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Brüchiger Burgfrieden
Thomas Strobl, Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg Foto: dpa
CDU-Spitzenleute Strobl und Wolf sind sich nicht wirklich grün

Brüchiger Burgfrieden

Die gebeutelte CDU muss vor den Verhandlungen mit den Grünen erst einmal Ruhe in den eigenen Laden bekommen. Noch ziehen Partei- und Fraktionschef an einem Strang, aber nicht in dieselbe Richtung.

22.03.2016
  • BETTINA WIESELMANN

Stuttgart. Von der Homepage der CDU-Baden-Württemberg schaut mit Hinweis auf die Landtagswahl immer noch Spitzenkandidat Guido Wolf. Auch kann man, als sei nichts gewesen, seinen Wahlwerbespot anklicken. Es war aber was: Ganze 27 Prozent hatten die Wähler am vorletzten Sonntag noch für die CDU übrig, die erstmals nicht mehr stärkste Partei im Land ist.

Stark sind seither viele Christdemokraten nur, wenn es darum geht, persönlich Terrain zu sichern, respektive zu erobern. Vornedran Guido Wolf selbst, was dem Wahlverlierer nicht nur an der Basis, sondern vornehmlich von den Anhängern des Parteivorsitzenden Thomas Strobl ausgesprochen übel genommen wird. Von "purer, egoistischer Machtabsicherung" ist die Rede. Der Heilbronner Bundestagsabgeordnete und Merkel-Vize sah sich selbst veranlasst, Wolfs am Samstag fraktionsintern erhobenen Anspruch zurückzuweisen: "Über mögliche Koalitionen verhandeln Parteien." Fraktionschef Wolf sei ja eng eingebunden.

Prompt sprang diesem Fraktionsvorstandsmitglied Wolfgang Reinhart bei: "Es ist nicht die Zeit für Machtspiele." Die Junge Union wiederum lobte Strobl, der das Wahlergebnis mit angemessener Demut trage - anders als Wolf. Vom Burgfrieden, den die beiden CDU-Spitzenleute im Wahlkampf geschlossen hatten, ist nicht mehr viel übrig. Auch wenn Strobl wie Wolf gestern versicherten, jetzt müssten "die Personaldebatten ein Ende haben".

Wolfs Gefolge erhofft sich von der Nähe zum gleich nach der Landtagswahl bestätigten Fraktionschef, dass Berliner Parteifreunde ausgebremst und sie besseren Zugriff auf mindestens Staatssekretärs-, wenn nicht Ministerwürden haben. "Da beschäftigen sich jetzt schon welche mit der Ausstattung ihres Dienstwagens", sagt desillusioniert ein langjähriges Vorstandsmitglied.

Fassungslos wird auch registriert, dass intern eingeräumt wird, inhaltlich ziemlich unvorbereitet ins erste Gespräch mit den Grünen gegangen zu sein. "Wir mussten schließlich Wahlkampf machen", "wir haben kein Staatsministerium mehr", hätten Entschuldigungen gelautet.

Dass es am Ende zu einer Juniorkoalition mit den Grünen kommen wird, wollten letzte Woche noch längst nicht alle führenden Christdemokraten glauben. Auf einer von gut 40 Parteimitgliedern besuchten Konferenz des Kreisverbands Ludwigsburg, auf der von der Basis harte Kritik an Wolfs Auftreten nach der Wahl geübt wurde, redeten der Europaabgeordnete Rainer Wieland wie der örtliche Bundestagsabgeordnete Steffen Bilger der längst toten Deutschland-Koalition mit SPD und FDP das Wort. Klappe das nicht, seien Neuwahlen die letzte Möglichkeit, werden die beiden Christdemokraten zitiert.

Bilger, der auch nordwürttembergischer Parteibezirkschef ist und der Verhandlungsdelegation angehört, soll sich wie die Geislingerin Nicole Razavi angeblich von Wolf genährte Hoffnungen auf das Verkehrsressort machen. Da passt Grün-Schwarz nicht in die Karriereplanung, denn "den Skalp von Winfried Hermann bekommt die CDU von den Grünen nie", sagt einer, der nicht nur keine Alternative zu diesem Bündnis, sondern auch Chancen für die CDU darin sieht - vorausgesetzt sie stelle sich inhaltlich und personell überzeugend auf.

Der CDU-Landesvorstand kommt heute Abend in Stuttgart zusammen, für Donnerstag ist ein weiteres Gespräch mit den Grünen geplant. Erst danach soll endgültig über die Aufnahme von Verhandlungen entschieden werden.

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22.03.2016, 08:30 Uhr
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