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Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück

Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück

Renée Zellweger brilliert als rustikal romantische Prinzessin Pummelchen.

Bridget Jones' Diary
GB 2001

Regie: Sharon Maguire
Mit: Renée Zellweger, Colin Firth, Hugh Grant

97 Min. - ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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Film bewerten

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11.11.2015
  • Klaus-Peter Eichele

So lebensnah kann Kino sein. Miss Jones, die Heldin dieses Films, ist keine so genannte Traumfrau à la Julia Roberts oder Jennifer Lopez. Miss Jones ist ein zu klein gewachsenes Pummelchen mit Pausbacken, Doppelkinn und Kummerspeck um die Hüften, den sie vor wichtigen Dates in orthopädische Unterhosen zwängt. Was aber gar nicht nötig wäre, weil sie wegen ihres Hangs zu Wodka und einer deutlich unterentwickelten Kompetenz in Sachen Flirt und Smalltalk eh zu ewigem Single-Dasein verdammt scheint. Da helfen auch die paar Jubel-Nächte nicht weiter, in denen sie ihr erotomanischer Chef (Hugh Grant) aus einer Sex-Laune heraus in die Kissen zerrt. Alles in allem ist Miss Jones eine rundum peinliche Erscheinung ein Schicksal, dass sie mit ungefähr 90 Prozent aller Erdenbewohner teilt.

Andererseits befinden wir uns in einem Hollywoodfilm, und so ist von vornherein klar, dass Miss Jones nicht ewig einsam und trunken in ihrem mülligen Appartment versauern kann, sondern der Fahrschein ins Glück hinter ihrem Rücken längst gebucht ist. Im Grunde erzählt Regisseurin Sharon Maguire einmal mehr die Groschengeschichte vom hässlichen Entlein, das, wenn man es nur lange genug anschaut, zur Prinzessin wird. Nicht gerade wahnsinnig originell. Trotzdem ist „Bridget Jones“ ein guter Film.

Das liegt zum einen an den blitzsauberen, aus der bestsellenden Roman-Vorlage von Helen Fielding abgekupferten Tagebuch-Texten, die ein beständig hohes Schmunzel-Niveau garantieren. Der entscheidende Trumpf des Films ist aber Renée Zellweger. Hätte zum Beispiel Sandra Bullock die Hauptrolle gekriegt, wäre wohl ein plumpes Märchen mit reichlich Überzucker herausgekommen. Zellweger hat dagegen neben ihrem unbestreitbaren Liebreiz auch die Ruppigkeit und den rustikalen Charme, um Miss Jones ganz dicht an die allseits bekannte Lebenswirklichkeit heranzuführen. Sie nicht bloß als einen heillos romantischen Tollpatsch vorzuführen, sondern auch die Grausamkeit des Single-Alltags mit Übergewicht, eingeschweißten Käsescheiben im Kühlschrank und öden Fernseh-Talkshows zu dokumentieren. Und welcher weibliche Star außer ihr hätte es gewagt, sich wie weiland Robert De Niro für eine Filmrolle Dutzende von Pfunden anzufuttern?

Dass „Bridget Jones“ mit dieser Mischung aus Bodenständigkeit und Romantik zum Weltkonsensfilm dieses Sommers wurde, ist ein Silberstreif am derzeit arg düsteren Hollywood-Horizont.

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11.11.2015, 15:36 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
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