Bürger-App · Tübingen

Klare Mehrheit für ein neues Hallenbad

Es ist ein deutschlandweit einmaliges Experiment: Die Tübinger Stadtverwaltung hat die Bürger per App befragt, ob die Stadt einen neuen Konzertsaal und ein neues Hallenbad bauen soll.

25.03.2019

Von sg/job/hz

Video-Interview mit OB Boris Palmer zur Tübinger Bürger-App
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Tübingen befragt seine Bürgerinnen und Bürger per App, was sie von geplanten Projekten halten. Bei der ersten Befragung haben rund 12.000 Leute mitgemacht, das entspricht 16 Prozent der 77.000 Einwohner über 16 Jahren. Tübingens OB Boris Palmer hätte sich mehr erhofft, zog aber trotzdem eine vorsichtig optimistische Bilanz. Video: Stegert/Bleeser

© ST 04:11 min

Mehr als drei Viertel der Tübinger und Tübingerinnen, die an einer Befragung der Stadtverwaltung teilgenommen haben, wollen ein neues Hallenbad. Das geht aus der Umfrage mit der Bürger-App hervor, deren Ergebnisse Oberbürgermeister Boris Palmer am Montagmorgen im Rathaus vorstellte.

56 Prozent sind für die teurere Variante mit einem 50-Meter-Becken, 30 Prozent genügen 25 Meter. Für einen Konzertsaal spricht sich etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) aus. Das Uhlandbad als Bad erhalten wollen 37 Prozent der Befragten, mehr als die Hälfte (54 Prozent) würde für ein neues Hallenbad die Schließung akzeptieren. Die Hälfte hält das Uhlandbad als Standort für einen Konzertsaal für eine gute Idee, 36 Prozent für eine schlechte.

Bei der Umfrage haben 11.700 Bürger elektronisch mitgemacht, hinzu kommen mehr als 500 Teilnehmer auf Papier, die noch nicht ausgezählt sind. Palmer sagte, die Beteiligung bei der Abstimmung mit der Tübinger Bürger-App von 16 Prozent der 77.000 Einwohner ab 16 Jahren sei „ein guter Start“, auch wenn er sich mindestens 20 Prozent gewünscht habe.

Das Ergebnis der Bürger-App-Abstimmung zu Uhlandbad, neuem Hallenbad und Konzertsaal, wie sie auf dem Smartphone am Montagvormittag, 25. März, kurz nach Umfrage-Ende angezeigt wurde. Screenshots: A. Brieschke/H.-J. Schweizer

Alternativ zur Teilnahme per Smartphone konnte man auch am PC oder auf Papier teilnehmen. Fünf Fragen wurden gestellt: zu einem neuen Hallenbad, zu dessen Beckenlänge, zum Erhalt des Uhlandbads, zu einem neuen Konzertsaal und zum Prüfen des Uhlandbads als Standort für einen Konzertsaal. Die Befragung lief über insgesamt zwei Wochen.

Die Tübinger Stadtverwaltung und der Gemeinderat erhoffen sich durch die nicht bindende Bürgerbefragung ein genaueres Stimmungsbild zu größeren Vorhaben. Kritiker, darunter Experten des Chaos-Computer-Clubs, äußerten grundsätzliche Bedenken an der Sicherheit der Befragung per App: Sie sei anfällig für Hackerangriffe. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer, ein entschiedener Verfechter der Befragung übers Handy, wies die Kritik zurück.

Videos zum Thema:

Streit-Lust: Cornelia Stoll & Detlef Reeg
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In Tübingen wird debattiert, ob das Uhlandbad als Hallenbad erhalten oder zugunsten eines neuen Hallenbads zum Konzertsaal umgebaut werden soll. Im Video diskutieren Detlef Reeg, Vorsitzender des Stadtverbands für Sport, und Cornelia Stoll vom Freundeskreis Pro Uhlandbad.

© Hans-Jörg Schweizer 23:37 min

Streit-Lust: Martin Sökler und Ingo Bredenbach
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Bad oder Konzertsaal: Im neuen Video-Format "Streit-Lust" diskutieren SPD-Stadtrat Martin Sökler und Stiftskirchenkantor Ingo Bredenbach über die mögliche Zukunft des Uhlandbads.

© Hans-Jörg Schweizer 19:04 min

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Erstellt:
25. März 2019, 09:28 Uhr
Aktualisiert:
25. März 2019, 12:36 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. März 2019, 12:36 Uhr

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