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Bürgermeister Bernd Haug will das Südufer des Kirchentellinsfurter Baggersees für Badende sperren
Verbotene Decken am Südufer des Baggersees – entdeckt beim Rundgang mit Bürgermeister Bernd Haug im vergangenen Sommer. Archivbild: Hantke
Naturschutz scharf umsetzen

Bürgermeister Bernd Haug will das Südufer des Kirchentellinsfurter Baggersees für Badende sperren

Mit einem Urwald am Süd- und einer Wakeboardanlage am Nordufer will der Kirchentellinsfurter Gemeinderat am Baggersee wieder „geordnete Verhältnisse“ bekommen. Der Beschluss kommt bei Schwulen und Nacktbadern nicht gut an.

04.05.2016
  • Manfred Hantke

Kirchentellinsfurt. „Eine Handvoll Reaktionen“ habe Bürgermeister Bernd Haug nach dem TAGBLATT-Bericht über die Gemeinderatssitzung im April bekommen, sagt er. Darunter waren Beschwerden über die Nackt- und Schwulenszene am Baggersee, aber auch ein Protest eines „bekennenden Schwulen“, so Haug. Der Parkplatz sei „ihr Refugium“, habe der Mann gesagt, da habe kein anderer etwas verloren. Die Leute sollten doch wegschauen.

Tummelt sich die Schwulenszene am Parkplatz, bevölkern die Nacktbader das Südufer. Verbotenerweise. Dort ist nämlich eine Naturschutzzone mit geschütztem Grünbestand, Betreten verboten. Einer der Nacktbader hat nun einen offenen Brief an Haug und die Gemeinderäte geschickt (die E-Mail liegt dem TAGBLATT vor). Er sei „geschockt“, schreibt er. „Ganz nach Stuttgarter Bahnhofsvorbild“ würde versucht, „Fakten zu schaffen“. Seit 1984 werde am Südufer FKK betrieben, das habe „noch niemanden wirklich gestört“. Er sei „noch nie angefeindet“ worden, noch nie habe er Probleme gehabt. Der Mittdreißiger spricht sich für die „Option“ aus, den ganzen „unteren“ See als Bad zu nutzen. „Nacktsein“ sei nicht verwerflich, er verbinde damit „keine Sauereien“. Am Südufer treffen sich Studenten und Professoren, Selbstständige und Freidenker bis hin zum Maurer und Logistiker.

Doch Bürgermeister Haug lässt da nicht mit sich reden. „Seit Jahren wird der Naturschutz mit Füßen getreten“, schimpft er. Das Südufer sei ein grundsätzlich geschützter Naturraum. Es gehe nicht um die Stigmatisierung einer Interessengruppe, sondern um die Aufwertung des Naturraums. Darin seien sich Behörden, Naturschutz und Gemeinderat einig.

Haug lasse sich nicht davon abbringen, das Südufer definitiv „für Badende“ zu sperren, sagt er. Der Naturschutz müsse ernst genommen werden. In der Region gebe es „nichts Vergleichbares“, der See sei einmalig. Nacktbader könnten auf alternative Angebote „an ganz vielen Stellen“ zurückgreifen. Der Biber aber oder womöglich der Schwarzstorch hätten keine Alternative an der Stelle. Der Naturraum müsse den Tieren überlassen werden.

Das vom Kirchentellinsfurter Gemeinderat im April beschlossene Konzept will der Bürgermeister auf „sichere Beine stellen“. Das Tübinger Landratsamt und auch ein großer Teil des Gemeinderats seien bereit, den Weg mitzugehen und dem See „eine neue Perspektive“ zu ermöglichen.

Haug will den Naturschutz „scharf umsetzen“, und zwar so, „dass es Sinn macht“, sagt er. Jetzt soll ein Büro den Bebauungsplan aufstellen und die notwendigen Gutachten einholen. Derzeit sei die Verwaltung dabei, den Auftrag zu vergeben.

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04.05.2016, 01:00 Uhr
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