer Halbstundentakt mit ausreichend großen Busen eingerichtet werden. Den Rest des Tages genüge ein Anruftaxi alle halbe Stunde – sofern ein Aushang an der Haltestelle ordentlich drauf hinweise und auch mal größere Gruppen transportiert werden können. Außerdem will der Rat, dass der Ortsvorsteher in Zukunft in allen Angelegenheit, die den Ort betreffen, ohne Verzug eingebunden wird.

Freitagmorgen gab es ein zuvor schon verabredetes Treffen von Stadtverkehr und dem Ortsvorsteher Hansjörg Kurz. Das Ergebnis: Von Montag an bis Ende Oktober fährt eine Zusatzlinie. Werktags ist sie von 7 Uhr bis 9 Uhr im Halbstunden-Takt nach Tübingen unterwegs. Speziell für Schüler gibt es um 7.30 Uhr ein Bus bis zur Geschwister-Scholl-Schule. Von 5.15 Uhr bis 6.15 Uhr und wieder von 09:30 Uhr bis 23:30 Uhr fährt nach vorheriger telefonischer Anmeldung unter 07071 / 3 40 00 die Firma Minicar im Auftrag der Stadtwerke Tübingen. Diese Fahrten mindestens 30 Minuten vor dem Start anmelden.

Die Stadtverwaltung legt wert auf die Feststellung, dass sich OB Boris Palmer durchaus für die Bus-Anbindung von Bebenhausen eingesetzt hat. Die Information, dass die normalen Linienbusse nach Schulbeginn nicht Richtung Tübingen fahren, habe der Kreis erst sehr spät an die Stadt weitergegeben. Kurzfristig sei für die erste Schulwoche dann nur der Weiterbetrieb mit Anruftaxi möglich gewesen.

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Erstellt:
19. September 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
19. September 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. September 2015, 12:00 Uhr

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