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Ehrenamtliche Dolmetscher helfen in Ämtern und Schulen Sprachbarrieren zu überwinden

Brücken bauen auf Farsi und Mandinka

Der Kreis Reutlingen bildet ehrenamtliche Dolmetscher aus. Sie sollen im Alltag Menschen mit geringen Deutschkenntnissen helfen.

11.08.2016
  • MADELEINE WEGNER

Reutlingen. Elterngespräch im Kindergarten: Doch was tun, wenn die Eltern noch kein Deutsch sprechen? Kindergärten, aber auch Schulen, Ämter und andere Institutionen im Landkreis Reutlingen können sich in solchen Fällen an den „Ehrenamtlichen Dolmetscherpool“ wenden. Mit 25 Sprachen, 30 Dolmetschern und 13 Institutionen war das Projekt vor gut einem Jahr gestartet. Der Landkreis Reutlingen bildet seitdem Ehrenamtliche, die Deutsch und mindestens eine weitere Sprache beherrschen, zu Dolmetschern aus. Sie sollen helfen, Sprachbarrieren zu überwinden.

Ob Ungarisch, Urdu oder Usbekisch: Heute sind 40 Sprachen im Pool vertreten, es engagieren sich 66 Dolmetscher ehrenamtlich und 37 Institutionen nehmen die Dienste in Anspruch. Generell kann jede soziale Einrichtung, jeder Verein und jede Verwaltung das Angebot nutzen. Pro Einsatz bekommt ein Dolmetscher eine Aufwandsentschädigung von 12 Euro. Die Baden-Württemberg-Stiftung und das Integrationsministerium unterstützen das Projekt mit 72 000 Euro für drei Jahre. Es ist eines von sechs geförderten Dolmetscher-Projekten landesweit.

Besonders sensible und „zu heikle Rechtsbereiche“ wie etwa Gespräche mit Ärzten oder bei Gericht seien von dem Angebot ausgeklammert, sagt Eva Sowada, die im Reutlinger Landratsamt für Integration zuständig ist. Hinzu kommt: „Wir wollen keine Konkurrenz zu öffentlich bestellten Dolmetschern sein.“

Ziel des Projekts sei es, ehrenamtliche Dolmetscher flächendeckend auszubilden und zu begleiten. In den Regionen Alb und Ermstal engagieren sich bereits viele ehrenamtliche Dolmetscher. Für die nähere Reutlinger Umgebung soll das Projekt im Herbst starten.

Alle interessierten Ehrenamtlichen müssen vor ihrem ersten Einsatz eine zweitägige Schulung absolvieren. Sie soll unter anderem Gesprächstechniken vermitteln und den Dolmetschern helfen, sich bei ihrer Arbeit von den Betroffenen ausreichend abzugrenzen. „Die Abgrenzung ist ein ganz wichtiges Thema“, sagt Florian Hecht, der Ansprechpartner im Projekt für die Regionen Alb und Ermstal ist. „Es besteht oft die Gefahr, dass die Betroffenen versuchen, die Dolmetscher zu vereinnahmen.“ Vom jungen Berufstätigen bis zum alten Rentner engagieren sich sehr verschiedene Menschen im „Ehrenamtlichen Dolmetscherpool“ des Landkreises. Die Altersspanne reicht von 19 bis 79 Jahren.

Dennoch suchen Sowoda und ihre Kollegen weitere Ehrenamtliche – für Sprachen wie beispielsweise Tigrinisch, Pashto oder Bangla fehlen noch Dolmetscher. „Am Anfang war es leicht, Ehrenamtliche zu finden. Doch mittlerweile suchen wir noch für sehr spezielle Sprachen Dolmetscher“, sagt Hecht.

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11.08.2016, 10:34 Uhr
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