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Berlin/London

Briten fasziniert Merkels Kampf um die Macht

Heroische Fehlschläge faszinieren die Briten mehr als schale Erfolge. Sie verfolgen gespannt, wie Angela Merkel mit der Flüchtlingskrise umgeht.

26.10.2015
  • HENDRIK BEBBER

Das anfängliche Erstaunen und die Bewunderung über die deutsche "Willkommenskultur" sind mittlerweile durch die Berichte über die massiven Schwierigkeiten mit dem Migrantenzulauf, die innerdeutsche Kritik an Angela Merkels Politik und die scheußlichen Übergriffe rechtsradikaler Kreise relativiert worden. "Zum ersten Mal sieht Europas mächtigste Führungsperson ihre Autorität gefährdet", summiert der "Telegraph" das Dilemma der Bundeskanzlerin durch die Flüchtlingskrise.

Die Probleme scheinen die Meinung des Europa-Abgeordneten der rechtspopulistischen UKIP, Steven Woolfe, zu bestätigen, die viele Mitglieder der konservativen Regierungsfraktion im britischen Parlament teilen: "Das schrankenlose Willkommen der deutschen Kanzlerin für alle Migranten ist ein kolossaler historischer Fehler für die EU. Es ist eine politische Torheit größter Ordnung."

Doch während die konservativen Zeitungen Gift und Galle über die "moralische Erpressung" durch die massenhafte Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland spuckten, sahen die liberalen Medien, die Menschenrechtsorganisationen und die Oppositionsparteien in Merkels Entscheidung ein Signal der Humanität, das die Regierung David Camerons schließlich zu einer Korrektur bei der kleinlichen und hartherzigen Flüchtlingspolitik zwang. Großbritannien will nun wenigstens eine größere Zahl von Syrern aufnehmen, die in Zeltlagern in den syrischen Nachbarländern hausen.

Die Quote derjenigen, die in den nächsten fünf Jahren in Großbritannien Asyl erhalten, ist freilich weitaus geringer als die Zahl derjenigen, die in einer Woche am Münchner Hauptbahnhof eintreffen. Auf mehr Solidarität des britischen EU-Partners kann Merkel kaum hoffen. Das Königreich bleibt abgeschottet.

Doch indirekt unterstützt Cameron die Anstrengungen der Kanzlerin, die Lage in den türkischen Lagern zu verbessern, um den Exodus nach Westeuropa einzudämmen. Großbritannien stockte die Finanzhilfe für die Flüchtlingslager in der Türkei, in Jordanien und im Libanon auf und betonte, dass es nach den USA der größte Geldgeber sei.

Britische Kommentatoren glauben, dass Merkel das Menetekel für ihre Macht übersteht. Die CDU könnte im Augenblick keine Alternative für sie anbieten und die SPD als ihr Koalitionspartner hätte keine Absicht, mit drakonischen Maßnahmen den Zuzug der Flüchtlinge zu unterbinden. Zudem wären andere mögliche Partner einer künftigen Regierung wie die Grünen noch migrationsfreundlicher als Merkel.

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26.10.2015, 12:00 Uhr
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