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Krieg aus der zweiten Reihe

Bundeswehr unterstützt Kurden weiter mit Waffen und Ausbildern

Mit 1800 Tonnen Waffen und Ausrüstung unterstützt die Bundeswehr kurdische Soldaten im Nordirak. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen war nun vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

28.10.2015
  • MICHAEL FISCHER, DPA

Bagdad Die Begeisterung der Peschmerga-Kämpfer für die Panzerabwehrrakete "Milan" kennt keine Grenzen. Einige der kurdischen Soldaten sollen sogar ihre Kinder nach den 1,20 Meter langen Geschossen benannt haben. Insgesamt 1000 "Milan" haben die Kurden von der Bundeswehr für ihren Krieg gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) im Nordirak geschenkt bekommen. Damit können sie mit Sprengstoff beladene Lastwagen zerstören, die der IS als Waffe einsetzt - ein entscheidender militärischer Fortschritt.

Die "Milan" ist aber auch das Symbol der deutschen Beteiligung an der internationalen Allianz gegen den IS. Aus den Luftangriffen hält sich die Bundesregierung raus. Stattdessen liefert sie Waffen und bildet die Kämpfer im Nordirak aus - Krieg aus der zweiten Reihe also.

Seit 14 Monaten läuft die deutsche Unterstützung für die Kurden schon. Zeit für eine Lageerkundung der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. In Kampfstiefeln watet die CDU-Politikerin gestern bei strömendem Regen durch den Schlamm im Ausbildungscamp vor den Toren Erbils. Ein paar Dutzend Peschmerga in Regenponchos üben für sie den Straßenkampf.

Für von der Leyen war die Entscheidung für die Unterstützung der Kurden im vergangenen Jahr ein Präzedenzfall für mehr deutsche Verantwortung in der Welt. Mit dem Export von Waffen in einen laufenden Bürgerkrieg hat sie bewusst ein Tabu gebrochen. Die Bedenken waren groß. Die Waffen könnten in die falschen Hände geraten, hieß es. Bis heute ist kein Fall nachgewiesen.

"Bei uns sind die G36 am beliebtesten", sagt Oberstleutnant Hassan Ali, der früher mal in Köln lebte. 1800 Tonnen Waffen und Ausrüstung, darunter 20 000 Gewehre, hat die Bundeswehr an die kurdischen Soldaten geliefert. Im Moment werde aber Hilfe anderer Art benötigt: Schutzausrüstung für chemische und biologische Waffen. "Es kann sein, dass der IS noch mehr Chemiewaffen einsetzt", sagt Ali.

Präsident Massud Barsani verzichtet nach seinem Treffen mit von der Leyen darauf, öffentlich neue Forderungen aufzustellen. Früher war er da weniger zurückhaltend. Man kann aber davon ausgehen, dass von der Leyen mit einer Wunschliste der Kurden nach Berlin zurückkehrt. Diese werde sie mit ihren Kabinettskollegen prüfen. 3000 ABC-Schutzanzüge soll es in den nächsten Tagen geben.

Auch die Ausbildung soll weitergehen. 4700 Soldaten haben die Lehrgänge der Bundeswehr und ihrer Partner bereits durchlaufen. Vor allem in der Sanitäter-Schulung mache man Fortschritte, sagt der Kommandeur der deutschen Soldaten, Jan Heymann. "Wir wissen, dass die Peschmerga viele Verwundete und Tote hatten, weil sie die Grundlagen der Sanitätsausbildung nicht kannten." Von der Leyen versichert, dass das Training so bald nicht enden wird. "Wir wissen, dass Sie stellvertretend für uns diesen Kampf kämpfen", sagt sie zu den Soldaten.

Bundeswehr unterstützt Kurden weiter mit Waffen und Ausbildern
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in einem Ausbildungslager vor den Toren Erbils. Foto: dpa

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28.10.2015, 12:00 Uhr
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