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Bürgermeister Hölsch lief zwischen Dußlingen und Nehren womöglich ein Wolf über den Weg
Die ersten Wölfe in jüngerer Zeit lebten auf Dußlinger Markung 1994 im Zwinger bei Thomas Fuhrer. Damals waren Timber und Leila noch im Gehege auf der Henryfarm beim Klärwerk. Jetzt könnte ein frei laufendes Exemplar unterwegs sein. Bild: Franke
Sichtung am Oberwiesbach: Streift ein Wolf durch die Gegend?

Bürgermeister Hölsch lief zwischen Dußlingen und Nehren womöglich ein Wolf über den Weg

Das war eine überraschende Begegnung unterhalb der Musikantenscheune.“ Am Samstagmittag war Dußlingens Bürgermeister Thomas Hölsch mit seinem Hund unterwegs, als in etwa 50 Meter Entfernung seiner Meinung nach ein Wolf vorbeilief. „Nach meinen Augen war das ein junger Wolf.“

10.10.2018
  • Mario Beißwenger

So zielstrebig wie das Tier das Gebüsch am Oberwiesbach durchquerte und dann in einem Maisacker verschwand, so zielstrebig sei kein Hund unterwegs, meint Hölsch. „Ein Hund verhält sich anders.“

Perplex und in Sorge um seinen Hund dachte er nicht dran, mit dem Handy ein Foto zu machen. „Da war mir mein Hund wichtiger.“ Das ist bedauerlich, weil für Wildtierökologen der Forstlichen Versuchsanstalt in Freiburg eine Sichtung als schwächster Hinweis auf ein Wolfsvorkommen gilt.

Hölsch schaltete mit Heinz Fauser gleich den Obmann der Dußlinger Jäger ein. Der kontaktierte die Freiburger Experten, die einer aufkommenden Wolfsangst gleich die Spitze nahmen. „Die Verwechslung mit einem streunenden Hund ist sehr wahrscheinlich“, hieß es von dort.

Fauser ist auch skeptisch. „Ich hab ihn ja nicht gesehen.“ Andererseits gibt der Ort von Hölschs Sichtung dem Jäger schon zu denken. „Gerade an dieser Stelle querte auch Tello die B27.“ Tello ist der Luchs, der lange Zeit mit Ortungssender durch den Kreis zog. Jäger sprechen bei solchen gleichbleibenden Wanderwegen von Wildtieren von Fernwechseln oder Wildtierkorridoren.

„Das kann ein Wildtierkorridor sein“, bestätigt Jürgen Schneider. Der Förster von Dettenhausen ist Wildtierbeauftragter im Kreis. Die Wolfssichtung war bis zu ihm nur als Gerücht durchgedrungen, aber grundsätzlich könne das sein: „Die Wölfe kommen, die fragen uns nicht lange.“

Allerdings setzt er hinzu: „Fakten sind nur ein genetischer Nachweis.“ Diese Art Wolfsspuren lassen sich zum Beispiel an einem gerissenen Beutetier erheben. Nachgewiesen wurde so im Nordschwarzwald ein einziger Wolf.

Das ist allerdings nicht so weit weg. Dußlingen gilt auch offiziell gerade noch als Wolf-Präventionsgebiet. Fauser gibt zu bedenken, dass der Rammert ein gutes Rückzugsgebiet für einen Wolf wäre. „Es ist ein großes zusammenhängendes Waldgebiet ohne viele markierte Wanderwege.“

Im Brief der Freiburger Wildtierökologen werden noch drei andere diesjährige Wolfssichtungen aus dem Kreis aufgezählt. Die von Anfang Juni erwies sich als Falschmeldung. Die Meldungen von Anfang Juli und Mitte August gelten als unsichere Sichtungen aus dem Kreis.

Aufgescheucht durch Trüffelhund?

Einen Wolf am helllichten Tag zu sehen ist nicht üblich. Aufgeschreckt wurde er womöglich durch einen der Trüffelhunde von Karl-Heinz Klink. Der Dußlinger Trüffelzüchter war mit seinen Hunden ganz in der Nähe der Sichtung. Von denen ist Bobby mehr Jagdhund als Trüffelspürnase. Jedenfalls gab Bobby zur fraglichen Zeit die für Bracken typischen Laute, wenn sie Wild stellen. „Kann sein, dass Bobby da seinen ersten Wolf hochgemacht hat“, erzählte Klink.

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10.10.2018, 01:00 Uhr
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