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Bundesbank will Scheine und Münzen nicht abschaffen
Die Deutschen zahlen immer noch gerne bar. Foto: Foto
„Bargeld ist geprägte Freiheit“

Bundesbank will Scheine und Münzen nicht abschaffen

Die Bundesbürger hatten im vergangenen Jahr im Schnitt 107 EUR in ihrer Geldbörse, jeden Monat heben sie im Schnitt 615 EUR am Geldautomaten ab oder lassen sich es sich am Schalter aushändigen. Denn die Deutschen zahlen an der Ladenkasse immer noch in drei von vier Fällen bar, wie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann betont.

15.02.2018
  • Rolf Obertreis

Frankfurt. „Der technische Fortschritt macht bargeldloses Bezahlen immer bequemer und effizienter. Und doch hat das Bargeld weiterhin seine Berechtigung“.

Seine Bedeutung nimmt nur langsam ab, wie die neue Studie der Bundesbank zeigt. Gemessen am Umsatz mit Waren und Dienstleistungen wurden 2017 in Deutschland 48 Prozent bar bezahlt, im Blick auf die Zahl der Transaktionen sogar 74 Prozent. Das sind jeweils nur 5 Prozentpunkte weniger als bei der letzten Untersuchung vor drei Jahren.

„Die Mehrheit hat den Wunsch, Bargeld als Zahlungsmittel zu behalten“, sagt Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. Eine Abschaffung des Bargeldes ist für die Notenbank kein Thema. „Bargeld ist geprägte Freiheit und es ist das einzige Zahlungsmittel, das keine digitalen Spuren hinterlässt.“ Beträge bis 5 EUR werden fast ausschließlich bar beglichen, selbst bei Einkäufen bis 60 EUR liegt der Anteil noch bei fast zwei Drittel.

Gleichwohl zücken die Deutschen immer öfter die EC- und Girokarte. Ihr Anteil an der Anzahl der Zahlungen ist in den vergangenen drei Jahren von 15 auf 19 Prozent gestiegen, aber damit immer noch überschaubar. Auch kontaktlose Bezahlverfahren nehmen zu, haben aber immer noch einen Anteil von nur 1 Prozent. „Und per Smartphone wird bisher kaum bezahlt“, sagt Thiele.

An eine Abschaffung von Bargeld denkt auch die Europäische Zentralbank (EZB) nicht, wie Direktoriumsmitglied Yves Mersch betont. Dies unterstützt auch der ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo di Fabio. Er ist aber mit Blick auf die Zukunft skeptisch: „In China werden schon jährlich 5,5 Billionen Dollar per Smartphone und Handy bezahlt.“

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15.02.2018, 06:00 Uhr
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