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Alles andere als barrierefrei: die neuen Bushaltestellen

Bushaltestellen werden umgebaut · Probleme bei Notfalleinsätzen in der Schnarrenbergstraße

Die Plazenta hatte sich vorzeitig gelöst und die Frau drohte zu verbluten. Die Notärztin legte der jungen Mutter die Zugänge während der Fahrt, so konnten sie in letzter Sekunde das Krankenhaus erreichen, wo Mutter und Kind per Kaiserschnitt gerettet wurden.

16.04.2018

Von Peter Strigl

Der erhöhte Randstein vereinfacht den Ein- und Ausstieg aus den Bussen. Wenn der Bus allerdings wie hier in der Schnarrenbergstraße die Fahrbahn blockiert, muss der nachfolgende Verkehr warten. Selbst wenn es ein Krankenwagen mit Blaulicht ist. Bild: Metz

Diese Geschichte ist so wirklich passiert, die Tübinger Notärztin Lisa Federle hat sie erlebt. In so einem Fall zählt jede Sekunde, nichts darf das Einsatzfahrzeug behindern. Deswegen ärgert sich Federle auch über die neue Bushaltestelle Calwerstraße in der Schnarrenbergstraße. Seit die nämlich barrierefrei umgebaut wurde, halten die Busse direkt auf der Straße. Weil es nur einen Fahrstreifen gibt, der durch eine Grünfläche von der Gegenfahrbahn getrennt ist, kommen Krankenwagen nicht mehr an dem Bus vorbei. „Wenn es 40 Sekunden sind, ist es schnell“, sagt Federle über die Haltezeit an der Bushaltestelle. „In bestimmten Situationen ist das lebensbedrohlich.“ Und auch nach der Engstelle können Einsatzfahrzeuge den Bus bis zur nächsten Haltstelle nicht überholen – dort gibt es noch eine herkömmliche Einbuchtung.

In diesem Jahr werden 45 Haltestellen barrierefrei umgebaut, nach Wunsch der Stadtplaner halten die Busse direkt auf der Straße. Erhöhte Bordsteinkanten werden den Zu- und Ausstieg erleichtern. So wird Zeit gespart – nur eben nicht für den dahinter wartenden Verkehr. „Es ist sinnvoll, die Sachen gleich so einzurichten, dass sie im Notfall funktionieren“, kritisiert Federle.

Auch die Feuerwehr wäre im Ernstfall betroffen. Die Schnarrenbergstraße ist die direkte Verbindung von der Wache in der Kelternstraße zu den Kliniken und der Morgenstelle. „Es ist ein grundsätzliches Problem, den Verkehr zu verlangsamen“, sagte der diensthabende Einsatzleiter Bernd Fluhr auf Nachfrage des TAGBLATTs. Es habe schon Fälle gegeben, in denen man deswegen interveniert habe. „Wir kriegen es zum Teil aber gar nicht mit.“

So auch in diesem Fall: Die Bushaltestelle sorgt erst für Verärgerung, seit sie fertig ist. In der Planung passierte sie alle Gremien, unbemerkt zwischen den anderen Haltestellen, die alle in einer Tour verabschiedet wurden. „So war das ursprünglich nicht geplant“, gesteht Albert Füger, Leiter des städtischen Tiefbauamts, ein. Eigentlich sollten die Busse unterhalb der Engstelle warten, wenn sie das Martinshorn hören. In der Praxis funktioniert das offenbar nicht.

Kürzlich hat sich Federle an Oberbürgermeister Boris Palmer gewandt, der sich des Problems sofort annahm. „Wir haben entschieden, den schmalen Grünstreifen in der Mitte auf Länge der Haltestellen zu einer überfahrbaren Sperrfläche umzubauen“, teilte er dem Tagblatt nun mit. Bis spätestens Ende Mai soll das umgesetzt werden.

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Erstellt:
16. April 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
16. April 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. April 2018, 01:00 Uhr

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M. Sprißler 16.04.201809:11 Uhr

Gleiches Problem jn der Pfrondorfer Straße auf Höhe Eichhalde in beiden Richtungen. Wenn der Bus hält, sind Radweg und Straße blockiert, auch für Feuerwehr und DRK. Wenn Feuerwehr oder DRK Pech haben, bremst sie der Bus aber schon unten an der Kreuzung Kreuzstrasse aus, wenn der Bus die ganze Kreuzung blockiert, seit auch diese Haltebucht zerstört wurde.
Warum dazu noch im Stäudach schon bisher erhöhte Bordsteine für jeweils fünfstellige Beträge durch gleich hohe oder kaum höhere weisse Steine ersetzt werden, versteht man nicht.

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