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Es bedarf vieler kluger Köpfe

Bürgerbeteiligung bei Verkehrs- und Masterplan

Bürgerinnen und Bürger sollen sich in Kirchentellinsfurt verstärkt an der Entwicklung des Dorfes beteiligen. Erstes größeres Projekt ist das Verkehrskonzept. Für den neuen 17-köpfigen Arbeitskreis hat der Technische Ausschuss am Montagabend fünf Interessierte ausgelost. Eine Bürgerbeteiligung von Beginn an plant Bürgermeister Bernd Haug auch für das Projekt „Masterplan“.

20.10.2015
  • Manfred Hantke

Kirchentellinsfurt. Nach der Verkehrsanalyse und einem Lärmaktionsplan (wir berichteten) geht es nun an die Ausarbeitung eines Verkehrskonzepts für Kirchentellinsfurt. Neuralgische Punkte sind freilich die stauanfällige Shell-Kreuzung und die zu laute Wannweiler Straße. Aber Bürger kritisieren auch die Parkerei in engen Gassen wie in der Fronet- und Schlossgartenstraße (Stichwort Elterntaxi) oder im Rathaussträßle, sagt Bürgermeister Bernd Haug.

So soll ganz Kirchentellinsfurt unter die Lupe genommen werden, der fließende wie auch der ruhende Verkehr sowie der Fußverkehr. Denn auch Fußgänger haben mit so manchen Hindernissen zu kämpfen, etwa mit zu hohen Bordsteinen, weiß Haug. Am Konzept dafür ist nicht nur der Gemeinderat beteiligt. Vor Wochen schon warb die Verwaltung bei den Bürgern um Mitarbeit, wollte Vereine, Organisationen und Einzelpersonen motivieren, am Verkehrskonzept mitzuwirken.

17 Plätze bietet der neue Arbeitskreis Verkehrskonzept (inklusive Bürgermeister Haug und Ortsbaumeister Martin Lack). Fünf Plätze bekommen die Mitglieder des Gemeinderates und fünf wurden vorab von Vereinen und Organisationen besetzt. Weitere fünf kommen aus der Bürgerschaft. Da sich auf die fünf Bürgerplätze 13 Leute gemeldet hatten, loste der Technisches Ausschuss am Montagabend im Ratssaal die fünf Mitglieder des neuen Arbeitskreises samt Stellvertreter aus.

Über den Kirchentellinsfurter Verkehr reden nun künftig Thomas Nerz (Stellvertreter Thomas Heinlin), Christoph Rättig (Stellvertreter Walter Wolf), Jörg Breiter (Stellvertreterin Tina Breiter), Linda Beer (Stellvertreter Karl Schlenker) und Michael Klingner mit. Aus dem Gemeinderat sind Markus Appenzeller (FWV), Peter Beckert (CDU), Manfred Wolpert-Gottwald (GAL), Werner Rukaber (SPD) und Anette Reiff (RAT) dabei. Vertreter der Organisationen und Vereine sind Reinhard Deiß (Gewerbe), Eberhard Schaich (Senioren), Ina Jakowatz (Schule) und Regine Kehrer (Kulturausschuss). Erste Sitzung ist am 16. November, 19 Uhr. „Am Ende“, so Haug, „soll ein kluges Verkehrskonzept stehen“, an dem auch Bürgerinnen und Bürger ihren Anteil haben. Haug rechnet mit Ergebnissen in einem halben Jahr, am Schluss entscheidet freilich der Gemeinderat.

Für Kirchentellinsfurt ist diese Art von Bürgerbeteiligung „eine neue Form“, weiß Haug. „In kleinerem Format“ hatte er die Bevölkerung bei der Diskussion um den Standort des DRK-Heims schon einbezogen.

Die Mitwirkungskultur muss sich etablieren

So will er bei der Erarbeitung des Verkehrskonzepts auch Erfahrungen für das nächste große Projekt sammeln. Beim „Masterplan“, in dem die Entwicklung des gesamten Dorfes mittel- und langfristig ins Visier genommen wird, sollen Bürger/innen ebenfalls mitarbeiten.

Eine Bürgerumfrage durch das Büro Reschl wird derzeit vorbereitet, in öffentlichen Veranstaltungen soll das Projekt vorgestellt werden. Haug ist überzeugt, dass sich Bürger beim Masterplan „gut einbringen“ können. Dem Bürgermeister schwebt durchaus eine „Mitbestimmungs- und Mitwirkungskultur“ vor. Während die Herrenberger mit ihren unterschiedlichen Ebenen der Bürgerbeteiligung recht gute Erfahrungen machen (wir berichteten), müsse sich die Mitwirkungskultur in Kirchentellinsfurt erst etablieren, so Haug. Eine „Mitmachkultur“ wie in Herrenberg „würde ich begrüßen“, sagt der Bürgermeister.

Denn es „muss ja nicht immer das Richtige sein, war wir uns ausdenken“, gibt Haug zu bedenken, „es bedarf vieler kluger Köpfe.“ Schließlich komme es darauf an, „die Lebensqualität in Kirchentellinsfurt auszubauen und den Ort für die hier lebenden Menschen zu gestalten.“

Bürgerbeteiligung bei Verkehrs- und Masterplan
Das allnachmittägliche Schauspiel an der Kirchentellinsfurter Shell-Kreuzung. Die Autos stauen sich bis weit auf die B 27.Archivbild: Grohe

Der neue Arbeitskreis Verkehrskonzept wird sich auch mit der Verkehrsbelastung im Tal beschäftigen. An der Shell-Kreuzung hatte Verkehrsplaner Wolfgang Schröder (BS Ingenieure) nachmittags innerhalb von vier Stunden 5400 Fahrzeuge gezählt, wie er dem Gemeinderat im Juli mitteilte. Auf der Brücke fahren in 24 Stunden rund 17 000 Autos, am Südring immerhin noch 5000. Die Lärmbelastung liegt in der Wannweiler Straße bei 65 Dezibel, in der Einhornstraße gar bei 70,3 Dezibel. Bei mehr als 65 Dezibel sei es „sehr laut“. Vorschläge des Planers: Nachts Tempo 30 für die Wannweiler Straße, Schachtdeckel und sukzessive den Straßenbelag erneuern.

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20.10.2015, 12:00 Uhr
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