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Hoffenheim und Freiburg: Stilsicher und mit Pfiff zum Klassenerhalt

Bundesliga-Start: Die Besten im Südwesten

Rein sportlich betrachtet: 1899 Hoffenheim und der SC Freiburg müssen die große Lücke schließen, die nach dem Abstieg des VfB Stuttgart entstanden ist.

25.08.2016
  • ARMIN GRASMUCK

Dieser Start in die neue Bundesliga-Saison führt es jedem Fußballanhänger noch einmal deutlich vor Augen: Die Landeshauptstadt ist nur noch ein weißer Fleck auf der Landkarte des deutschen Spitzenfußballs. Erstmals seit 39 Jahren hat der VfB Stuttgart keinen Platz mehr in der deutschen Eliteklasse. Der Blick zurück macht viele der Fans in Baden-Württemberg noch etwas wehmütiger. Denn genau vor zehn Jahren startete der Traditionsklub aus dem Stadtteil Cannstatt in eine Spielzeit, die in einer einzigartigen Erfolgsgeschichte mündete: Deutscher Meister 2007. Mario Gomez, Sami Khedira, Timo Hildebrand – das waren die Publikumslieblinge. 250 000 Begeisterte feierten die Helden mit der Schale. Stolz war das ganze Land, zumindest bis an die badische Grenze.

In der Saison 2016/2017 sind die Württemberger außen vor, der SC Freiburg und 1899 Hoffenheim halten die Fahne des Südwestens hoch. Es wird für beide Vereine vom ersten Spieltag an der reine Überlebenskampf. Drinbleiben, so lautet das Motto, Nicht mehr, nicht weniger.

Die Hoffenheimer, die in der vergangenen Spielzeit erst mit einem fulminanten Schlussspurt den Abstieg verhindern konnten, stehen vor einem größerem Umbruch. Julian Nagelsmann, mit 29 Jahren bis auf weiteres der jüngste aller Trainer in der Bundesliga, muss beweisen, dass er die Mannschaft und deren Auftritte des oft spöttisch als Dorfklub titulierten Erstligisten aus dem Kraichgau strukturell grundlegend verbessern kann. Auf Wunsch des milliardenschweren Mäzens Dietmar Hopp soll der ursprüngliche Kerngedanke des Vereins – Jugendarbeit auf höchstem Niveau, Ausbildung von Profispielern mit internationalem Potenzial, gesicherter Mittelfeldplatz in der Bundesliga mit Perspektive – wieder konsequent herausgearbeitet werden.

Für die notwendige Substanz, die der Erstligist in seinem Grundgerüst dringend zu benötigen scheint, wurden die Torjäger Andrej Kramaric und Sandro Wagner sowie Stuttgarts Mittelfeldspieler Lukas Rupp für durchaus üppige Ablösesummen verpflichtet. Die Klubkasse war nach dem Abgang von Kevin Volland prall gefüllt. Satte 20 Millionen kassierten die Hoffenheimer von Bayer Leverkusen für den kampfstarken Angreifer, der Nagelsmann als Torgarant und auch als Leitfigur fehlen wird. Es wird interessant zu beobachten sein, ob Wagner die Lücke, die Volland hinterlässt, schließen kann. Mehr Tempo, mehr Dominanz, mehr Ballbesitz – so lautet die Vorgabe des Trainers, die in den Testspielen phasenweise vielversprechend umgesetzt wurde. Prinzipiell liegt der Fokus auf der Defensive. 551 Schüsse ließen die Kraichgauer in der vergangenen Saison zu, mehr als jeder andere Klub. Nur wenn die Abwehr stabilisiert werden kann, darf Hoffenheim von einer sorgenfreien Spielzeit träumen.

Das Phänomen Freiburg hat bis heute noch keiner richtig zu ergründen vermocht. Seit mehr als 20 Jahren zählen die Südbadener als bundesweit beachteter Dauergast zum Kreis der Bundesliga. Alles kann, nichts muss – und die Krise beginnt immer erst auf Platz vier in der zweiten Liga. So lautet das Motto. Junge Profis, höchst attraktiver Fußball auf der Basis von begrenzten Mittel. Nach einer starken Spielzeit im Unterhaus und dem mehr oder weniger souverän herausgespielten Aufstieg dürfen sich die leidenschaftlichen Anhänger an der Dreisam nun wieder auf die Knaller gegen Bayern und Dortmund, Schalke, Gladbach oder Hamburg freuen. Im Breisgau können sie auch gut damit leben, dass ein renommierter Wettanbieter den Sport-Club als todsicheren Absteiger anbietet. Die Quote ist 3:1. Nur den Darmstädtern, für die es im Fall des Totalabsturzes nur 1,65 für einen Euro gibt, werden weniger Chancen auf den Klassenerhalt eingeräumt.

Freiburgs Trainer registriert es mit dem ihm eigenen Grinsen. „Die Taktik richtet sich immer auch danach, welche Spieler man im Kader hat“, sagt Christian Streich. „Es ist natürlich ein Unterschied, ob du in der ersten oder zweiten Liga spielst. Wir sollten je nach Spiel und Gegner variabel sein.“ Mit welchem System der SC in die neue Saison startet, lässt der Routinier erst einmal offen.

Der Schlüsselspieler der Freiburger könnte Vincenzo Grifo werden, der den zweiten Anlauf in der Bundesliga nimmt. Vor vier Jahren versuchte sich der begabte Mittelfeldakteur in Hoffenheim. Er machte zwölf Partien in der Eliteklasse, kickte danach bei Dynamo Dresden und dem FSV Frankfurt. Kann Grifo mit seinen Tricks und brillanten Freistößen die mangelnde Routine der jungen Freiburger Abwehr kompensieren? Das ist die existenzielle Frage, die den Aufsteiger vor dem ersten Spiel plagt.

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25.08.2016, 06:00 Uhr
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