Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Bundesbank empfiehlt Rente mit 69
Ein Senior am Computer. Geht es nach der Bundesbank, könnte dieser Anblick in Büros künftig Alltag werden. Ihre Experten plädieren für Rente erst ab 69. Foto: dpa
Steigende Lebenserwartung und niedrige Geburtenrate zwingen zu Änderungen

Bundesbank empfiehlt Rente mit 69

Die Deutschen werden immer älter. Der Druck auf die gesetzliche Rentenversicherung wächst. Die Bundesbank fordert daher eine Rentenreform.

16.08.2016
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Die Schwelle für den Eintritt ins Rentenalter muss langfristig weiter steigen, soll das aktuelle Versorgungsniveau gehalten werden. Daher sollten nach Ansicht der Bundesbank die Bundesbürger in ferner Zukunft nicht nur bis 67, sondern bis 69 arbeiten, bevor sie ihren Ruhestand genießen dürfen. Bis zum Jahr 2060 sollte das Renteneintrittsalter Schritt für Schritt auf dieses Niveau angehoben werden, schreibt die Bundesbank in ihrem gestern vorgelegten Monatsbericht August.

Nachdem das Rentenalter derzeit schrittweise bis 2029 von 65 auf 67 Jahre angehoben wird, seien „weitere Anpassungen unvermeidlich“, um die finanzielle Tragfähigkeit der Rentenversicherung sicherzustellen und den Rückgang des Versorgungsniveaus aufzuhalten. „Dabei sollte auch eine längere Lebensarbeitszeit nicht tabuisiert werden.“

Nach Ansicht der Bundesbank lassen sich selbst die Ziele der Bundesregierung, den Rentenbeitrag der Arbeitnehmer auf höchstens 22 Prozent ihres Bruttoverdienstes zu begrenzen und das Rentenniveau nicht unter 43 Prozent des letzten Durchschnittsgehaltes sinken zu lassen, kaum halten. Die Gründe dafür seien die steigende Lebenserwartung und die niedrige Geburtenrate, die dazu führt, dass immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Rentner mitfinanzieren müssen.

Derzeit liegt das Rentenniveau bei 47,5 Prozent. Im Jahr 2030 soll es bei mindestens 43 Prozent liegen. Gibt es keine Änderungen, dann droht das Niveau nach Berechnungen der Bundesbank bis 2060 auf 40,5 Prozent abzurutschen. Gehen die Bundesbürger erst mit 69 in Rente könnte das Niveau, so die Volkswirte der Notenbank, dagegen bei rund 44 Prozent stabilisiert werden. Allerdings steigt auch dann der Beitragssatz zur Rentenversicherung von derzeit 18,7 auf etwa 24 Prozent. Aktuell werden bis 2030 höchstens 22 Prozent erwartet.

Den Vorstellungen der Bundesbank zufolge könnte das Renteneintrittsalter ab 2030 bis 2060 um einen dreiviertel Monat pro Jahr erhöht werden. „Tatsächlich würden so erstmals im Jahr 2064 Personen im Alter von 69 (Geburtsjahr 1995) in Rente gehen.“

Spielraum für ein noch späteres Rentenalter gibt es nach Ansicht der Bundesbank, weil die Lebenserwartung gestiegen ist und dies oft mit einer besseren Gesundheit einhergeht. 1960 hätten Erwerbstätige, die mit 65 Jahren in den Ruhestand gegangen seien, im Schnitt weitere 13,5 Jahre gelebt. 2011 seien es schon 19 Jahre gewesen. Diese deutlich längere Rentenphase geht mit höheren Anforderungen an die Rentenkasse einher. Wird das Renteneintrittsalter erhöht, könnte nach Ansicht der Bundesbank auch die Rentenbezugsdauer stabilisiert werden.

Vor diesem Hintergrund ist, so die Notenbank, auch die private Altersvorsorge ein wichtiger Faktor. Dazu sei auch die 2002 eingeführte Riester-Rente ein bedeutsamer Beitrag, gerade für Bezieher geringerer Einkommen. Dadurch könne das gesamte Versorgungsniveau im Alter deutlich angehoben werden. „Wird die relative Rentenbezugsphase durch ein über 67 Jahre hinaus weiter steigendes Renteneintrittsalter zusätzlich stabilisiert, erreichen die seit Anfang der achtziger Jahre Geborenen, für die eine Einzahlung in eine geförderte private Altersvorsorge über die gesamte Erwerbsphase unterstellt wird, sogar ein Gesamtversorgungsniveau von 58 Prozent.“ Die Bundesregierung unterstellt für das gesamte Versorgungsniveau, also auch für die Riester-Rente, eine nominale Rendite von vier Prozent. Angesichts der aktuellen Zinsentwicklung ist ein solcher Wert nach Ansicht der Bundesbank allerdings zu hoch.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

16.08.2016, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Polizei ermittelt wegen Verdacht auf Brandstiftung In der Tübinger Bismarckstraße brannten zwei Autos
Angelika Bachmann über die Preiserhöhung für Bus und Bahn 3,50 Euro nach Tübingen, 29,99 Euro nach Berlin
Lärmbelästigung durch Sommernachtspartys Für die Polizei gibt es oft Wichtigeres zu erledigen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Polizei ermittelt wegen Verdacht auf Brandstiftung In der Tübinger Bismarckstraße brannten zwei Autos
Kommentar zur US-Missbrauchsstudie Blick in Abgründe
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular