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Kleine Impulse zur Inklusion

Bruderhaus-Diakonie gründet Förderstiftung für Menschen mit Behinderung

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres „175 Jahre Gustav Werner in Reutlingen und Württemberg“ hat die Bruderhaus-Diakonie gestern eine neue Stiftung gegründet. Diese soll gezielt Projekte zur Inklusion fördern und Menschen mit Handicap auf den Ersten Arbeitsmarkt bringen.

21.10.2015
  • Maik Wilke

Reutlingen. Wie auch Gustav Werner im Jahr 1840 machte sich Pfarrer Lothar Bauer gestern auf eine Wanderung – allerdings mit mehr Kindern und auf einer kürzeren Strecke: Gemeinsam mit fast 100 Grundschülern aus inklusiven Klassen der Oberlin- und Hohbuchschule lief der Vorstandsvorsitzende der Bruderhaus-Diakonie zum Gründungsakt der Förderstiftung für Menschen mit Behinderung vom Seniorenzentrum Betzingen zur Kreativwerkstatt auf das Hofgut Gaisbühl in Reutlingen.

Während die Kinder Apfelsaft pressten und Tiere auf die Weiden führten, betonte Bauer, dass die Stiftung nur ein kleiner Schritt auf einem langen Weg zur inklusiven Teilhabe sei: „Die Förderung wird sicher noch wachsen müssen, aber hoffentlich kann sie schon bald wichtige Aufgaben übernehmen.“ Die Stiftung soll Projekte unterstützen, die Menschen mit Behinderung besser in die Gesellschaft integrieren. Dies kann die Beratung von Kommunen und Einrichtungen sein oder der Kauf von speziellen Hilfsgeräten, die behinderten Menschen das Schaffen am Arbeitsplatz erleichtern.

Wichtig sei zudem, dass gehandicapte Menschen auf dem Ersten Arbeitsmarkt integriert werden. „Teilhabe gibt es nicht zum Nulltarif. Teilhabe kostet“, betont der baden-württembergische Landes-Behindertenbeauftragte Gerd Weimer. Ob Lohnkostenzuschüsse auf dem Arbeitsmarkt oder Umbauten in Schulen wie in Sportanlagen: „Große Einrichtungen wie die Bruderhaus-Diakonie können da viel bewirken.“

Bedarf für diese Unterstützung gibt es reichlich. „Ich bin stolz darauf, meine Ausbildung zur Alltagsbetreuerin machen zu können, und hoffe, im nächsten Jahr auf dem Ersten Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden“, sagt Sandra Mack, die derzeit einen Betriebsintegrierten Arbeitsplatz (BiA) in der KBF-Tagespflege hat. Für Yvonne Heynke ist ihre Arbeit im Kindergarten etwas Besonderes: „Ich darf an Elternabenden teilnehmen, was mich sehr glücklich macht. So sehe ich, dass ich dazu gehöre.“ Gleich mehrere Aufgaben übernimmt Anne Kathrin Killguss. Eigentlich arbeitet sie im Bioland-Hofladen, noch mehr Spaß machen ihr aber die Stadtführungen der Diakonie: „Wir schreiben die Texte selber und zeigen die Plätze in Reutlingen, die für uns die schönsten sind.“

Genau diese Stadtführungsgruppe könnte nun von der neuen Stiftung profitieren, weil die bisherige Förderung demnächst ausläuft. „Das wäre ein passendes Projekt, das wir gerne unterstützen möchten“, sagt Bauer. Zwei Privatpersonen haben die Stiftung bereits mit 60 000 Euro Startkapitel ausgestattet – nun gilt es weitere Sponsoren zu finden. Bauer macht sich darüber wenig Sorgen: „Es gibt genug Leute, die Menschen mit Behinderung helfen möchten. Wir werden mit der Förderstiftung nicht die Welt bewegen, aber wenn wir an der ein oder anderen Stelle Impulse geben können, wären wir schon zufrieden.“

Einen bereits gelungenen Paradigmenwechsel sieht Landes-Behindertenbeauftragter Weimer. Durch das inklusive Schulgesetz, ein verschärftes Baurecht mit mehr Barrierefreiheit und den Aktionsplan der Bundesregierung würden sich die Rahmenbedingungen so verändern, dass Menschen mit Handicap im Alltag besser zurechtkämen. „Es ist ein langer Prozess, sogar eine Generationenaufgabe. Aber wir sind auf einem guten Weg. Ich habe selten einen solch schnellen Fortschritt in einem Bereich gesehen.“

Bruderhaus-Diakonie gründet Förderstiftung für Menschen mit Behinderung
Grundschüler aus inklusiven Klassen wanderten zur Gründung der neuen Diakonie-Förderstiftung auf dem Gustav-Werner-Weg zum Hofgut Gaisbühl.Bild: Faden

Den Vorstand der Förderstiftung für Menschen mit Behinderung der Bruderhaus-Diakonie bilden Pfarrer Lothar Bauer, Ursel Riehle vom Reutlinger „Architektenbüro Riehle und Assoziierte“ sowie der Landes-Behindertenbeauftragte Gerd Weimer. Sie unterschrieben gestern gemeinsam die Urkunde. Neben der Förderstiftung für Bildung und Beruf, die Jugendliche beim Einstieg in Ausbildung und Festanstellung unterstützt, ist dies bereits die zweite Stiftung der Bruderhaus-Diakonie.

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21.10.2015, 12:00 Uhr
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