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Bundeswirtschaftsminister Gabriel ist beeindruckt von Innovationen bei EBM-Papst
Sigmar Gabriel interessierte sich besonders für Energiescouts wie Eva-Maria Wolfart, die schon bei Tagungen in New York und London referierte. Foto: Linda Hener
Abstecher zum Weltmarktführer in der Pampa

Bundeswirtschaftsminister Gabriel ist beeindruckt von Innovationen bei EBM-Papst

Fern der Hauptstadt besuchte Wirtschaftsminister Gabriel einen Weltmarktführer. Bei EBM-Papst in Hohenlohe informierte er sich über eine innovative Firma, der auch eine Initiative seines Hauses zu verdanken ist.

13.02.2016
  • HANS GEORG FRANK

Mulfingen. Am Ende hatte der Bundeswirtschaftsminister eine Bitte an die Belegschaft: „Gehen Sie wählen!“ Es sollten aber keine Leute ins Parlament kommen, „die mit scheinbar einfachen Antworten nichts lösen, aber dafür alles radikalisieren“, mahnte Sigmar Gabriel gestern mit Blick auf den 13. März vor 200 Mitarbeitern des Ventilatorenspezialisten EBM-Papst in Mulfingen (Hohenlohekreis). „Das Land darf nicht vor die Hunde gehen“, wurde der SPD-Chef deutlich.

Der Aufruf dürfte auf fruchtbaren Boden gefallen sein, wenn die Rechnung der Geschäftsführung des 1963 gegründeten Weltmarktführers aufgegangen ist. Der hohe Besuch soll „ein Stück weit Motivation“ sein, verriet Sprecher Hauke Hannig. Die Mitarbeiter sollten spüren, dass EBM-Papst „eine tolle Firma ist, wenn ein so wichtiger Politiker kommt - zumal in die Pampa“.

Dass Rainer Hundsdörfer, Chef von weltweit 12 000 Beschäftigten, einen Wunschzettel - „Digitalisierung, Straßenbau, Infrastruktur, Energiewende besser umsetzen“ - vorlesen wollte, verstand sich von selbst. Er kennt den Vizekanzler, „das ist ein lockerer Typ“. Lernfähig sei er auch. So erfuhr Gabriel, dass er fast überall auf Produkte des Gastgebers trifft, vom Handy bis zur Heizung: „Sie entkommen uns nicht.“

Den Abstecher in die Provinz hatte Rezzo Schlauch eingefädelt. Dem früheren Staatssekretär ist Gabriel zu ewigem Dank verpflichtet. In seiner Zeit als Ministerpräsident von Niedersachsen hatte ihm der Grüne so viel Geld aus der Staatskasse besorgt, dass das Defizit der „Expo 2000“ in Hannover einigermaßen verkraftet werden konnte. Gabriel erinnert sich an 4,5 Mio. EUR, Schlauch weiß noch von 200 Mio. EUR.

Gabriel sollte selber sehen, was in der fernen Hauptstadt viel zu wenig zur Kenntnis genommen werde, sagte Schlauch der SÜDWEST PRESSE. Ein Champion wie EBM-Papst sei innovativ, leistungsfähig, habe „unglaubliche Arbeitsplatzzahlen“. Gabriel war denn auch ordentlich beeindruckt von dem Mittelständler mit über 1,5 Mrd. EUR Umsatz. „Dies ist eines der Beispiele, warum Deutschland so ein stolzes Land ist - sehr forschungsintensiv, global aufgestellt, international erfolgreich.“ Hier werde der Umweltschutz als Geschäftsmodell verstanden, „nicht als etwas, das man den Unternehmen überstülpen muss“.

Gabriel machte bei seinem Rundgang lange Halt bei Eva-Maria Wolfart (19). Die angehende Kauffrau für Bürokommunikation ist einer der Energiescouts. Die Auszubildende spürt jene Stellen auf, wo Energie verschwendet wird, auch Leckagen bei der Hydraulik werden entdeckt. Seit 2010 hat EBM-Papst dank der Scouts über 1 Mio. EUR gespart. Gabriel kam der Einsatz bekannt vor. Sein Ministerium hat, zusammen mit dem DIHK, 1500 solcher Sparpotenzialsucher in deutschen Firmen gefördert. Das sei „Ideenklau“ gewesen, räumte er freimütig ein und fügte werbespruchtauglich hinzu: „Es geht viel Gutes von EBM-Papst für das Land aus.“

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13.02.2016, 08:30 Uhr
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